AKTUELLES

22. November 2022 | Natur erleben, beobachten & verstehen 

 

Ökologische Bildungsstätte Rodenbach

 

Der eingetragene und gemeinnützige Verein wurde 2003 in Rodenbach gegründet und ist ein Zusammenschluss haupt- und ehrenamtlicher Natur-begeisterter, dem sich im Laufe der Jahre nicht nur viele Neumitglieder, sondern auch vier im Main-Kinzig-Kreis tätige Natur- und Vogelschutz-gruppen angeschlossen haben.

 

Heute schon eine bekannte Größe in der Kinder-, Jugend- und Erwach-senenbildung, beabsichtigt die GNA, ihr Umweltbildungskonzept weiter auszubauen. Diesem ehrgeizigen Ziel ist sie in den letzten drei Jahren einen großen Schritt näher gekommen.

 

„Die Räumlichkeiten im Alten Pfarrgehöft und ein Natur- und Lehrgarten
auf dem Areal sind vorbereitet und warten nach langer coronabedingter Zwangspause auf eine Wiederbelebung.“, berichtet GNA Vorsitzende Susanne Hufmann. Schon jetzt nutze die Rodenbacher Naturschutzjugend regelmäßig angemietete Räume für ihre Gruppenstunden, können Mit-arbeiter:innen und Praktikant:innen ungestört arbeiten und Fortbildungen und Seminare stattfinden.

 

„Unser Konzept richtet sich ganz nach den Grundsätzen der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Es geht darum, vielfältige Kompetenzen zu erwerben. Junge und ältere Menschen sollen zu zukunftsfähigem Denken und Handeln befähigt werden und es soll jedem Einzelnen möglich sein, die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Umwelt zu verstehen.“ Außerdem möchte die GNA Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen den Einstieg erleichtern, Kenntnisse weitergeben und ihre Arbeit im Natur- und Artenschutz transparenter machen.

 

„Das Engagement im Naturschutz muss keine Black Box sein, die man zwar gut findet, von der man sich aber ausgeschlossen fühlt, weil man meint, keine Ahnung zu haben. Deshalb ist die Teilnahme an all unseren Angebo-ten ausdrücklich ohne besondere Vorkenntnisse möglich.“, so Hufmann.

 

Wie in jedem Jahr startet die GNA mit ihrem Veranstaltungskalender 2023, der ab sofort kostenlos angefordert werden kann (Telefon 06184 – 99 33 797 oder gna.aue@web.de). Auch die beliebten Umweltbildungspro-gramme „Mit der Wasserforscherkiste auf Tour und „Mit dem Waldrucksack unterwegs“ sind für Kindergärten, Kindertagesstätten, Schulklassen, Kindergeburtstage und Veranstalter von Ferienspielen wieder buchbar.

 

Im Bereich der Erwachsenenbildung gibt es Neuerungen. Um den Lebensraum Wald mit Kindern ganzheitlich zu erleben, bietet die GNA pädagogischen Fachkräften und anderen Interessierten Fortbildungs-seminare an, darunter „Naturerfahrungsspiele im Wald“ und „Waldtage gestalten mit Kindern“. Vorschläge für Naturprojekte mit Kindern erhält man bei der ganztägigen „Einführung in den Naturgarten“.

 

Neu im Programm ist die „Gewässerkunde für Anfänger“, für die die GNA einen erfahrenen Limnologen gewinnen konnte. Mehr zu Inhalten und Terminen demnächst unter https://www.gna-aue.de/programm-2023/.

 

„Unterstützen Sie den Aufbau unserer ökologischen Bildungsstätte mit Schulküche, Natur-und Lehrgarten, Seminarräumen und vielem mehr im Alten Pfarrgehöft von Niederrodenbach mit einer Spende. Vielen Dank!“
so die Vorsitzende abschließend. Das Spendenkonto der GNA bei der Raiffeisenbank Rodenbach hat die IBAN DE 75 5066 3699 0001 0708 00. Das Spendenstichwort lautet Umweltbildung. Eine Spende an die GNA kann steuerlich abgesetzt werden. 

Bauleiter Günter Könitzer (Mitte) bei der Arbeit (c) GNA

 

3. November 2022

 

Auenprojekte erfolgreich abgeschlossen

 

Langenselbolder Kinzigaue ökologisch aufgewertet.

„Allein die Bauzeit betrug – mit einer längeren Unterbrechung durch ein Winterhochwasser- sechs Monate.“, berichtet Projektmanager Günter Könitzer. „Von der Idee über die Planung, Anfertigung der Förder- und Bauanträge und die Abstimmung mit allen Beteiligten, darunter die Stadt Langenselbold als Flächeneigentümerin – vergingen etwa zwei Jahre. Der Aufwand hat sich mehr als gelohnt. Die Kinzigaue ist in diesem Bereich wieder Lebensraum für viele seltene und bedrohte Arten.“

 

Mit der erneuten Schaffung von Feuchtbiotopen schließt die GNA nahtlos an ein bereits 2018 in Langenselbold realisiertes Auenent-wicklungsprojekt an. Wie damals wurde aus einem verlandeten Graben ein wertvolles Feucht-biotop; diesmal auf einer Gesamtlänge von 540 Metern und mit bis zu 12 Metern flach ausgezogenen Ufern. Insgesamt entstanden kaskadenartig 16 Feuchtbiotope unterschiedlicher Größe und mit einer maximalen Tiefe von einem Meter. Zwei große Flutmulden sorgen in Zukunft für den notwendigen Hochwasserabfluss, halten aber auch bei Trockenheit das Wasser in der Aue. Der trennende und als Barriere wirkende Gehölzstreifen ist beseitigt und die offene Aue endlich wiederhergestellt. Einzelne niedrige Gehölze blieben als Brutplätze für Kleinvögel und als Deckung für Niederwild nicht zuletzt auf Wunsch der Jägerschaft erhalten.

 

Die Grabenumgestaltung auf einer Fläche von immerhin 1.925 m² bewirkt, dass eine Reihe unterschiedlich tiefer Grabentaschen und ausgedehnter Flachwasserzonen v.a. für Amphibien wie Laubfrosch und Gelbbauchunke, feuchtlandgebundene Vogelarten wie Kiebitz und Bekassine sowie für viele Libellenarten entstanden sind. Eine Furt aus Wasserbausteinen an Stelle einer maroden Verrohrung ermöglicht den bewirtschaftenden Landwirten, die von Anfang an das Projekt begrüßten und die Umsetzung mit Rat und Tat unterstützten, auch weiterhin den Zugang zu den hinteren Grünlandflächen.

 

Feuchtgebiet Herrenbruch weiter entwickelt.

Auch in Niedermittlau konnte die GNA in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Hasselroth ein wichtiges Natur- und Artenschutzvorhaben verwirklichen und in Ergänzung vieler Vorgängerprojekte ein neues Feuchtbiotop anlegen. Und auch hier wurde ein degradierter Graben in ein 550 Meter langes und acht bis 12 Meter breites Feuchtbiotop verwandelt. Im Vorfeld entfernte das Team größere Gehölze, wobei ebenfalls einzelne ausgewählte Bäume und Gebüsche erhalten blieben. Der Graben wurde abschnittweise aufgeweitet und das Uferprofil so gestaltet, dass ausge-dehnte offene Flachwasserzonen für bedrohte Amphibien und feucht-landgebundene Vogelarten entstanden. Ähnlich wie in Langenselbold ermöglicht der Einbau einer Furt künftig eine zusammenhängende Bewirtschaftung der Grünlandflächen auf beiden Seiten des Biotops.

 

Mit einer Schautafel am Rande des Herrenbruchs informieren Kommune und GNA gemeinsam über bisher Erreichtes und zukünftige Vorhaben, um das Feuchtgebiet Herrenbruch mit seiner einzigartigen Lage und Artaus-stattung weiter zu entwickeln.

 

Schutz und Erhalt der Biodiversität überlebenswichtig.

„Die biologische Vielfalt als Grundlage unserer Lebensqualität, Gesundheit und gesellschaftlichen Entwicklung zu erhalten, ist ein wesentliches Anliegen der GNA. Dabei setzen wir auf Kooperationen vor Ort, auf gute Zusammenarbeit mit Behörden und Kommunen und ein partnerschaftliches Verhältnis mit den Landwirten, ohne die Natur- und Artenschutz in Zukunft nicht mehr möglich sein wird. Natürlich benötigen wir auch Geld, um unsere Vorhaben umzusetzen.“ erläutert die Vorsitzende der GNA, Susanne Hufmann und berichtet weiter: „Ermöglicht werden Projekte wie in Langen-selbold oder Hasselroth durch die so genannte GAK-Förderung. Das Förder-programm bietet uns die Möglichkeit, investive Naturschutzmaßnahmen im ländlichen Raum zu finanzieren. Grundlage bildet der nationale Rahmenplan der „Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK). 60 % der Mittel stammen vom Bund, 40 % vom Land Hessen. Ziel der Förderung ist die Schaffung, Entwicklung oder Wiederherstellung von natürlichen Offenland- oder Halboffenland-Lebens-räumen und Habitatstrukturen, wie zum Beispiel Tümpel und Kleinge-äwässer, Hecken, Feldgehölze oder Trockenmauern.“

11. Oktober 2022 | Leitfaden veröffentlicht

 

Wissenwertes zur Biologie und Rückdrängung 

 

„Wenn die extensive Bewirtschaftung der wertvollen Grünlandflächen an der Kinzig durch die Landwirte ausfällt, würden sich die Auen an der Kinzig für immer verändern und der Naturschutz letztlich unersetzliche Lebens-räume und Biotope vieler auentypischer Tier- und Pflanzenarten verlieren. Gemeint sind wiesenbrütende Vogelarten wie der Kiebitz und die Bekassine, die sich bereits heute in einem schwindelerregenden Abwärtstrend befin-den. Aber auch stark gefährdete Amphibien, darunter der Laubfrosch und die Gelbbauchunke, wären massiv betroffen.“, berichtet Susanne Hufmann, Biologin und Vorsitzende der Gesellschaft für Naturschutz und Auenent-wicklung (GNA).

 

Um diesem negativem Trend entgegenzuwirken, bildete sich bereits 2015 ein Bündnis aus fünf Kommunen, betroffenen Landwirten, der Unteren Naturschutzbehörde und der Abteilung Landwirtschaft des Main-Kinzig-Kreises. Der Kooperation gehören außerdem der Landesbetrieb Land-wirtschaft Hessen, der Kreisbauernverband und der Gebietsagrarausschuss des Kreises an. Mit Fördergeldern des Landes Hessen konnte nun unter der wissenschaftlichen Koordination der GNA ein Leitfaden entwickelt werden, der praktische Erfahrungen aus sieben Jahren Projektarbeit zu Lösungsansätzen zusammenträgt. Die Herausforderung: Methoden zur Rückdrängung der Herbstzeitlosen zu entwickeln, die mit den Zielen des Naturschutzes und dem Erhalt der Biodiversität vereinbar sind.

 

Die bisherigen Ergebnisse finden sich in einem kürzlich veröffentlichten Leitfaden wieder, der neben Informationen zur Biologie und Rückdrängung auch mit Handlungsempfehlungen für die Landwirtschaft aufwartet.

 

Die Broschüre ist auf Anfrage kostenlos bei der GNA erhältlich unter 06184 – 99 33 797 oder per E-Mail an gna.aue@web.de.

27. September 2022 | Umwelt schützen - Ressourcen schonen

 

GNA weitet Handysammlung aus

 

Seit Juni 2022 ist neben dem Naturschutz und der Landschaftspflege auch der Umweltschutz ein wichtiges Ziel in der neuen Satzung der GNA. Dieses verwirklicht die gemeinnützige Organisation aber schon immer; nicht zuletzt durch ihre langjährigen Handysammel-Aktionen im Main-Kinzig-Kreis. 2.535 Altgeräte - in 49 Sammelboxen verpackt – sind bis heute beim Entsorger eingegangen. Durch umweltgerechte Recyclingverfahren gewann man fast 23 kg Kupfer, 380 g Silber und 63 g Gold zurück. Einige Geräte konnten nach erfolgreicher Funktionsprüfung weiterverwendet werden.

 

Neue Sammelstelle in Langenselbold

Ab sofort können alte und defekte Handygeräte und Tablets im Bürgerbüro der Stadt Langenselbold abgegeben werden. Dazu steht eine blaue GNA-Sammelbox zur Verfügung.

 

Auch beim Umweltfest der Gemeinde Rodenbach am kommenden
3. Oktober in der Rodenbachhalle werden in der Zeit von 11 bis
17 Uhr alte und defekte Handys am Stand der GNA entgegenge-nommen.

 

GNA-Vorsitzende Susanne Hufmann äußert eine Bitte: „Vor Abgabe Ihres Altgerätes entfernen Sie bitte den Akku. Das erspart uns sehr viel Arbeit. Gerne können Sie diesen mit in die Sammlung geben. Wir stellen eine ordnungsgemäße Entsorgung sicher. Wenn Sie zusätzlich ganz sicher gehen wollen, entfernen Sie gleichzeitig die SIM- und Speicherkarten und löschen Sie Ihre persönlichen Daten. Vielen Dank für Ihre Hilfe.“ Zur Unterstützung bittet die GNA auch um Spenden und benennt dazu ihr Spendenkonto bei der Raiffeisenbank Rodenbach mit der IBAN DE 75 5066 3699 0001 0708 00. Stichwort: Handysammlung. Spenden an die gemeinnützige Natur- und Umweltschutzorganisation sind steuerlich absetzbar, Spendenbescheini-gungen werden ausgestellt.

4. August 2022 | GNA erhält Urkunde

 

Viele Handys gesammelt - Millionen liegen in Schubladen

 

Bis heute sind 2.488 Geräte - in 48 Sammelboxen verpackt - beim Entsorger, der Teqcycle Solution GmbH, eingegangen. Durch sorgfältiges und umweltgerechtes Recycling gewann man unter anderem 22.392 g Kuper, 273,2 g Silber und 62,2 g Gold zurück. Einige der Geräte können nach erfolgreicher Funktionsprüfung sogar weiterverwendet werden.

 

Das gemeinsame Rücknahmesystem für Mobiltelefone von Deutscher Telekom und Teqcycle ist mit dem „Blauen Engel“ ausgezeichnet. Der „Blaue Engel“ wird in Deutschland seit 1978 vom Bundesumweltmini-sterium vergeben und ist eine staatliche Kennzeichnung besonders umweltschonender Produkte und Dienstleistungen.

 

„Unser Projektpartner, die Deutsche Telekom, sorgt gemeinsam mit ihrem zertifizierten Entsorgungsbetrieb für hohe Sicherheitsstandards im Datenschutz.“, berichtet die GNA-Vorsitzende Susanne Hufmann. Genauso sicher muss der Transport zum Entsorger sein, der von der GNA organisiert wird. Aufgrund geänderter Vorschriften sollen nun vor dem Verpacken und Versenden alle Akkus entfernt und gesondert entsorgt werden.

 

Bitte um Unterstützung

„Das ist für uns ein erheblicher Mehraufwand an Arbeit und Zeit. Gerade

bei den modernen Smartphones oder Tablets fehlen uns oft die nötige Technik und das Werkzeug, um alle Akkus aus den Geräten auszubauen. Deshalb heute unsere Bitte: Vor Einwurf Ihres Altgerätes entfernen Sie bitte das Akku. Gerne können Sie dieses mit in die Sammlung geben.

Wir stellen eine ordnungsgemäße Entsorgung sicher. Wenn Sie zusätzlich ganz sicher gehen wollen, entfernen Sie gleichzeitig die SIM- und Speicherkarten und löschen Sie Ihre persönliche Daten.“

 

Zur Unterstützung ihres wichtigen Umweltschutzprojektes bittet die GNA um Spenden auf das Konto IBAN DE 75 5066 3699 0001 0708 00 bei der Raiffeisenbank Rodenbach. Stichwort: Handysammlung. Spenden an die gemeinnützige Natur- und Umweltschutzorganisation sind steuerlich absetzbar, Spendenbescheinigungen werden ausgestellt.

 

Sammelstellen

Die Sammelstellen der GNA befinden sich im Rathaus Bad Orb (Frankfurter Straße 2, 63619 Bad Orb), im Bürgerbüro des Rathauses Rodenbach (Buchbergstraße 2, 63517 Rodenbach) und im Alten Pfarrgehöft Nieder-rodenbach (Mühlstraße 11, 63517 Rodenbach). Hier ist auch ein kontak-tloser Einwurf in den Postkasten am Tor möglich.

 

Mehr Informationen: www.gna-aue.de/projekte/handysammlung/.

3. August 2022

 

Auch Vögel und Insekten haben Durst

 

Das Problem: Auch in den kommenden Wochen wird es nicht nennenswert regnen. Die Temperaturen steigen weiter, aber die Landschaft ist jetzt schon ausgetrocknet. Die Tierwelt ächzt unter ausgetrockneten Tümpeln, verlandeten Flutmulden und einem Wassermangel, der nicht nur uns Menschen zu schaffen macht.

 

Um die Hitze abzumildern, verfolgen Vögel recht unterschiedliche

Strategien: Man kennt bei Amseln und Rabenvögeln das Kehlsackhecheln. Sie sitzen mit weit geöffnetem Schnabel da und atmen schnell ein und aus, um über die Lunge Wärme abzugeben. Wer sich in diesen Tagen schon einmal über die Beine eines Weißstorches gewundert hat, die jetzt wie weiß bemalt wirken, ist einer weiteren Strategie gegen die Hitze auf der Spur: Der Storch bespritzt seine Beine mit flüssigem Kot, um Wärme abführen zu können.

 

All das hilft aber nur, wenn die Tiere auch Zugang zu Schatten und sauberem Wasser haben. So genannte Schottergärten sind jetzt Todes-fallen. Durch die Sonneneinstrahlung heizen sich Beton und Steine extrem auf. Manch ein begeisterter Schottergärtner wird seine Entscheidung in diesen Tagen schon bitter bereut haben, denn ein Aufenthalt im „pflege-leichten Areal“ rund ums Haus ist schier unmöglich und die Klimaanlage läuft auf Hochtouren, um das Haus überhaupt bewohnbar zu machen.

Das ist nicht nur schlecht für das eigene Portemonnaie und schlecht für die Ökobilanz, sondern ganz schlecht für das Klima. Außerdem belastet die zusätzliche Hitzestrahlung Nachbargrundstücke und wirkt sich negativ das gesamte Mikroklima in der Straße aus. 

 

Bäume, Sträucher und Hecken kühlen ihre Umgebung dagegen um etwa 2 bis 3 Grad ab und bieten Mensch und Tier Schattenplätze, die jetzt vermehrt auch von Vögeln aufgesucht werden. Das hilft alles aber nichts, wenn nicht auch sauberes Wasser zur Verfügung steht. An dieser Stelle können wir eingreifen und mit Vogeltränken oder Flachwasserbereichen im Gartenteich Abhilfe schaffen. Letztere eignen sich zudem hervorragend für ein kühlendes Vogelbad.

 

Vogeltränken sollten regelmäßig gereinigt werden, um Keiman-reicherungen zu vermeiden, die die Vogelschar krank machen könnte. Dabei ist auf chemische Desinfektionsmittel zu verzichten. Eine Bürste und sauberes Wasser reichen völlig. Wenn die flache Tränke nun noch an einem „katzensicheren“ Ort platziert oder aufgehängt wird, hat man in diesen Tagen schon viel getan.

 

Auch auf Friedhöfen und in öffentlichen Parkanlagen sind jetzt vermehrt Vogeltränken aufgestellt. Oft fehlt den Kommunen aber das Personal, um die Tränken regelmäßig mit Wasser zu versorgen. Hier sind wir wieder gefragt: Einfach mal nachschauen, wenn nötig säubern und wieder auffüllen. So einfach kann Naturschutz sein.

 

Insektentränke selbstgemacht

Für Käfer, Hummeln, Wespen und Bienen eignen sich Blumentopfunter-setzer oder ausrangierte Teller, die, mit Steinen und Moosen als kleine „Sitzwarten“ ausgestattet, sehr schnell von der Insektenwelt angenommen werden. Dass das „kinderleicht“ leicht ist, stellte vor kurzem die Natur-schutzjugend der GNA unter Beweis. Nun zieren etliche Insektentränken den Natur- und Lehrgarten im Alten Pfarrgehöft und auch den ein oder anderen elterlichen Balkon in Rodenbach.

25. Juli 2022

 

In Hasselroth tut sich was – Infotafel errichtet

 

Die GNA erhofft sich durch die Revitalisierung von Feuchtgebieten weit-reichende positive Effekte für die biologische Vielfalt. Genauso wichtig sind der Naturschutzorganisation der Schutz und die Erneuerung des Grundwassers.

 

Die Feuchtwiesen von Niedermittlau sind bis heute kein Naturschutz-gebiet, zählen aber zu einem der letzten hochwertigen Feuchtgebiete im Main-Kinzig-Kreis. Sie liegen mitten im Landschaftsschutzgebiet Auen-verbund Kinzig, das vor über 30 Jahren unter Schutz gestellt wurde.

 

Die durch Grünland geprägte Landschaft entlang der Kinzig ist ein zentraler Lebensraum und letzter Rückzugsort für vom Aussterben bedrohte Wiesen-vögel wie Kiebitz, Bekassine und Wachtelkönig, stark gefährdete Amphibien wie Laubfrosch und Gelbbauchunke, in ihrem Bestand gefährdete Vogel-arten wie Wasserralle und Kuckuck, aber auch für den Biber, der sich zwar stetig ausbreitet, für den die verfügbaren Biotope räumlich aber fast überall stark eingeschränkt sind.

 

Überschwemmungen prägen gerade im Frühjahr die Auen im Kinzigtal, das sich nur so zu einer artenreichen Landschaft entwickeln konnte. Land-wirtschaftlich wird das etwa 22 ha große Feuchtgebiet schon seit langer Zeit als Grünland und neuerdings auch als temporäre Rinderweide genutzt. Außerdem findet hier Jagd statt. Extensivierungsmaßnahmen
sind dringend nötig, um die Natur und das Grundwasser zu schützen. Standweiden und Gülleeintrag sind dabei ein absolutes No-Go.

 

Die von der GNA in Kooperation mit der Gemeinde Hasselroth initiierte und geplante Umgestaltung in ein ökologisch wertvolles Feuchtbiotop erfolgte während einer etwa sechsmonatigen Bauphase, unterbrochen von starken Hochwasserereignissen im Frühjahr 2022.

 

Die Renaturierung startete in einem Abstand von 20 Metern zur Kreisstraße K 903. Damit dieser Abschnitt besser von Amphibien durchwandert werden kann, musste viel Gehölz und noch mehr Müll entfernt werden.

 

Das neue Feuchtbiotop mit seinen flach ausgezogenen Ufern ist 550 Meter lang, zwischen 8 und 12 Metern breit und bietet nicht nur wiesenbrütenden Vogelarten wie Kiebitz und Bekassine Rastflächen Nahrung, sondern auch viele Rückzugsmöglichkeiten für Rehwild, Kleinsäuger und Co.

 

Eine etwa 4 Meter breite Furt aus Wasserbausteinen ermöglicht Weidevieh, das seit 2020 zur Landschaftspflege eingesetzt wird, landwirtschaftlichen Maschinen und auch der Jägerschaft einen Übergang auf die jeweils andere Seite des Feuchtbiotops. Dies wird dann umso wichtiger, wenn ggfs. weitere geplante Optimierungsmaßnahmen wie beispielsweise ein geschützes Kiebitzrefugium realisiert und die extensive Beweidung ausgeweitet werden.

 

Dass das ein langer Weg sein kann, davon weiss die Vorsitzende der GNA, Susanne Hufmann zu berichten. „Natürlich hängt die Umsetzung generell nicht nur von der Zustimmung kommunaler Gremien, örtlichen Landwirten und Jägern, Naturschutz- und Wasserbehörden und neuerdings auch vom Bauamt des Main-Kinzig-Kreises ab, sondern vor allem von der Finan-zierung. Zum Glück werden derzeit noch investive Maßnahmen wie unsere durch das Land Hessen gefördert und im Rahmen der Gemeinschafts-aufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) durch die Bundesrepublik Deutschland mitfinanziert. Bewilligungsstelle ist das Regierungspräsidium Darmstadt.“

 

Seit letzter Woche informiert eine Schautafel an der Kreisstraße 903 Spaziergänger und Radfahrer*innen über die Feuchtwiesen und ihre Artausstattung, über sämtliche Maßnahmen seit 2004 und gibt einen Ausblick auf Zukünftiges. Die Tafel entstand in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde Hasselroth.

 

Zur Unterstützung ihrer wichtigen Projekte bittet die GNA um Spenden auf das Konto IBAN: DE 75 5066 3699 0001 0708 00 bei der Raiffeisenbank Rodenbach. Da die GNA gemeinnützig ist, können Spendenbescheinigungen ausgestellt werden. 

9. Juni 2022 | Veranstaltungshinweis

 

Die Reise der Störche

 

Das „Röhrig von Rodenbach“ ist ein ganz besonderes Feuchtgebiet. Seinen Ursprung verdankt es der Kinzig. Schon 1959 wurde es wegen seiner großen Bedeutung für die heimische Vogelwelt als Naturdenkmal unter Schutz gestellt. Seit 1976 ist es offiziell Naturschutzgebiet, in dem mehr als 130 Vogelarten vorkommen. Kiebitze, Bekassinen und Zwergschnepfen machen hier Rast. Graureiher schreiten beutesuchend über die feuchten Wiesen. Auch Teich- und Schilfrohrsänger sind wieder zu hören. Seit einigen Sommern machen Graugänse Quartier an den Tümpeln und in den Wiesen an der Kinzig. Und auch der Weißstorch hat das Röhrig längst als Lebensraum wiederentdeckt.

 

Wenn die Weißstörche nach ihrer langen Reise im Frühjahr in die Brut-gebiete an der Kinzig zurückkehren, sind fehlende Nistplätze schon lange nicht mehr das Problem. Viel wichtiger ist es, dem großen Wiesenvogel intakte Lebensräume anzubieten, in dem er genug Nahrung für sich und seinen Nachwuchs findet. Deshalb setzt sich die GNA seit vielen Jahren für den Erhalt der Auen und Feuchtwiesen im gesamten Kinzigtal ein. Der Schutz der Brutgebiete, die Optimierung von Nahrungsbiotopen und die Neuanlage von Tümpeln stehen dabei im Vordergrund der vielfältigen Projektarbeiten der gemeinnützigen Naturschutzorganisation.

 

Am Mittwoch, den 22. Juni beginnt um 18 Uhr unter der Leitung von Günter Könitzer und Susanne Hufmann eine fachkundige Exkursion, während der über Lebensweise, Biologie und das außergewöhnliche Zugverhalten des Weißstorches berichtet wird. Treffpunkt ist der Parkplatz beim Landhof Schmidt in Niederrodenbach (Kinzigstraße 11, 63517 Rodenbach). Bitte Ferngläser mitbringen, wenn vorhanden. Die Führung ist barrierefrei und dauert etwa 1,5 Stunden. Eine Teilnahmegebühr von 4 € kommt den Artenschutzprojekten der GNA zugute. Die Teilnahme von Kindern und Jugendlichen ist kostenlos.

 

Faltblatt zum Weißstorch veröffentlicht. Die Geschichte des Weiß-storches in Hessen ist eine Erfolgsgeschichte. Das nahm die GNA zum Anlass, über den vielseitigen Jäger und Langstreckenflieger zu informieren. Das Faltblatt ist kostenlos erhältlich unter 06184 - 99 33 797 oder kann per E-Mail gna.aue@web.de angefragt werden. Wer die Möglichkeit zur Auslage nutzen möchte, erhält eine größere Anzahl von Faltblättern.

 

Paten gesucht. Die GNA sucht Menschen, die als Storchenpaten mit einem monatlichen Beitrag das Artenschutzprojekt Weißstorch - nachhaltig und langfristig - unterstützen möchten. Patenschaftsbeiträge gelten als Spende und sind daher steuerlich absetzbar. Eine Bestätigung über ihre Zuwendungen erhalten Storchenpaten unaufgefordert jeweils am Anfang des darauffolgenden Jahres. Eine Patenschaft kann jederzeit und ohne Angabe von Gründen beendet werden.

 

Das GNA Spendenkonto bei der Raiffeisenbank Rodenbach lautet

IBAN: DE75 5066 3699 0001 0708 00, Stichwort Weißstorch.
Zur Ausstellung einer Spendenquittung bitte den vollständigen Name und Anschrift angeben. 

17. Mai 2022 | Artenvielfalt in Erlensee schützen und erhalten

 

Stiftung finanziert Blühstreifen für Insekten

 

Etwa 75 Prozent der globalen Nahrungspflanzen sind von der Bestäubung durch Bienen abhängig. In Deutschland sind das beispielsweise der Raps oder Obst- und Beerenkulturen. Dabei wird häufig vergessen, dass neben der allseits bekannten und geschätzten Honigbiene viele weitere Bienen-arten existieren. Gemeint sind die Wildbienen mit hierzulande rund 595 Arten. „Aufgrund ihrer ungemein wichtigen Bedeutung als Blütenbestäuber und ihrer Rolle als Zeiger für den Zustand unserer Umwelt, treten die Wildbienen endlich aus dem Schatten der Honigbiene in das Bewusstsein der Öffentlichkeit.“, berichtet Susanne Hufmann, Vorstandsmitglied der Stiftung.

 

Bienen gehören zur Insektenordnung der Hautflügler, die durch zwei häutige Flügelpaare charakterisiert ist. Im Gegensatz zur Honigbiene, die in Staaten lebt, bevorzugen Wildbienen meistens eine solitäre Lebensweise; das heißt, sie sind Einzelgänger. Nur Hummeln und einige andere leben in sozialen Verbänden. Während Honigbienen als „Haustier“ des Menschen ausschließlich in der Obhut eines Imkers überleben und daher weltweit noch sehr häufig vorkommen, ist der Großteil ihrer wild lebenden Verwandten extrem stark gefährdet.

 

Die Aktion in Kooperation mit dem Kreisbauernverband des Main-Kinzig-Kreises und der Erlenseer Landwirtin Anke Eyrich geht nun schon in das dritte Jahr. Die Blühfläche in Langendiebach wird jeweils im April neu angelegt. Das Saatgut entspricht den Empfehlungen des Bauernverbandes. Unter den bis zu 15 Pflanzenarten befinden sich überwiegend Kulturarten wie Dill, Fenchel, Koriander, Inkarnatklee, Schwarzkümmel u.v.m.

 

Optisch und farblich werden im August die großen, bunten Blüten der Ringelblume und der Sonnenblume dominieren, aber auch die des „Büschelschöns“, das auch Rainfarn-Phazelie genannt wird. Die einjährige Pflanze blüht von Juni bis Oktober und stellt – auch wenn sie nicht heimisch ist – eine bedeutende Nektar- und Pollenquelle dar. Aufgesucht wird sie von Hummeln, Honig- und Wildbienen, Schmetterlingen und Schweb-fliegen.

 

Zusätzlich erwartet werden seltene Ackerwildkräuter, die auf Feldern nur zusammen mit Nutzpflanzen auftreten. Sie sind eng an die Bearbeitung und den Anbau von Feldfrüchten gebunden. Wenn die Bewirtschaftung eingestellt wird, verschwinden auch sie.

 

Die mit dem Monitoring beschäftigte Botanikerin Dr. Monika Pickert-Andres (GNA) erklärt: „Entweder sind die Samen schon auf der Fläche vorhanden oder sie wandern während der Vegetationsperiode ein. In den letzten beiden Jahren dominierten die Ackermelde, der Schwarze Nachtschatten, der Zurückge-bogene Amarant, Echte Kamille, Knöterich, Mohn, Korn-blume, Kanadischer Katzenschweif sowie verschiedene geruchlose Kamillen und einige Kleearten. Auch wenn wir hier andere seltene, heimische Pflanzenarten vermissen, dürfen wir nicht vergessen, dass Blühstreifen auf ehemaligen Äckern angelegt werden, um die Artenvielfalt in der Agrarlandschaft zu fördern. Da die Flächen auch in den kommenden Jahren als Anbaugebiete genutzt werden sollen, muss bei der Auswahl der Pflanzen vorsichtig vorgegangen werden. Nichts wäre schlimmer, als so genannte Ackerunkräuter später zurückdrängen zu müssen.“

 

Die Samen einiger Pflanzen, darunter die der Sonnenblume, verschiedener Distelarten und Doldenblütler sind gerade in den kälteren Monaten für die daheimgebliebene Vogelwelt eine wichtige Nahrungsquelle. Außerdem stehen die trockenen Stängel den gesamten Winter auf der Fläche und bieten wertvolle Überwinterungsmöglichkeiten für Insekten und deren Larven. Zudem sind Blühstreifen Rückzugsorte für Nager und Niederwild.

 

Auch die immerhin 450 m² große Blühfläche soll bis zum Januar des nächsten Jahres bestehen bleiben, wenngleich sie für das menschliche Auge dann kein großer Genuss mehr ist. „Aber darum geht es nicht.“, erläutert Susanne Hufmann. „Viel wichtiger ist der Blühstreifen in der ausgeräumten Kulturlandschaft von Erlensee für die Artenvielfalt, die durch Industriegebiet, Logistikcenter sowie weitere Zufahrtsstraßen ohnehin gewaltig unter Druck geraten ist. Der „Flächenfraß“ auch im Main-Kinzig-Kreis scheint sich nicht mehr aufhalten zu lassen. Die Natur wird immer weiter zurückgedrängt, die Biodiversität zerstört – und das leider für immer.“

 

Wer die Arbeit der GNA-Stiftung Mensch und Natur mit einer Spende unterstützen möchte, verwende bitte das Spendenkonto mit der IBAN: DE06 5066 3699 0001 0734 00 (BIC: GENODEF1RDB) bei der Raiffeisen-bank Rodenbach. Sowohl Spenden als auch Zustiftungen sind steuerlich absetzbar. Die Stiftung ist berechtigt, Spendenbescheinigungen auszu-stellen. [>>>mehr Informationen]

28. April 2022 | Exkursion ins Feucht- und Moorgebiet

 

Die Biodiversität im Eschenkar entdecken

 

Moorige Flächen, naturnahe Waldtümpel, Quellen, Fieberklee, Torfmoos und Sonnentau – das Feuchtgebiet Eschenkar hat sich zu einem Kleinod im hessischen Spessart entwickelt. In enger Zusammenarbeit mit der Kur-stadt Bad Orb renaturierte die GNA in den vergangenen Jahren immer wieder diesen für Hessen seltenen Moorstandort. Vor einigen Jahren führte die Stadt eine grundlegende Pflege durch, bei der störende Gehölze ent-fernt wurden. Nun gilt es, gemeinsam weitere Pflege- und Entwicklungs-maßnahmen in Angriff zu nehmen.

 

Ziel der weitreichenden Naturschutzmaßnahmen, wie etwa die Anlage mehrerer Feuchtbiotope und die Rückverlegung des Lämmerbaches, ist die Erhöhung der Artenvielfalt. Die Stillgewässer dienen seltenen und bedrohten Amphibien als Laichplatz. Auch Amphibienarten, für die zurzeit nach der Roten Liste Hessen lediglich eine Vorwarnung besteht, wie für den Grasfrosch oder den Kammmolch, profitieren von dem Projekt. Der Feuersalamander fühlt sich in seinem neuen Lebensraum ebenfalls wohl. Weitere Zielarten sind Libellen, darunter die Blauflügelige Prachtlibelle und die Quergestreifte Quelljungfer. Waldschnepfe und Schwarzstorch, der heute schon Nahrungsgast ist, werden außerdem gefördert. Mit etwas Glück kann man eine der größten heimischen Spinnen, die „Gerandete Jagdspinne“ (Spinne des Jahres 2020) entdecken oder auch der gefährdeten Schlingnatter begegnen.

 

Veranstaltungshinweis

Am Samstag, den 14. Mai können sich Interessierte während der drei-stündigen Exkursion selbst ein Bild vom Eschenkar machen. Geleitet wird die Exkursion von der Biologin Susanne Hufmann und Günter Könitzer. Treffpunkt ist um 9:30 Uhr der Parkplatz Hartmannsheiligen. Wetter-angepasste Kleidung und geeignetes Schuhwerk werden empfohlen. Die Teilnahmegebühr beträgt 4 Euro pro Person. Der Erlös kommt ausschließ-lich der Projektarbeit der GNA zugute. Die Teilnahme von Kindern, Jugend-lichen und Vereinsmitgliedern ist kostenlos.

 

9. März 2022

 

Ein Vogelparadies in der Entwicklung

 

Mitten im Main-Kinzig-Kreis finden sich Jahr für Jahr zahllose Wat- und Wasservögel zum Rasten und Überwintern ein. Das nicht ohne Grund, denn vor inzwischen 12 Jahren wurden der Ruhlsee und ein Abschnitt der Kinzig naturnah umgestaltet. Heute ist die „Kinzigaue von Langenselbold“ nicht nur Naturschutzgebiet, sondern auch ein von der EU unter Schutz gestelltes „FFH-Gebiet“.

 

Die von der GNA initiierte, geplante und von 2009 bis 2010 umgesetzte Renaturierung hat sich als erfolgreich herausgestellt. So ist der Natur-schutzsee heute mit einer drei Hektar großen Flachwasserzone nicht nur Rastplatz für viele Vögel, sondern endlich auch als Brutgebiet von Bedeu-tung. Die extensiv bewirtschafteten Wiesen rund um den See gehören schon seit langem wieder zum Nahrungsrevier des Weißstorches und der Grau- und Silberreiher. Der starke Besucherdruck und freilaufende Hunde machen allerdings wiesenbrütenden Vogelarten wie Kiebitz und Bekassine das Leben schwer und ein Brüten nahezu unmöglich.

 

Neben Orchideen beherbergt das wertvolle Grünland viele andere seltene und bedrohte Pflanzen. Hier findet man auch einen der letzten feuchten Eichen-Hainbuchen-Wälder, den die Landesstraße in das „Bockgehörn“ und den „Stellweg“ unterteilt. Im Bockgehörn gibt es eine weitere Naturschutz-strategie: Der „Prozessschutz“, wonach in die natürlichen Prozesse des Ökosystems Wald nicht eingegriffen werden darf und soll. Die Prozesse im Wald - vom Wachsen über das Werden und Vergehen – sollen unge-stört ablaufen. Dies bedeutet vor allem, dass keine Bäume gefällt und kein Totholz entnommen werden darf.

 

Naturschutz und Erholung im Einklang?

Während der Kinzigsee ganz der Freizeitnutzung und dem Wassersport gewidmet ist, sollen am Ruhlsee vor allem Naturschutz und Erholung im Einklang stehen. Neben Joggern und Radfahrern sind es vor allem Spazier-gänger, die die weithin offene Landschaft schätzen und die Ruhe genießen. Damit Erholungssuchende informiert und unbeschwert die Natur genießen können, veröffentlichte die GNA in Zusammenarbeit mit der Stadt Langen-selbold ein Faltblatt, das kostenlos angefordert werden kann. Darin finden sich wichtige Hinweise für Besucher*innen mit Hund.

 

Wenn die Führung stattfindet, ist der Treffpunkt der Parkplatz bei der Baumschule Müller. Wettergerechte Kleidung und festes Schuhwerk werden empfohlen. Bitte Ferngläser oder Spektive mitbringen, wenn vorhanden. Die Führung dauert etwa 1,5 Stunden. Die GNA bittet um einen Beitrag von 4 Euro pro Person, die Teilnahme von Kindern und Jugendlichen ist wie immer kostenlos. Die Einnahmen kommen ausschließlich den Auenschutz-projekten der GNA zu gute. Weitere Termine finden sich im Veranstaltungs-kalender 2022, der ebenfalls kostenlos angefordert werden kann.

Rehkitz versteckt sich in Wiese, Hasselroth | Foto: Susanne Hufmann (c) GNA

 

4. März 2022 | GNA bittet um Rücksicht

 

Brut- und Setzzeit beginnt jetzt

 

Der Begriff „Brut- und Setzzeit“ umschreibt den Zeitraum vom Frühling bis zum Frühsommer, in dem beinahe alle Wildtiere Nachwuchs haben: Reh-kitze werden aufgezogen, wiesenbrütende Vögel wie der Kiebitz halten die auf den Boden gelegten Eier bis zum Schlupf warm und umsorgen danach intensiv ihre Küken, Amphibien wandern und laichen in Tümpeln und Flutmulden. Es versteht sich von selbst, dass die Elterntiere dazu viel Ruhe und Kraft brauchen. Aber auch die Jungtiere – ganz gleich ob Kitz oder Küken - benötigen jetzt besonders viel Ruhe und Schutz.

 

Von März bis Mitte Juni besondere Rücksicht gefordert

In Hessen erstreckt sich die allgemeine Brut-, Setz- und Aufzuchtzeit von Anfang März bis Mitte Juli. „In diesem Zeitraum wird von Hundehaltern noch mehr Verantwortung und erhöhte Rücksichtnahme gefordert.“, erläutert Susanne Hufmann, Biologin und Vorsitzende der GNA. „Das betrifft grundsätzlich alle Außenbereiche, also Wiese, Wald und Flur. Die Wege sollten auf keinen Fall verlassen werden und Hunde unbedingt angeleint sein. Nur so ist sicherzustellen, dass junge Feldhasen oder Jungvögel nicht aufgeschreckt und unnötigerweise gestresst werden. Denn das kann unter Umständen sogar ihr Leben kosten.“

 

Die Naturschützerin appelliert auch an Eltern. „Immer wieder beobachten wir, dass Kinder über Felder und Wiesen laufen, um rastende Graugänse oder Enten aufzuscheuchen. Das ist kein Spaß, denn Altvögel können verscheucht und Gelege zertreten werden. Zugvögel, die in den Kinzig-auen rasten, benötigen viel Kraft für den Weiterflug.“, so Hufmann.

 

Außerdem seien ungestörte Rastflächen durch den enormen Flächenverbrauch auch im Main-Kinzig-Kreis inzwischen sehr rar.

 

GNA: Allgemeine Anleinpflicht ist überfällig

Dass eine allgemeine Anleinpflicht in Hessen während dieser sensiblen Zeit mehr als überfällig ist, darin sind sich die Naturschützer einig. In ausgewie-senen Naturschutzgebieten ist dies heute schon der Fall. Grundsätzlich sollten aber überall in Wiese, Wald und Flur Hunde angeleint sein. Das Bundesnaturschutzgesetz verbietet es außerdem, Wild aufzustöbern.

 

Achtung: In den Kommunen gelten für die Brut- und Setzzeit oftmals unterschiedliche Termine. Allen gemeinsam ist, dass sie freilaufenden Hunden enge Grenzen setzen. Bei Missachtung drohen hohe Bußgelder.

Da lohnt es sich doch, den Hund an der Leine zu führen.

 

Hintergrund: Die Hessische Gefahrenabwehrverordnung (HundeVO) schreibt für das Halten und Führen von Hunden in § 1 Abs. 1 vor: "Hunde sind so zu halten und zu führen, dass von ihnen keine Gefahr für Leben oder Gesundheit von Menschen oder Tieren ausgeht. Es ist in jedem Falle strafbar, wenn der Halter es zulässt bzw. nicht in der Lage ist, es zu unterbinden, dass sein Hund hinter Wild herjagt".

16. Februar 2022

 

Sichere Handysammlung - GNA bittet um Mithilfe

 

„Unser Projektpartner, die Deutsche Telekom, sorgt gemeinsam mit ihrem zertifizierten Entsorgungsbetrieb für hohe Sicherheitsstandards im Datenschutz.“, berichtet Susanne Hufmann von der GNA. Genauso sicher soll in Zukunft auch der Transport zum Entsorger sein, der von der GNA organisiert wird. Aufgrund geänderter Vorschriften müssen nun vor dem Verpacken und Versenden alle Akkus entfernt und gesondert entsorgt werden.

 

„Das ist für uns ein erheblicher Arbeits- und Zeitaufwand, den wir kaum noch leisten können. Gerade bei Smartphones oder Tablets fehlen uns oft die nötige Technik und das entsprechende Werkzeug, um alle Akkus aus den Geräten auszubauen.

 

Deshalb heute unsere Bitte: Vor Einwurf Ihres Altgerätes entfernen Sie bitte das Akku. Gerne können Sie dieses mit in die Handysammlung geben. Wir stellen eine ordnungsgemäße Entsorgung sicher. Wenn Sie zusätzlich ganz sicher gehen wollen, entfernen Sie gleichzeitig die SIM- und Speicherkarten und löschen Sie Ihre persönliche Daten.“

 

Bis heute sammelte die GNA 2.154 Handys. Durch umweltgerechtes Recyceln wurden etwa 19 kg Kupfer, 325 g Silber und 54 g Gold zurück-gewonnen. Die Handyrücknahmeaktion ist mit dem staatlichen Umwelt-zeichen Blauer Engel ausgezeichnet. Dies bestätigt die Bedeutung der Handyrücknahme für den Umweltschutz und die Nachhaltigkeit.