Reaktivierung einer Auenlandschaft

 

Main-Kinzig-Kreis / Gelnhausen. Im Rahmen eines umgangreichen Gesamt-projektes soll die Auenlandschaft der Elbertsaue zu einem ökologisch wertvollen Lebensraum werden.

 

Neue Lebensräume für gefährdete Tiere und Pflanzen

 

Durch Neuanlage und Renaturierung von Feuchtbiotopen wie Tümpel und Mulden sollen gefährdete Amphibien, wassergebundene Insekten und sel-tene Wiesenbrüter unterstützt werden. Eine Maßnahme wurde bereits im Oktober 2025 umgesetzt, fünf weitere sind für den Herbst 2026 geplant.

 

(c) GNA | 2025

Die Elbertsaue von Gelnhausen war einst eine typische Auenlandschaft an der Kinzig, bekannt für ihren wertvollen Amphibienbestand sowie ein wichtiger Brut- und Rastplatz diverser wiesenbrütender Vogelarten.

 

Wie viele Feuchtgebiete in Deutschland sind diese Lebensräume in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen. Entwässerung, Flächenversie-gelung und Veränderung des natürlichen Wasserhaushaltes haben dazu geführt, dass intakte Feuchtbiotope und Auenlandschaften heute vielerorts selten geworden sind.

 

In der mittleren Kinzigaue sind seit einigen Jahren zudem immens starke  Bestandseinbrüche zu verzeichnen. Daher ist es dringend nötig, vorhande-ne Feuchtbiotope, die in ihrer Funktionsfähigkeit stark eingeschränkt bis unbrauchbar sind, grundlegend zu sanieren sowie neue geeignete Struk-turen zu schaffen. Von diesen Maßnahmen profitieren auch bereits stark gefährdete Arten, die auf feuchte und zeitweise überflutete Lebensräume angewiesen sind.

 

Feuchtgebiete stärken Artenvielfalt und Klimaresilienz

 

Die Bedeutung von Auenlebensräumen geht dabei über den Schutz ein-zelner Arten hinaus. Feuchtgebiete können große Mengen Wasser in der Landschaft zurückhalten und vor Austrocknung schützen. Angesichts zunehmender Hitze- und Trockenperioden sind sie daher ein wichtiger Bestandteil einer klimaresilienten Landschaft. Gleichzeitig bieten sie während regenreicher Phasen zusätzlichen Rückhalteraum und können dazu beitragen, die Auswirkungen von Hochwasser abzumildern.

 

Die Maßnahmen

 

Um die Feuchtlebensräume der Elbertsaue wiederherzustellen und zu einem zusammenhängenden Biotopverbund zu vernetzen, führt die GNA insgesamt sechs Maßnahmen durch. Eine davon ist bereits abgeschlossen: Im Oktober 2025 wurde ein bestehender, stark verlandeter Tümpel renaturiert und ökologisch aufgewertet.

 

Im Januar 2026 war die Anlage eines neuen Gewässers in unmittelbarer Nähe geplant. Aufgrund von Hochwasser musste diese Maßnahme jedoch auf den Herbst 2026 verschoben werden.

 

Offene Wasserflächen sind der Schlüssel

 

Bei der Renaturierung der vorhandenen Kleingewässer spielt die Wiederher-stellung offener Wasserflächen eine zentrale Rolle. Dazu gehört auch die Entfernung von Weiden und anderen Gehölzen im unmittelbaren Umfeld.

So wird wieder ein auentypischer besonnter Offenlandcharakter geschaf-fen und gleichzeitig ein schnelleres Austrocknen aufgrund des hohen Wasse-bedarfs der Gehölze verhindert.

 

Auf den ersten Blick mag es widersprüchlich wirken, für den Naturschutz Gehölze zu entfernen. Für kleine, flache Feuchtbiotope ist dieser Schritt jedoch entscheidend, um geeignete Lebensräume zu schaffen. Werden die Gehölze und insbesondere ihre Wurzeln nicht zurückgedrängt, wachsen die Flächen sehr schnell wieder zu.

 

Sechs Maßnahmen für einen vielfältigen Biotopverbund

 

Mit der geplanten Neuanlage eines zweiten Tümpels wird ein zusätzlicher Lebensraum in direkter Nachbarschaft geschaffen. Solche Kleingewässer dienen als Ablösebiotop für stärker verlandete Feuchtlebensräume. Amphibien wie der stark bedrohte Laubfrosch profitieren von diesen Gewässern als Rückzugsort und Laichgewässer. Gleichzeitig entstehen offene feuchte Bereiche, die Wiesenbrütern wie dem Kiebitz und der Bekassine sowie dem Weißstorch als wichtige Nahrungsflächen dienen.

 

Gerade die Kombination verschiedener Feuchtlebensräume macht die Reaktivierung der Elbertsaue so wertvoll. Während ein älterer Tümpel langsam verlandet und sich weiterentwickelt, können neue angelegte Gewässer wieder offene Wasserflächen bieten. So entsteht ein Mosaik unterschiedlich weit fortgeschrittener Feuchtlebensräume, das vielen Arten zugutekommt.

 

Neben der bereits umgesetzten Maßnahme sind für den Herbst 2026 fünf weitere Projekte vorgesehen. Dabei sollen zusätzliche Mulden angelegt und schon bestehende Tümpel saniert werden. So wird der Verbund aus verschiedenen Feuchtlebensräumen weiter ausgebaut und die ökologische Funktion der Elbertsaue als Teil der Kinzigauen langfristig gestärkt.

 

(c) GNA| 2025

 

 

Starke Partner für den Schutz der Elbertsaue

 

Projektpartner der GNA sind die Stadt Gelnhausen und die Natur- und Vogelschutzgruppe Meerholz-Hailer. Die Umsetzung der insgesamt sechs Maßnahmen wird durch verschiedene Fördermittel und Stiftungen ermöglicht.

 

Drei Projekte werden über die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) gefördert, ein weiteres durch Ausgleichsgelder des Main-Kinzig-Kreises.

 

Die beiden verbleibenden Maßnahmen werden anteilig von der

Carl-Albrecht-von-Treuenfels-Stiftung für Feuchtgebiete

sowie der Heinz Sielmann Stiftung mitfinanziert.

 

 

Für lebendige Auen

Im Fokus stehen Arten der Bäche und Flüsse, der Bach- und Flussauen,

der Quellen und der vom Wasser geprägten Auenwälder. Wer diese Ziele unterstützen möchte, kann uns mit einer Spende fördern:

 

Raiffeisenbank Rodenbach, IBAN: DE75 5066 3699 0001 0708 00.

 

Die Spenden kommen der Elberstaue zugute und sind steuerlich absetzbar. 

 

(c) GNA | 2025