Aktuelles

31. März 2020 | Neues Faltblatt

 

Lieblingstier Fischotter

 

Der Fischotter ist eine der Säugetierarten, die in ganz Europa sehr stark bedroht ist. Bundesweit ist er sogar "vom Aussterben bedroht". Daher soll ihm in den kommenden Jahren die Rückkehr an die Kinzig „aus eigener Kraft“ erleichtert werden. Dazu kooperiert die GNA seit Anfang 2018 mit der renommierten Heinz Sielmann Stiftung, die das gemeinsame Vorhaben „Vorfahrt für den Fischotter“ unterstützt und fördert.

 

Um dem Fischotter die eigenständige Wiederbesiedlung zu erleichtern, ist neben Maßnahmen zur Lebensraumentwicklung, wie sie von der GNA seit Jahren in den Auen der Kinzig durchführt werden, auch die Reduzierung der Gefahren durch den Straßenverkehr von entscheidender Bedeutung. Zwischen Hanau und Wächtersbach wird daher die Kinzig bis 2021 auf
47 Flusskilometern kartiert, alle Brückenbauwerke hinsichtlich ihrer Passierbarkeit beurteilt und Maßnahmen empfohlen.

 

Wer mehr darüber wissen möchte, kann ab heute kostenlos das druckfrische Faltblatt zum Fischotter in der Reihe "Artenschutz am Gewässer" anfordern unter 06184 - 9933797 oder gna.aue@web.de
oder auch per Post an: GNA e.V., Mühlstraße 11, 63517 Rodenbach.

 

Spenden & Patenschaften helfen im Artenschutz: Zur Unterstützung des wichtigen Artenschutzprojektes bittet die GNA um Spenden auf das Konto IBAN: DE 75 5066 3699 0001 0708 00 bei der Raiffeisenbank Rodenbach (BIC: GENODEF1RDB). Stichwort: Fischotter.

 

Als gemeinnützige Naturschutzorganisation ist die GNA berechtigt, Zuwendungsbestätigungen für das Finanzamt auszustellen. Bei Angabe von Name und Adresse erhält man ab einem Betrag von 50 Euro automatisch eine Spendenbescheinigung. Bei Beträgen darunter bittet die GNA um einen Hinweis, dass eine Bescheinigung benötigt wird.

 

Übrigens: Auch Patenschaften helfen, die Lieblingstierart zu bewahren. Mehr Infos unter: https://www.gna-aue.de/spenden-helfen/patenschaft/.

Weißstörche umkreisen besetztes Rodenbacher Stammnest. © GNA

 

24. März 2020 | Der Weißstorch

 

Eleganter Segelflieger und erbitterter Revierkämpfer

 

Hier wurden vor etlichen Jahren Maßnahmen zur Vergrößerung und Pflege eines Nahrungstümpels durchgeführt und 2012 ein marodes Storchennest in Stand gesetzt. Am 16. März 2020 unternahmen die Mitarbeiter*innen der GNA eine Besichtigung der Flächen und beobachteten zahlreiche Weißstörche.

 

„Wow“, sagt die derzeitige Praktikantin, „So etwas habe ich noch nie gesehen!“. Und auch die beiden erfahrenen Naturschützer Susanne Hufmann und Günter Könitzer sind beeindruckt von dem Schauspiel, das sich ihnen bietet.

 

Um ein einziges Storchennest im Rodenbacher Naturschutzgebiet, das aber schon besetzt ist, kreisen mehr als zehn Weißstörche. Immer wieder fliegen die Kontrahenten das Männchen an und versuchen, es zu ver-treiben. Dabei fahren sie im Flug ihre Füße aus und streifen es. Und immer wieder folgt darauf aufgeregt Geklapper des Nestverteidigers.

 

Die Weißstörche sind gerade erst über die Westroute aus Afrika zurück-gekommen. Sie nutzen dabei die Thermik, um im energiesparenden Segel-flug weite Strecken bewältigen zu können. Täglich fliegen sie 150 bis 200 km und erreichen über die Straße von Gibraltar Europa.

 

Die Zugvögel sind ihrem Nistplatz sehr treu. In der Regel treffen sich Männchen und Weibchen, die schon im Vorjahr erfolgreich zusammen brüteten, wieder am gleichen Nest. Es ist aber auch möglich, dass sich
das Männchen, welches zuerst am Brutstandort eintrifft, mit einer neuen Weißstorch-Dame verpaart. Unter den Rückkehrer kann es während dieser Zeit heftige Revierkämpfe geben, die oft blutig - aber kaum tödlich - enden.

 

Haben sich zwei Weißstörche gefunden, wird das Nest gemeinsam aus-gebessert: Jedes Jahr wird eine neue Schicht aufgebaut, so dass solche Nester enorm hoch und bis zu 2 Tonnen schwer werden können! Das Paar begrüßt sich mit lautem Geklapper, weshalb der Weißstorch auch als Klapperstorch bekannt ist. Klappern ist neben gelegentlichem Fauchen seine einzige Lautäußerung.

 

Auch im Pappelwäldchen von Rodenbach konnte das GNA-Team fünf besetzte Storchennester zählen. Überall wurde fleißig Nistmaterial gesammelt und verbaut. Insgesamt gibt es derzeit
12 besetzte Nester allein in Niederrodenbach.

 

Weißstörche sind Nahrungsopportunisten. Das bedeutet, sie fressen, was sie gerade bekommen können. Zur Zeit ihrer Heimkehr von Februar bis März - heutzutage immer öfter auch schon im Januar - finden sie noch keine Frösche oder andere Amphibien, weshalb sie sich mit anderen Kleintieren wie Mäusen und Würmern zufriedengeben. Ein Weißstorch benötigt etwa 500 g Futter täglich. Anders sieht es aus, wenn Anfang April die Küken schlüpfen: Ein Storchenpaar mit vier Küken muss täglich mehr als fünf Kilogramm Futter ins Nest bringen, um diese satt zu kriegen. Im offenen Feuchtland kommt es deshalb häufig vor, dass Störche auch Eier oder Küken seltener Wiesenbrüter wie dem Kiebitz erbeuten.

 

Die Bestände der Weißstörche haben sich heutzutage wieder erholt, so dass besetzte Nester, wie auch hier in Rodenbach, zum Glück keine Seltenheit mehr sind. Im Jahr 1988 war der Tiefpunkt der Storchenpopulation erreicht – in einer Bestandszählung wurden bundesweit weniger als 3.000 Brut-paare gezählt. 2017 wurden in Deutschland wieder ca. 6.000 Brutpaare beobachtet (NABU). 

 

Deshalb ist die Freude, auch auf Seiten der GNA, umso größer, wenn in den nächsten Monaten mit anzusehen ist, wie die Küken größer werden, ihre ersten Flugübungen unternehmen und dann im August noch vor ihren Eltern das Nest verlassen, um die lange Reise Richtung Afrika anzutreten. „Allerdings ist anzumerken, dass in der Rodenbacher Aue und Umgebung derart viele Störche gesichtet werden, dass man vielleicht schon von einer zu großen Population sprechen muss. All diese Störche sind auf Nahrung angewiesen, die sie vor allem aus der Aue beziehen.“, berichtet Susanne Hufmann. Darunter sind viele gefährdete Amphibien wie der Laubfrosch und die Gelbbauchunke. Diesen Arten wurde es in den letzten Jahren – unter anderem durch die Arbeit der GNA - überhaupt erst ermöglicht, sich wieder anzusiedeln.

 

Ihr Interesse an Weißstörchen ist geweckt?

Dann sind Sie - vorbehaltlich der weiteren Entwicklungen in der Corona-Krise - herzlich eingeladen zur Exkursion „Die Reise der Störche“ am Mittwoch, den 17. Juni von 18.00 bis 19.30 Uhr. Dort berichten Susanne Hufmann und Günter Könitzer über das außergewöhnliche Zugverhalten und das Familienleben in Rodenbacher Storchennestern. Treffpunkt ist der Parkplatz beim Landhof Schmidt in Niederrodenbach. 
Die GNA erhebt einen Kostenbeitrag von 4 Euro pro Person, die Teilnahme von Kindern und Jugendlichen ist kostenlos. Die Einnahmen kommen ausschließlich den Auenschutzprojekten der GNA zu gute.

11. März 2020 | Fachkundige Führung

 

Ein Vogelparadies in der Entwicklung

 

Mitten im Main-Kinzig-Kreis finden sich Jahr für Jahr zahllose Wat- und Wasservögel zum Rasten und Überwintern ein. Das nicht ohne Grund, denn vor inzwischen 11 Jahren wurden der Ruhlsee und ein Abschnitt der Kinzig naturnah umgestaltet. Heute ist die „Kinzigaue von Langenselbold“ nicht nur Naturschutzgebiet, sondern auch ein von der EU unter Schutz gestelltes „FFH-Gebiet“.

 

Die von der GNA initiierte, in fünf Jahren geplante und von 2009 bis 2010 umgesetzte Renaturierung hat sich als äußerst erfolgreich herausgestellt. So ist der Naturschutzsee heute mit einer drei Hektar großen Flach-wasserzone nicht nur Rastplatz für viele Vögel, sondern endlich auch als Brutgebiet von Bedeutung. Die extensiv bewirtschafteten Wiesen rund um den See gehören schon seit langem wieder zum Nahrungsrevier der Weißstörche. Dazu gesellen sich immer mehr Grau- und Silberreiher. Der starke Besucherdruck und der Hundetourismus machen allerdings den wiesenbrütenden Vogelarten wie Kiebitz und Bekassine das Leben schwer und ein Brüten nahezu unmöglich.

 

Neben Orchideen beherbergt das wertvolle Grünland viele andere seltene und bedrohte Pflanzenarten. Hier findet man auch einen der letzten feuchten Eichen-Hainbuchen-Wälder, der durch die Landesstraße in das „Bockgehörn“ und den „Stellweg“ unterteilt wird. Im Bockgehörn herrscht eine weitere Naturschutzstrategie vor. Gemeint ist der „Prozessschutz“, wonach in die natürlichen Prozesse des Ökosystems Wald nicht eingegriffen werden darf und soll. Die Prozesse im Wald - vom Wachsen über das Werden und Vergehen – sollen ungestört ablaufen. Dies bedeutet vor allem, dass keine Bäume gefällt und kein Totholz entnommen werden darf.

 

Naturschutz und Erholung im Einklang?

Während der Langenselbolder Kinzigsee ganz der Freizeitnutzung und dem Wassersport zur Verfügung steht, sollen am Ruhlsee Naturschutz und Erholung in Einklang gebracht werden. Neben Joggern und Radfahrern sind es vor allem Spaziergänger, die die weithin offene Landschaft schätzen und die Ruhe genießen. Damit Erholungssuchende informiert und unbeschwert die Natur genießen können, veröffentlichte die GNA in Zusammenarbeit mit der Stadt Langenselbold ein Faltblatt, das kostenlos angefordert werden kann. Darin finden sich wichtige Hinweise für Besucher/innen mit Hund.

 

Wenn die Führung stattfindet, ist der Treffpunkt der Parkplatz bei der Baumschule Müller. Wettergerechte Kleidung und festes Schuhwerk werden empfohlen. Bitte Fernglas und/oder Spektiv mitbringen, wenn vorhanden. Die Führung dauert etwa 1,5 Stunden.

 

Die GNA bittet um einen Kostenbeitrag von 4 Euro pro Person, die Teilnahme von Kindern und Jugendlichen ist kostenlos. Die Einnahmen kommen ausschließlich den Auenschutzprojekten der GNA zu gute. Weitere Termine finden sich im Veranstaltungskalender 2020, der ebenfalls kostenlos angefordert werden kann.

6. März 2020 | Vortragsreihe "Unbekannte Lebensräume "

 

Quellen – Ursprung des Lebens

 

Seit 1996 werden durch den Landesverband für Höhlen- und Karst-forschung Hessen e.V. in Hessen Quellen erfasst und hinsichtlich ihres Zustandes untersucht. Nachdem sich am Anfang die Arbeit im Wesentlichen auf das Biosphärenreservat Rhön und den Nationalpark Kellerwald-Edersee beschränkte, werden zunehmend auch die Quellen im Bereich des Vogels-berges einbezogen.

 

Nach dem Bundesnaturschutzgesetz zählen Quellen zu den besonders geschützten Biotopen, die nicht verändert oder zerstört werden dürfen. Leider sind Quellen bedrohte Lebensräume: Verbauung und Verunreinigung setzen ihnen zu und mancherorts wird das Grundwasser knapp.

 

Ergebnisse dieser Untersuchungen werden vom Quellenforscher Stefan Zaenker am Freitag, den 20. März 2020 ab 19:00 Uhr in einem Vortrag vorgestellt. Die Forschungsergebnisse werfen ein neues Licht auf die Artenvielfalt im Quell- und Grundwasser. In unseren Quellen leben neben Eiszeitrelikten wie dem Alpenstrudelwurm und der Rhön-Quellschnecke auch zahlreiche seltene Grundwasserbewohner, die auch im Hinblick auf den Klimawandel neue Erkenntnisse bringen können.

 

Stefan Zaenker stellt in seinem Vortrag den Artenreichtum der heimischen Quellen vor, geht aber auch auf die verschiedenen Quelltypen, die Unter-suchungsmethoden sowie auf Gefährdungen und Schutzmaßnahmen ein.

 

Der Vortrag findet am 20. März 2020 ab 19 Uhr

im kleinen Saal der Rodenbachhalle statt.

Ort: Hanauer Landstraße 14, 63517 Rodenbach.

Einlass zum Vortrag ab 18:30 Uhr.

Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

5. März 2020 | Müllsammelaktion

 

Sauberhaftes Rodenbach

 

Vereine, Familien und Bürgerinitiativen machen hessische Städte und Gemeinden wieder startklar für den Frühling. In vielen Kommunen schwärmen engagierte Menschen aus, um Müll und Abfall, den andere achtlos auf Straßen, Wiesen, Feldern und im Wald entsorgt haben, einzusammeln.

 

Wie in jedem Jahr beteiligt sich die GNA mit ihrer Naturschutzjugend an der Müllsammelaktion, die von der Gemeinde Rodenbach koordiniert wird. Mit dabei sind auch wieder etliche ehrenamtliche Helfer*innen. Ziele der kleinen und großen Müllsammler sind das Quellgebiet Weidertsbörnchens und die Ufer des Rodenbachs im Ortsteil Niederrodenbach.

 

Die Gemeinde Rodenbach stellt Handschuhe, Müllbeutel und Greifzangen zur Verfügung. Helfer*innen, die die GNA unterstützen möchten, sind herzlich eingeladen, an der Aktion teilzunehmen.

 

Wann und wo? Treffpunkt ist am Samstag, den 14. März um 10 Uhr der Parkplatz am Wingertsweg (gegenüber dem Rodenbacher Bauhof).

2. März 2020 | Amphibienschutz in Gelnhausen

 

Feuchtbiotop Bechtoldsahl saniert

 

Durchgeführt wurde die Maßnahme von der GNA, die bereits 2018 für die Köhlersaue von Wächtersbach und Kinzigaue von Langen-selbold ähnliche Artenschutzschutzprojekte plante und umsetzte.

 

Ziel der umfangreichen Maßnahme ist es, durch die Renaturierung des „sanierungsbedürftigen Trittsteinbiotopes“ Bechtoldsahl im Überschwem-mungsgebiet von Gelnhausen eine ökologische Aufwertung der Kinzigaue zu erreichen. Der Lebensraum für seltene und bedrohte Amphibien soll hier nachhaltig verbessert werden. Langfristig sollen sich die Bestände von Gelbbauchunke, Laubfrosch und anderen Amphibienarten, darunter auch die der Erdkröte, stabilisieren. Insbesondere die Gelbbauchunke bereitet den Artenschützern derzeit große Sorgen, da ihre Vorkommen schwinden und die Bestände dramatisch schrumpfen.

 

Sorgenkind Gelbbauchunke

Die Gelbbauchunke zählt in Hessen zu den Amphibien, die am stärksten bedroht sind. Das bedeutet, dass die Art erheblich zurückgegangen ist. Außerdem ist ihr Überleben durch laufende und geplante menschliche Eingriffe ernstlich bedroht. Kann die aktuelle Gefährdung nicht abgewendet werden, rückt die Gelbbauchunke voraussichtlich in die Kategorie „Vom Aussterben bedroht“ vor.

 

„Um die Brisanz richtig zu verstehen, muss man wissen, dass die Gelbbauchunke in Europa endemisch ist, also nur hier vorkommt. Somit trägt nicht nur Deutschland, sondern auch Hessen eine ganz besondere Verantwortung für das kleine Amphib mit dem gelb-schwarzem Bauch.“, berichtet Susanne Hufmann, Biologin und Vorsitzende der GNA. Das größte Problem: Durch die Errichtung von immer mehr Gewerbegebieten und immer größeren Logistikcentern in der freien Landschaft hat die Unke großflächige Arealverluste erlitten. Der ebenfalls zunehmende Siedlungs- und Verkehrswegeausbau hat ihr Verbreitungsgebiet so stark zerschnitten, dass im Main-Kinzig-Kreis nur noch wenige Vorkommen existieren, die überdies sehr weit voneinander entfernt liegen und stark isoliert sind.

 

Was braucht die Unke?

Die Gelbbauchunke ist auf so genannte „dynamische Lebensräume“ spezialisiert, in denen immer wieder neue Tümpel entstehen. Als Pionierart besiedelt sie vor allem sich rasch erwärmende, vegetations­arme Gewässerbiotope, in denen Fressfeinde wie Fische, Molche und Libellenlarven noch fehlen. Deshalb ist es bei älteren Gewässern von Vorteil, wenn sie in regelmäßigen Abständen austrocknen. Das stark verlan­dete Feuchbiotop Bechtoldsahl befand sich in einem älteren Sukzessionsstadien und war daher als Laichgewässer vollkommen unbrauchbar. Durch den Rückschnitt des Gehölzriegels, die moderate Abflachung der Ufer, die Entschlammung und Entkrautung des Gewässers und eine flächige Erweiterung des Biotops auf jetzt immerhin 1.200 m² werden nun endlich die Bedingungen erfüllt, die Amphibien an ein funktionierendes Laich- und Fortpflanzungsgewässer stellen.

 

Wetter verursacht Zwangspause

Bereits im November 2019 startete das Vorhaben, indem man die überalterten Gehölze entlang des We­ges „auf Stock“ setzte und die Weiden zu Kopfbäumen schnitt. Dann allerdings kam das Vorhaben zum Erliegen: Starker und lang anhaltender Regen durchweichte derart den Boden, dass er – selbst mit speziell bereiften Baggern, Schleppern und Muldenkippern -  nicht mehr befahrbar war. Die witterungsbedingte Zwangspause dauerte bis Mitte Januar 2020. „Ein Alptraum für Naturschützer und Tiefbauunternehmer.“ berichtet Projektleiter Günter Könitzer (GNA). „Nicht nur, dass behördlicherseits die Renaturierung innerhalb eines bestimmten Zeitraumes abgeschlossen sein muss, da sonst die Gelder nicht mehr zur Verfügung stehen, sondern dass auch Baggerarbeiten mit Beginn der Brut- und Setzzeit im Außengelände nicht mehr zulässig sind.“ So kam es, dass - mit Einsetzen einer kurzen Frostperiode - sich ein kleines Zeitfenster öffnete, in denen die Arbeiten Tag und zum Teil auch in der Nacht durchgeführt werden mussten. Ende Januar konnten die Arbeiten dann endlich abgeschlossen werden.

 

Gute Zusammenarbeit

Das Projekt entstand im Juni 2018 in enger Kooperation mit der Natur- und Vogelschutz­gruppe Meerholz-Hailer, dem Landschaftspflegeverband Main-Kinzig, der Stadt Gelnhausen und dem Regie­rungspräsidium Darmstadt. Ermöglicht wurde es durch ein Förderinstrument für Naturschutzmaß­nahmen im ländlichen Raum. Auf Bundesebene wurde der nationale Rahmenplan der „Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrar-struktur und des Küstenschutzes (GAK)“ erweitert mit dem Ziel, investive Maßnahmen im ländlichen Raum zu fördern. Darunter fällt auch die Schaffung oder Wiederherstellung von Feuchtbiotopen und Kleingewässern. Die Fördermittel in Höhe von knapp 70.000 Euro stammen zu 60 % vom Bund und zu 40 % vom Land Hessen.

20. Februar 2020 | Vortrag in Rodenbach

 

Ist Ihr Garten klimafit?

 

Rodenbach. Die Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung (GNA) beschäftigt sich intensiv mit dem Natur- und Artenschutz in bedrohten Lebensräumen. Daher bietet sie erstmalig eine öffentliche und kostenfreie Vortragsreihe zum Thema „Unbekannte Lebensräume“ an, in der kompetente Fachleute zu Wort kommen.

 

Viele Menschen möchten etwas für den Artenschutz tun und beginnen damit vor ihrer eigenen Haustür: Sie legen einen naturnahen Garten an. Wie dieser aussehen kann und was man in Zeiten des Klimawandels beachten sollte, darüber referiert am Freitag, den 6. März ab 19 Uhr die Botanikerin Dr. Monika Pickert-Andres in ihrem Vortrag „Ist Ihr Garten klimafit?“.

 

Wildblumenwiesen, Tümpel, Vogelschutzhecken, Trockenmauern oder Reisighaufen: Den Ideen sind keine Grenzen gesetzt. „So schaffen Sie Schlupfwinkel, Nistplätze, Nahrungsquellen und Jagdreviere für eine Vielfalt an Insekten und heimischen Kleintieren, die Nützlinge für den Obst- und Gemüsegarten sind.“, berichtet die Referentin.

 

Mit ihrem Statement für die naturnahe Gartengestaltung setzt Pickert-Andres ein klares Zeichen gegen den Trend der vermeintlich pflegeleichten Steingärten. „Keine blühenden Pflanzen weit und breit, Bodenversiegelung, Beton und Steine, die sich gerade im Sommer stark aufheizen und für eine zusätzliche Wärmebelastung in unseren Wohnungen sorgen: Das kann es nicht sein.“ Denn Gärten und kleine Grünflächen haben eine besondere Bedeutung für die Artenvielfalt und das Klima in der Stadt und sind gerade in Zeiten des Klimawandels ein unschätzbarer Wert - für Mensch und Natur.

 

Der Vortrag findet am 6. März 2020 ab 19 Uhr im kleinen Saal der Rodenbachhalle statt. Ort: Hanauer Landstraße 14, 63517 Rodenbach. Einlass zum Vortrag ab 18:30 Uhr.

Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

5. Februar 2020 | Kleine Vortragsreihe startet im März

 

Unbekannte Lebensräume

 

Viele Menschen möchten etwas für den Artenschutz tun und beginnen damit vor ihrer eigenen Haustür: Sie legen einen naturnahen Garten an. Wie dieser aussehen kann und was man in Zeiten des Klimawandels beachten sollte, darüber referiert am Freitag, den 6. März ab 19 Uhr
die Botanikerin Dr. Monika Pickert-Andres in ihrem Vortrag
„Ist Ihr Garten klimafit?“.

 

Wildblumenwiesen, Tümpel, Vogelschutzhecken, Trockenmauern oder Reisighaufen: Den Ideen sind keine Grenzen gesetzt. „So schaffen Sie Schlupfwinkel, Nistplätze, Nahrungsquellen und Jagdreviere für eine Vielfalt an Insekten und heimischen Kleintieren, die Nützlinge für den Obst- und Gemüsegarten sind.“, berichtet die Referentin, die schon seit einigen Jahren ehrenamtlich für die GNA tätig ist. Mit ihrem Statement für die naturnahe Gartengestaltung setzt Pickert-Andres ein klares Zeichen gegen den Trend der vermeintlich pflegeleichten Steingärten. „Keine blühenden Pflanzen weit und breit, Bodenversiegelung, Beton und Steine, die sich gerade im Sommer stark aufheizen und für eine zusätzliche Wärme-belastung in unseren Wohnungen sorgen: Das kann es nicht sein.“ Denn Gärten und kleine Grünflächen haben eine besondere Bedeutung für die Artenvielfalt und das Klima in der Stadt und sind gerade in Zeiten des Klimawandels ein unschätzbarer Wert - für Mensch und Natur.

 

Am Freitag, den 20. März (19 Uhr) stellt der Vorsitzende des Landesverbands für Höhlen- und Karstforschung Hessen e.V., Stefan Zaenker, einen weiteren bedrohten Lebensraum und seine Bedeutung vor. In dem Vortrag „Quellen – Ursprung des Lebens“ berichtet der Experte über verschiedene Quelltypen, Standorteigenschaften und die weithin unbekannte Quellenfauna, denn viele Quelltiere sind meist klein, unscheinbar und oft nicht mit dem menschlichen Auge erfassbar.

 

Am Freitag, den 24. April (19 Uhr) berichtet der Biologe und Gewässerfachmann Thomas Andres (GNA) über „Hitze, Trockenheit, Starkregen – Stress für unsere Gewässer“. Andres beleuchtet die Auswirkungen klimatischer Veränderungen auf die Gewässerökologie, die eine Reihe von Prozessen hervorrufen, die sich letztlich auf Pflanzen und Tiere auswirken: Manche Arten werden seltener oder sterben aus, andere Arten wandern ein. Letztlich ändern sich Lebensgemeinschaften und die Funktionsweise des Naturhaushalts.

 

Alle Vorträge finden im kleinen Saal der Rodenbachhalle statt. Ort: Hanauer Landstraße 14, 63517 Rodenbach. Einlass zum Vortrag ab 18:30 Uhr. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

21. Januar 2020 | Restcent-Spende für den Fischotter

 

Mitarbeiter*innen der Commerzbank unterstützen
Artenschutz im Main-Kinzig-Kreis

  • Restcent-Spende in Höhe von 5.900 Euro kommt Fischotter zugute
  • Susanne Hufmann, Vorsitzende der Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung: „Wir freuen uns, dass wir in unseren Bemühungen so tatkräftig unterstützt werden.“

„Rund 50 Jahre lang galt der Fischotter in Hessen als ausgestorben. Doch diese Bewertung gehört der Vergangenheit an“, berichtet die GNA-Vorsitzende, Susanne Hufmann.

 

Wiederbesiedlung durch Fischotter den Weg bereiten

Um dem Fischotter eine Wiederbesiedlung der Fließgewässersysteme im Main-Kinzig-Kreis zu erleichtern, ist - neben den vielen Maßnahmen zur Lebensraumentwicklung, wie sie von der GNA seit Jahren durchgeführt werden - vor allem die Reduzierung der Gefahren durch den Straßen-verkehr von entscheidender Bedeutung. Daran arbeitet die GNA zurzeit verstärkt und wird dafür auch die Restcent- Spende der Commerzbank verwenden. „Wir freuen uns, dass wir in unseren Bemühungen so tatkräftig unterstützt werden“, so Hufmann weiter.

 

Bereits 2011 wurde die Eignung des östlichen Main-Kinzig-Kreises als potentieller Fischotter- Lebensraum geprüft. Aufgrund seiner dünnen Besiedlung, großen verkehrsarmen und unzerschnittenen Gebieten sowie natürlich strukturierten Fließgewässerabschnitten weist er ein großes Potential auf. 2014 berichtete dann das Hessische Umweltministerium von Nachweisen an der Eder, im Vogelsbergkreis sowie im Spessart an der hessischen Landesgrenze im Main-Kinzig-Kreis. Letzteres konnte die GNA 2016 und 2017 bestätigen: Am Unterlauf der Kinzig fanden sich eindeutige Trittsiegel der zweitgrößten heimischen Marderart.

 

Restcent-Spende: kleine Spende mit großer Wirkung

„In der Regel stehen auf unseren Gehaltsabrechnungen keine glatten Summen“, benennt die Projekt-leiterin Restcent-Spende bei der Commerz-bank, Katrin Werner, den Ausgangspunkt der Initiative. „Alles rechts hinter dem Komma, also die Cent-Beträge - zwischen 1 und 99 Cent - können die Kolleginnen und Kollegen von Commerzbank und Commerz Real spenden“, führt Werner weiter aus. „Das geschieht auf freiwilliger Basis. Die Ab-buchung erfolgt automatisch.“

 

„Für den einzelnen ist es ein kleiner Beitrag, aber durch die Restcent-Spende kommt schnell eine stattliche Summe zusammen“, so Werner. Auf diese Weise hat die Frankfurter Bank in den vergangenen Jahren zahlreiche Projekte im In- und Ausland unterstützt. Jeweils zum Jahresende entschei-den die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter per Online-Abstimmung über die Verteilung der Gesamtspendensumme. „Die Mittel werden auf drei Projekte verteilt, so dass wir jeweils immer eine soziale Einrichtung im In- und im Ausland sowie eine Umwelt-Initiative fördern können“, sagt Werner. 

20. Janaur 2020 | Kinder werden zu Waldforschern

 

Mit dem Waldrucksack unterwegs

 

Das bereits im letzten Jahr erarbeitete und erprobte Programm „Mit dem Waldrucksack unterwegs“ soll ab 2020 sehr viel Wissen und noch mehr Begeisterung für die Natur in Kindergärten, Kindertagesstätten und Grundschulen tragen. „Das ist wichtiger denn je, denn viele Kinder haben oft nicht mehr die Möglichkeit, ihre Freizeit in der Natur zu verbringen.“, erläutert GNA-Vorsitzende Susanne Hufmann die Intention der in Rodenbach ansässigen Naturschutzorganisation.

 

Der Wald biete zahlreiche Lernanreize, die für eine gesunde Entwicklung unverzichtbar seien. Das pädagogische Konzept beinhaltet die ganzheitliche Erforschung und Erkundung des Lebensraums und richtet sich an Kinder ab fünf Jahre. Erzieher*innen und anderes pädagogische Personal werden während der Veranstaltung vor Ort in die Abläufe eingebunden. Leitung und Durchführung erfolgt durch die Umweltpädagogin Anke Bissert-Bendel, die als ehemalige Grundschullehrerin und Jugendgruppenleitung sehr viel Erfahrung aufzuweisen hat.

 

Das spielerisch und erlebnisorientiert ausgerichtete Programm findet - nach Vereinbarung - von März bis Oktober statt, wobei alle Lehr- und Lernmaterialen im "Waldrucksack" mitgebracht werden. Vier verschiedene Bausteine stehen zur Wahl, wobei auch Kombinationen möglich sind:

 

Baustein 1: „Was krabbelt im Wald?“- Mit Becherlupen und Karteikarten im Wald unterwegs. Kinder suchen am Waldboden, im Totholz oder anderen Verstecken Gliederfüßer, beobachten sie genau, zeichnen und bestimmen sie. Am Ende ordnen sie die entdeckten Tiere der passenden Tiergruppe (Insekten, Spinnen, Krebstiere, Tausendfüßer, evtl. auch Schnecken, Würmer und Amphibien) zu. Altersempfehlung: ab 5 Jahre.

 

Baustein 2: „Bäume im Wald“- Mit Naturerfahrungsspielen, Lupen und Karteikarten unterwegs. Kinder erkunden die Bäume des Waldes. Sie sammeln Blätter, Samen und Früchte und ordnen sie den passenden Laub- und Nadelbäumen zu. Sie fühlen und vergleichen die verschiedenen Rinden und erfahren viel über das Wachstum und die Keimung. Auch die Verfärbung und das Abfallen der Blätter im Herbst werden thematisiert. Altersempfehlung: ab 5 Jahre.

 

Baustein 3:„Waldstockwerke“- Mit Spiegeln, Lupen und Karteikarten auf Entdeckungstour. Kinder erkunden mit Spiegeln und Lupen die verschiedenen Stockwerke des Waldes mit ihren typischen pflanzlichen und tierischen Bewohnern. Danach werden Pilze, Moose, Farne, Waldblumen, Sträucher und Bäume und die dort lebenden Tiere sicherlich mit ganz anderen Augen gesehen. Altersempfehlung: ab der 3. Klasse.

 

Baustein 4: „Tiere des Waldes“ - Mit Lupen und Karteikarten den Tieren auf der Spur. Die Kinder suchen nach Tieren und Tierspuren im Wald. Sie erforschen ein Waldtier genauer und stellen es den anderen vor. Altersempfehlung: ab der 2. Grundschulklasse.

 

Weitere Hinweise

Eine Veranstaltung dauert - nach Absprache - zwischen 90 und 120 Minuten und kostet 120 Euro (zuzüglich 0,25 Euro pro gefahrenen Kilometer). Voraussetzung ist ein Wald oder waldähnliches Areal in der näheren Umgebung der Einrichtung. Zum Schluss erhält jedes Kind ein schön gestaltetes Waldforscherdiplom. Übrigens: Das Programm ist auch für Kindergeburtstage bestens geeignet.

 

Damit der Spaß unter freiem Himmel nicht getrübt wird, empfiehlt die GNA robuste und wetterangepasste Kleidung, die schmutzig und nass werden darf. Je nach Wetterlage sind feste, geschlossene Schuhe, lange Socken und Hosen, Regenjacken, Sonnenkappen, Sitzkissen sowie die Mitnahme von Getränken und Verpflegung angezeigt.

 

Nähere Informationen erteilt Anke Bissert-Bendel (GNA) unter der Telefonnummer 06184 – 59 14 111 oder per E-Mail waldrucksack@online.deHier werden auch die Anmeldungen entgegengenommen. Eine frühzeitige Kontaktaufnahme und Reservierung wird empfohlen.

 

Zur Unterstützung ihrer Umweltbildungsarbeit bittet die GNA um Spenden auf das Konto IBAN: DE 75 5066 3699 0001 0708 00 (Raiffeisenbank Rodenbach). Als gemeinnützige Naturschutzorganisation ist die GNA zur Ausstellung von Spendenbescheinigungen zwecks Vorlage beim Finanzamt berechtigt.