Aktuelles

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12. Juni 2026 | Herbstzeitlose-Bekämpfung mittels Roboter

 

Innovative Lösung für Landwirtschaft und Naturschutz

 

„Damit wird dies auch zum Problem für den Naturschutz, denn Wiesen sind ein wertvoller Lebensraum für viele bedrohte Arten“, erläutert Dr. Helmut Steiner, Projektmanager der Gesellschaft für Naturschutz und Auenent-wicklung (GNA). „Aus diesem Grund beschäftigen wir uns mit einer mög-lichst naturverträglichen Rückdrängung der Herbstzeitlose.“

 

Gemeinsam mit dem bayerischen Startup Paltech GmbH erprobt die GNA seit 2022 die automatisierte Bekämpfung der Herbstzeitlose durch Agrar-roboter. Das Vorhaben wird vom Land Hessen im Rahmen des Hessischen Programms für Agrarumwelt- und Landschaftspflege-Maßnahmen (HALM) gefördert.

 

Die Idee dahinter ist einfach: Ein Roboter soll die Herbstzeitlose auf Grünlandflächen erkennen und gezielt deren Knolle zerstören. Dadurch wird die Pflanze dauerhaft entfernt, ohne dass chemische Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden müssen. Die Technologie könnte künftig einen wichtigen Beitrag zu einer umweltfreundlichen und nachhaltigen Bewirtschaftung von Wiesen leisten.

 

In der praktischen Umsetzung zeigt sich jedoch, dass die Aufgabe deutlich komplexer ist als zunächst angenommen. „Wie viel Entwicklungsarbeit hinter einem neu auf dem Markt erscheinenden Roboter steckt, wird beim späteren Einsatz oft unterschätzt. Wir stehen noch am Anfang dieses Entwicklungsprozesses“, betont Dr. Steiner.

 

Eine besondere Herausforderung ist die zuverlässige Erkennung der Pflanzen. Blätter und Blüten unterscheiden sich in Größe, Form, Farbe und Ausrichtung. Zudem verändern Lichtverhältnisse, Überdeckungen durch andere Pflanzen oder niedergefahrene Bestände das Erscheinungsbild erheblich. Während Menschen solche Unterschiede intuitiv erfassen können, müssen Computer diese Fähigkeiten erst durch umfangreiche Trainingsdaten erlernen.

 

Darüber hinaus muss der Roboter seine Position auf der Fläche präzise bestimmen, geeignete Suchstrategien entwickeln und unnötige Fahrwege vermeiden. Werden mehrere Roboter gleichzeitig eingesetzt, ist zusätzlich eine koordinierte Kommunikation zwischen den Systemen erforderlich.

 

Praktische Probleme im Feldeinsatz. Doch nicht nur die Software stellt die Entwickler vor Herausforderungen. Auch die mechanische Umsetzung erweist sich als anspruchsvoll. Um die unterirdischen Knollen zuverlässig zu zerstören, muss genau bestimmt werden, wie tief und mit welchem Durchmesser gebohrt werden soll. Werden die Parameter zu großzügig gewählt, steigen Zeit- und Energieaufwand erheblich. Werden sie zu knapp bemessen, könnten einzelne Knollen übersehen werden.

 

Die GNA erprobt gemeinsam mit Paltech auf ihren Versuchsparzellen die Praxistauglichkeit der Roboter und vergleicht und dokumentiert die Ergebnisse der Bohrtätigkeiten mit denen der Vorjahre, um eine fundierte Bewertung der Effizienz des Verfahrens vornehmen zu können. Es zeigt sich, dass die technischen Weiterentwicklungen der letzten Jahre die Wirksamkeit deutlich erhöhen.

 

Trotz vieler Herausforderungen sehen die Projektpartner großes Potenzial in der Technologie. Gerade aus Naturschutzsicht besteht Bedarf an alter-nativen Verfahren. „Wir glauben an den Roboter“, fasst Dr. Steiner zusam-men. „Wir sehen keine Alternative dazu. Eine frühe Mahd oder ein frühes Mulchen sind insbesondere für bodenbrütende Vogelarten wie den Kiebitz, die Bekassine und das Braunkehlchen nicht zuträglich. Daher ist die GNA als Naturschutzorganisation besonders gefordert, eine bessere und natur-verträglichere Lösung zu finden. Aber wir haben noch ein gutes Stück Weg vor uns.“

 

Fazit: Das Projekt zeigt, wie moderne Robotik dazu beitragen kann, land-wirtschaftliche und naturschutzfachliche Ziele miteinander zu verbinden. Auch wenn bis zur Praxistauglichkeit noch Entwicklungsarbeit erforderlich ist, zeichnet sich bereits heute das Potenzial einer innovativen und nach-haltigen Methode zur Bekämpfung der Herbstzeitlose ab.

 

Über die GNA. Seit über 20 Jahren setzt sich die gemeinnützige Gesell-schaft für Naturschutz und Auenentwicklung (GNA) für den Erhalt der Natur und der biologischen Vielfalt in der Region ein. Mit zahlreichen Projekten engagiert sich die GNA für den Schutz wertvoller Lebensräume sowie gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Zur Unterstützung dieser wichtigen Naturschutzarbeit freut sich die GNA über Spenden. Diese können auf das Konto der GNA bei der Raiffeisenbank Rodenbach überwiesen werden:

IBAN: DE75 5066 3699 0001 0708 00

3. Juni 2026 | Die Reise der Störche

 

Zugrouten, Brut und Auenprojekte

 

„Das Röhrig von Rodenbach ist ein ganz besonderes Feuchtgebiet, das seinen Ursprung der Kinzig verdankt. Bereits 1959 wurde es wegen seiner Bedeutung für die Vogelwelt als Naturdenkmal unter Schutz gestellt. Seit 1976 ist es offiziell Naturschutzgebiet, in dem mehr als 130 Vogelarten dokumentiert wurden. Kiebitze, Bekassinen und Zwergschnepfen machen hier Rast. Grau- und Silberreiher schreiten über die feuchten Wiesen und gelegentlich sind auch Teich- und Schilfrohrsänger zu hören. Und nach fast 40 Jahren Abwesenheit haben die Weißstörche Rodenbach im Jahr 2000 wieder entdeckt“, berichtet Susanne Hufmann, Biologin und Vorsitzende der GNA.

 

Ein Schwerpunkt der Führung ist das veränderte Zugverhalten der Störche: Viele Störche machen sich nicht mehr auf den kräftezehrenden und gefähr-lichen Weg in die afrikanischen Winterquartiere. Die sogenannten "West-zieher", zu denen auch die Rodenbacher Störche zählen, überwintern zu-nehmend in Spanien, Südfrankreich oder direkt in Hessen.

 

Adebar baut wieder eigene Nester

Wenn die Weißstörche nach ihrer langen Reise aus dem Süden an die Kinzig zurückkehren, stellt die Suche nach einem Nistplatz heutzutage kein Pro-blem mehr dar. Neben Bruten auf Nisthilfen, die von Naturschutzorganisa-tionen errichtet wurden, gibt es inzwischen wieder viele Baumbruten. Besonders beliebt als Niststandorte sind in Rodenbach die Pappelreihen direkt am Bach.

 

Auenprojekte für den Weißstorch

Den Artenschützern von der GNA ist es wichtig, dem großen Wiesenvogel intakte Lebensräume zu bieten, in denen er genügend Nahrung findet. Deshalb setzt sich die GNA für den Schutz der Brutgebiete und den Erhalt der Auen und Feuchtwiesen im Kinzigtal ein.

 

Im Mittelpunkt der Arbeit stehen aktuell groß angelegte Auenprojekte, darunter die Renaturierung des Feuchtgebiets Herrenbruch in Hassel-roth und die Reaktivierung der Elbertsaue bei Gelnhausen. Beides sind typische Auenlandschaften, die durch extensiv genutzte Mähwiesen und Weiden landwirtschaftlich geprägt sind.

 

Um den Offenlandcharakter der Elbertsaue wiederherzustellen und Nah-rungs-, Rast- und Brutflächen anbieten zu können, werden von der GNA und ihren Kooperationspartnern überalterte Gehölz- und Brombeerbestände entfernt, vorhandene Feuchtbiotope saniert und neue Gewässerbiotope angelegt, die den Weißstörchen als Nahrungstümpel dienen.

 

Fachkundige Exkursion in der Rodenbacher Aue

Am Mittwoch, den 24. Juni, berichten Günter Könitzer und Susanne Hufmann ab 18 Uhr über Lebensweise, Zugverhalten und Zugrouten der Störche. Treffpunkt ist der Parkplatz am Landhof Schmidt (Kinzigstraße 11, 63517 Rodenbach). Bitte Ferngläser mitbringen, sofern vorhanden.

Die Führung dauert etwa 1,5 Stunden. Die Teilnahmegebühr von 4 Euro kommt dem Artenschutzprojekt Weißstorch zugute. Kinder und Jugendliche können kostenlos teilnehmen.

 

Faltblatt zum Weißstorch

Die Geschichte des Weißstorches ist in Hessen dank umfangreicher Schutz-maßnahmen eine Erfolgsgeschichte. Ein Faltblatt der GNA informiert über den vielseitigen Jäger und Langstreckenflieger und ist kostenlos erhältlich unter Telefon 06184 9933797 oder per E-Mail an gna.aue@web.de.

 

Storchenpaten gesucht

Die GNA sucht Menschen, die das Artenschutzprojekt Weißstorch als Paten nachhaltig und langfristig unterstützen möchten. Patenbeiträge gelten als Spenden und können steuerlich als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Eine Patenschaft kann jederzeit und ohne Angabe von Gründen beendet werden. Das Spendenkonto der GNA bei der Raiffeisenbank Rodenbach lautet: IBAN: DE75 5066 3699 0001 0708 00, Stichwort: Weißstorch. Für die Ausstellung einer Spendenquittung und die Zusendung der Urkunde bitte den vollständigen Namen und die Anschrift angeben.

 

Spenden helfen

Wer die Arbeit der Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung und ihre Projekte unterstützen möchte, kann dies mit einer Spende tun. 

26. Mai 2026 | Praktikanten schreiben für die GNA

 

Die Störche in Rodenbach

 

„Es war ein wunderschönes Gefühl, all diese Störche zu sehen.“ berichtet Lars Pohl, Schüler der Käthe-Kollwitz-Schule in Langenselbold, der zurzeit ein Betriebspraktikum bei der GNA absolviert und den Naturschützern bei ihrer Arbeit zwei Wochen lang „über die Schulter“ schaut.

 

Insgesamt fand das zweiköpfige Team, zu dem auch der Artenschützer Günter Könitzer (GNA) zählte, insgesamt 14 Storchennester, von denen 12 besetzt waren. In jedem Nest saßen etwa zwei bis drei Storchenjunge, so dass die Anzahl an Jungvögeln auf etwa 26 bis 30 Exemplare geschätzt wurde.

 

Schwerer als ein Pferd. „Es ist einfach nur erstaunlich, wie schwer diese Nester werden können. Manche wiegen sogar über eine Tonne und sind damit schwerer als die meisten Pferde. Ein Grund ist, dass die Storchen-eltern nie aufhören, an ihrem Nest zu bauen. Das kann aber für Probleme sorgen, wenn sie zum Beispiel auf einem zu schwachen Ast nisten, der abbricht. Dann müssen sie ein komplett neues Nest aufbauen.“ äußerte
der Achtklässler.

 

„Was aber sehr gut war, dass wir kein einziges Storchennest auf einem Strommast gefunden haben. Störche sind nämlich Nistplatz-Traditionali-sten. Wenn sie ihr Nest einmal auf einem Strommast bauen, machen sie das immer wieder. Die Küken, die in einem solchen Nest groß werden, sind darauf geprägt und werden dann ebenfalls an diesem Standort ein Nest bauen. Dieses Nistverhalten könnte zu Stromausfällen führen, aber vor allem können die Störche an Stromschlägen und Kollisionen mit den Hochspannungsleitungen sterben.“ berichtete Könitzer.

 

Störche sind Zugvögel. Es gibt zwei verschiedene Gruppen, die sich im Zugverhalten unterscheiden. Die „Westzieher“ und die „Ostzieher“. Eine genaue Grenze gibt es nicht. Wer wohin zieht, wird grob durch die Elbe und durch ihre genetische Herkunft entschieden. Wer westlich von der Elbe brütet, ist meist ein Westzieher und wer östlich der Elbe brütet, meist ein Ostzieher.

 

Die Routen könnten nicht unterschiedlicher sein. Die „Westzieher“ fliegen über Frankreich und Spanien nach Westafrika. Es gibt allerdings mittlerweile westziehende Störche, die den Flug verkürzen und auf der Iberischen Halbinsel überwintern. Der Klimawandel und Mülldeponien, die als Nahrungsquelle dienen, machen es möglich. Die „Ostzieher“ fliegen über den Bosporus und den Nahen Osten nach Ost- und Südafrika.

 

Artverwandt und doch verschieden. Weiß- und Schwarzstorch sind enge Verwandte, die nicht viel gemeinsam haben. Sie unterscheiden sich stark in der Lebensweise und im Verhalten. Während der geselligere Weiß-storch offene Landschaften und die Nähe des Menschen sucht, ist der Schwarzstorch ein extrem scheuer Waldbewohner, der menschliche Siedlungen meidet. Auch bei der Ernährung gibt es Unterschiede: Der Weißstorch ernährt sich von Kleinsäugern, Amphibien, Reptilien und Insekten, während der Schwarzstorch sich hauptsächlich von Fisch ernährt.

 

Auch die Bestände sind sehr unterschiedlich. Der Schwarzstorch ist in Deutschland gefährdet. Es gibt nur noch etwa 800 bis 900 Brutpaare. Der Bestand der Weißstörche ist dagegen seit den 2000er Jahren immer weiter gestiegen. Weltweit gesehen ist der Schwarzstorch aber als nicht gefährdet eingestuft, da er von Europa bis nach Asien verbreitet ist.

 

Was den Schwarzstorch vom Weißstorch auch unterscheidet, ist sein Zug-verhalten. Schwarzstörche verlassen etwas später als Weißstörche ihre Brutgebiete (Ende August bis Anfang September). Der größte Unterschied ist aber, dass der Schwarzstorch schon mal weitere Strecken über das Meer fliegt, was der Weißstorch nicht kann. Allein oder in kleinen Gruppen über-wintern sie entweder in Westafrika oder sie bleiben in Europa und über-wintern in Portugal oder Spanien. 

Idee & Text: Lars Pohl

19. Mai 2026 | Zum Weltbienentag 2026

 

GNA-Stiftung setzt Zeichen für den Schutz von Wildbienen und Insekten

 

„Insektenfreundliche Blühflächen sind für den Erhalt der biologischen Viel-falt von großer Bedeutung. Der Weltbienentag erinnert daran, dass eine Welt ohne Bienen und Insekten nicht existieren kann“, erklärt Günter Könitzer, Vorstand der Stiftung. „Die biologische Vielfalt ist eine wesentliche Grundlage für funktionierende Ökosysteme, aber auch für die Landwirt-schaft und unsere Ernährungssicherheit. Deshalb muss der Schutz von Wildbienen und anderen Bestäubern noch stärker in den gesellschaftlichen Fokus rücken.“

 

Die Situation der Wildbienen ist alarmierend: Etwa die Hälfte aller Wildbienenarten in Deutschland gilt als gefährdet. In Hessen sind von den 424 heimischen Arten rund 43 Prozent bestandsgefährdet, verschollen oder bereits ausgestorben. Hauptursachen sind die zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft, der Einsatz von Pestiziden sowie der Verlust natürlicher Lebensräume.

 

Um die Biodiversität in der Agrarlandschaft zu fördern, arbeitet die GNA-Stiftung Mensch und Natur in Erlensee eng mit einem landwirtschaftlichen Betrieb zusammen. Die Blühstreifen entstehen auf Äckern und an Acker-rändern und sind so angelegt, dass die Flächen in den Folgejahren weiter-hin landwirtschaftlich genutzt werden können.

 

Eingesät werden unter anderem Dill, Fenchel, Koriander, Inkarnatklee, Schwarzkümmel, Sonnenblumen sowie verschiedene Kleearten und seltene Ackerwildkräuter. Die Pflanzen bieten Wildbienen, Schmetterlingen, Schwebfliegen und zahlreichen weiteren Insekten bis in den Spätsommer hinein wertvolle Nahrung.

 

Besonders wichtig sind die Blühflächen in den Sommermonaten, wenn das natürliche Nahrungsangebot für viele Insekten deutlich abnimmt. Die in Erlensee angelegten Flächen liefern jedoch auch dann noch ausreichend Nektar und Pollen. Verblühte Pflanzenstängel bleiben bis zum Frühjahr stehen und dienen zahlreichen Insektenlarven als Winterquartier. Davon profitiert auch die heimische Vogelwelt. Mit ihren „blühenden Oasen“ leistet die GNA-Stiftung Mensch und Natur so einen konkreten Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt im Main-Kinzig-Kreis.

 

Spendenaufruf: Mit einer Spende dem Artenschwund entgegenwirken

Lernen Sie die Projekte der GNA-Stiftung Mensch und Natur kennen und unterstützen Sie weitere und größere Blühstreifen mit einer Spende auf das Konto bei der Raiffeisenbank Rodenbach (IBAN: DE06 5066 3699 0001 0734 00). Auch Zustiftungen an die gemeinnützige Stiftung können steuerlich als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Weitere Informationen unter: gna-aue.de/gna-stiftung-mensch-und-natur/

8. Mai 2026 | Gemeinsam für Umwelt- und Ressourcenschutz

 

Neuauflage der GNA-Handysammlung

 

Mit der Neuauflage ihrer langjährigen Kooperation mit der Telekom möchte die GNA ein Zeichen für mehr Umweltschutz und einen nachhaltigen Um-gang mit elektronischen Geräten setzen. Viele alte Handys lagern unge-nutzt in Schubladen – und es werden immer mehr –, obwohl sie wertvolle Materialien wie Gold, Silber oder Kupfer enthalten. Durch fachgerechtes Recycling können diese Rohstoffe wiederverwendet und natürliche Ressour-cen geschont werden.

 

„Jedes abgegebene Handy leistet einen wichtigen Beitrag zum Umwelt-

und Klimaschutz“, erklärt Susanne Hufmann, Vorsitzende der GNA und Initiatorin der Aktion. „Gemeinsam mit der Telekom möchten wir die Menschen motivieren, ihre Altgeräte sinnvoll zu recyceln.“

 

Die GNA kann bereits auf viele Jahre erfolgreicher Handysammlung zurückblicken. In der letzten Sammelphase bis 2025 wurden insgesamt 3.920 Handys dem Recycling zugeführt. In einer früheren, längeren Sammelphase waren es sogar mehr als 5.000 Altgeräte.

 

Die GNA sieht in ihrem Engagement einen wichtigen Beitrag für mehr regionale Nachhaltigkeit.

 

„Mit der Handysammlung schaffen wir ein einfaches Angebot für Bürgerin-nen und Bürger, aktiv etwas für die Umwelt zu tun“, sagt Hufmann. „Die gesammelten Geräte werden durch einen zertifizierten Recyclingpartner geprüft. Noch funktionsfähige Geräte können – sofern möglich – wieder-aufbereitet werden. Nicht mehr nutzbare Handys werden hochwertig und umweltgerecht recycelt.“

 

Die GNA profitiert finanziell nicht von der Handysammlung. Ehrenamtliche betreuen die Sammelstellen, kümmern sich um die Vorsortierung der Geräte und den Versand. „Wir engagieren uns für das Handysammeln, weil wir die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft und der Nachhaltigkeit für sehr wichtig halten“, erklärt Günter Könitzer (GNA).

 

Sammelstellen im Main-Kinzig-Kreis: Handys können an folgenden Standorten abgegeben werden. Vor der Abgabe sollten – wenn möglich - die Akkus entnommen und umweltgerecht entsorgt, persönliche Daten gelöscht sowie SIM- und Speicherkarten entfernt werden.

  • Hasselroth:
    Rathaus – Bürgerbüro, Bodo-Käppel-Platz 1, 63594 Hasselroth
  • Langenselbold:
    Rathaus – Bürgerbüro, Schloßpark 2, 63505 Langenselbold
  • Bad Orb: Rathaus, Frankfurter Straße 2, 63619 Bad Orb
  • Rodenbach: Rathaus – Bürgerbüro, Buchbergstraße 2, sowie Altes Pfarrgehöft, Mühlstraße 11, 63517 Rodenbach (Einwurf in den Postkasten am Tor möglich)


Die GNA engagiert sich aktiv für den Umweltschutz, den Erhalt wertvoller Lebensräume sowie für bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Wer diese Ziele unterstützen möchte, kann die gemeinnützige Organisation mit einer Spende fördern. Die Spenden kommen konkreten Projekten zugute und sind steuerlich absetzbar. Die Bankverbindung lautet: Raiffeisenbank Rodenbach, IBAN: DE75 5066 3699 0001 0708 00. Weitere Informationen zu Projekten, Aktionen und Veranstaltungen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung des kostenlosen Newsletters finden sich unter www.gna-aue.de, E-Mail: gna.aue@web.de.

17. April 20256 | Exkursion ins Feuchtgebiet Eschenkar

 

Ein Naturparadies im Spessart entdecken

 

Fieberklee, Torfmoos und Sonnentau. Das Eschenkar im Stadtwald von Bad Orb hat sich durch gezielte Pflegemaßnahmen nach und nach zu einem wertvollen Moorstandort und kleinem Hotspot der Biodiversität im hessi-schen Spessart entwickelt. In Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Orb legte die GNA bereits vor Jahren Feuchtbiotope an, verlegte den Lämmerbach zurück und initiierte den Rückschnitt von Gehölzen – immer mit dem Ziel, die Artenvielfalt nachhaltig zu fördern.

 

Klein, aber fein. Heute bieten moorige Kleinflächen, naturnahe Waldtüm-pel und Quellen zahlreichen spezialisierten Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Dazu zählen seltene Amphibien wie der Kammmolch und der Feuersalamander. Libellenarten, darunter die Quergestreifte und die Blauflügelige Prachtlibelle profitieren von den Maßnahmen. Auch scheuen Vogelarten wie der Waldschnepfe und dem Schwarzstorch bietet das Eschenkar ein Refugium. Mit etwas Glück lassen sich sogar die gefährdete Schlingnatter oder die Gerandete Jagdspinne beobachten.

 

Wissenswertes: Diese Spinnenart jagt ihre Beute an den Ufern nährstoff-armer, stehender oder langsam fließender Gewässer. Sie bewegt sich auf der Wasseroberfläche ebenso geschickt wie an Land. Auch unter Wasser ist sie unterwegs, denn dank einer sehr dichten Körperbehaarung bildet sich am Hinterkörper eine Luftblase.

 

Susanne Hufmann, Biologin und Vorsitzende der GNA, betont: „Intakte Moore sind ein wichtiger Baustein im Klimaschutz. Als CO₂-Speicher leisten sie einen entscheidenden Beitrag zur Erreichung der Klimaziele. Zugleich sind sie einzigartige Lebensräume für Pflanzen und Tiere und spielen eine zentrale Rolle im Wasserhaushalt, da sie selbst in Trockenphasen Wasser in der Landschaft halten. Demgegenüber setzen trockengelegte Moore, etwa für den Torfabbau, große Mengen an Treib-hausgasen frei und verstärken so den Klimawandel.

 

In Hessen gibt es nur noch wenige Moorstandorte, die nicht durch mensch-liche Eingriffe beeinträchtigt sind und ihre Funktionen für Biodiversität und Klimaschutz verloren haben. Ein Beispiel ist das Wiesbüttmoor, das inzwi-schen in weiten Teilen austrocknet und vom Pfeifengras überwuchert wird.“

 

Veranstaltungshinweis: Am Samstag, 9. Mai, haben Interessierte die Möglichkeit, sich selbst ein Bild vom Eschenkar zu machen. Wetterange-passte Kleidung und geeignetes Schuhwerk werden empfohlen. Die Teilnahmegebühr beträgt 4 Euro pro Person. Für Kinder und Jugendliche sowie für Mitglieder, Fördermitglieder und Tierpaten der Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung ist die Teilnahme kostenfrei. Die Einnahmen fließen in Natur- und Artenschutzprojekte der GNA.

14. April 2026 | Fortbildung in Rodenbach

 

Raus aus dem Gruppenraum, rein in die Natur

 

Die Veranstaltung richtet sich an Erzieherinnen und Erzieher, Grundschul-lehrkräfte sowie Tagespflegepersonen, die ihre pädagogische Arbeit um Naturerfahrungen im Wald bereichern möchten. Aber auch weitere Interessierte sind herzlich willkommen.

 

Ziel des Outdoor-Seminars ist es, gemeinsam Ideen für Waldtage und Ausflüge zu entwickeln, die Kinder ganzheitlich fördern und ihr Umweltbe-wusstsein stärken. „Kinder lernen besonders nachhaltig, wenn sie die Natur mit allen Sinnen erleben“, erklärt GNA-Pädagogin Anke Bissert-Bendel.

 

Vor Ort werden vielfältige Spiele sowie naturpädagogische Forschungsan-sätze praktisch erprobt. Darüber hinaus vermittelt die Fortbildung fundier-tes Wissen über den Lebensraum Wald und bietet Raum für fachlichen Aus-tausch.

 

Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 20. Mai, von 9 bis 14 Uhr in einem Waldgebiet in Niederrodenbach statt. Treffpunkt ist der Parkplatz am Waldstadion. Die Teilnahmegebühr beträgt 45 Euro und beinhaltet ein Seminarhandout sowie ergänzende Materialien, die online zur Verfügung gestellt werden. Teilnahmebestätigungen werden vor Ort ausgehändigt.

 

Die Fortbildung ist Teil des kontinuierlich wachsenden Bildungsangebots der GNA und orientiert sich an den Prinzipien der Bildung für nachhaltige Ent-wicklung (BNE). Ziel ist es, Menschen zu einem verantwortungsvollen und zukunftsfähigen Handeln zu befähigen.

 

Interessierte können sich per E-Mail an waldrucksack(at)online.de anmel-den. Das Seminar findet bei nahezu jedem Wetter statt. Mitzubringen sind wetterfeste Kleidung, geeignetes Schuhwerk, Verpflegung sowie ein Sitz-kissen oder bei Bedarf ein Klappstuhl.

 

Die Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung engagiert sich darüber hinaus aktiv für den Schutz bedrohter Tier- und Pflanzenarten sowie den Erhalt wertvoller Lebensräume. Weitere Informationen und Unterstützungsmöglichkeiten sind unter www.gna-aue.de zu finden.

2. April 2026 | Neues Faltblatt veröffentlicht

 

Biber - Ureinwohner der Auen

 

Der Eurasische Biber (Castor fiber) ist der größte europäische Nager. Mit bis zu 30 kg Körpergewicht und einer Körperlänge von 80 bis 130 cm ist er ein Tier, das seinen Lebensraum aktiv gestaltet, Burgen und Dämme baut und in der Lage ist, Wasser anzustauen. „Das macht er nicht, um uns zu ärgern, sondern weil es in seiner Natur liegt.“ so die Vorsitzende der GNA, Susanne Hufmann.

 

Biber waren seit dem 19. Jahrhundert in Hessen ausgerottet, bis sie Ende der 1980er Jahre im hessischen Spessart wiederangesiedelt wurden. An Sinn und Jossa setzte man damals 18 „Elbebiber“ aus. Deren Ansiedelung glückte sofort. „Seitdem ist der Main-Kinzig-Kreis das Hauptausbreitungs-gebiet für Hessen und Bayern. Mit der erfolgreichen Wiederansiedlung begannen aber auch die Konflikte mit den neuen Bewohnern der Auen – uns Menschen.“

 

Von Beruf Holzfäller und Wasserbauingenieur

Aus Ästen und Zweigen, die bis zu einem Meter lang sein können, bauen die an das Leben an Wasser bestens angepassten Säugetiere Dämme, die sie mit Schlamm und Pflanzenteilen abdichten. Sie stauen kleine Bäche und Gräben auf, bis ein „Bibersee“ entsteht.

 

Erst ab einer Wassertiefe von 80 cm und mehr beginnt der Burgenbau. Denn der Eingang muss unter Wasser liegen, um bei Gefahr schnell ab-tauchen zu können. Da Gewässer im Winter nicht bis zum Grund zufrieren, erreichen Biber auch dann noch ihre Nahrungsvorräte. In der Zeit, in der die Natur nichts Frisches zu bieten hat, sind sie auf Baumrinden ange-wiesen. In der kalten Jahreszeit fällen sie vor allem Gehölze - am Gewässer meist Weiden – um nicht zu verhungern.

 

Bemerkenswerte Lebensweise

Biber halten keinen Winterschlaf, sind dämmerungs- und nachtaktiv und ernähren sich ausschließlich vegetarisch. Sie leben monogam und in Familienverbänden. Die Elterntiere bewohnen mit den letzten beiden Jung-tiergenerationen ein Revier, das sie mit einem körpereigenen Sekret mar-kieren.

 

Geschlechter äußerlich kaum zu unterscheiden

Mit 25.000 Haaren pro Quadratzentimeter ist das braune Fell besonders dicht. Nur der breite, abgeplattete Schwanz, Kelle genannt, ist mit einer lederartigen Haut bedeckt und unbehaart. Die Schneidezähne sind groß, scharf und wachsen ein Leben lang nach! Biber haben kleine Vorderpfoten, mit denen sie ihre Bauwerke errichten, aber große Hinterfüße mit Schwimmhäuten, die als Paddel dienen.

 

Spuren der tierischen Landschaftsgestalter sind im Kinzigtal nicht zu übersehen. „Ebenso wenig und immer mehr sind aber auch die Spuren von Eingriffen und Verfolgung durch den Menschen nicht zu übersehen.“ kritisiert Günter Könitzer in seiner Funktion als stellvertretender Vorsitzen-der der GNA. Dazu zählt der engagierte Artenschützer vor allem das Ein-reißen von Dämmen, das Ablassen von Biberseen oder Störungen am Bau. „Was die wenigsten wissen ist, dass Wildtiere in Deutschland nach dem Bundesnaturschutzgesetz grundsätzlich streng geschützt sind. Das gilt auch für den Biber.“

 

Gegen Vorurteile hilft nur sachliche Information

Auch europaweit steht der Biber unter Schutz. Grundlage dafür ist die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union. Jede Art von Nachstellung oder die Zerstörung seiner Lebensstätten ist verboten. Bei Verstößen drohen hohe Geldstrafen, Bußgelder oder Ersatzleistungen für entstandene Schäden in zerstörten Biberlebensräumen.

 

„Soweit sollte man es erst gar nicht kommen lassen“, meint Könitzer. Schließlich gibt es immer Lösungen. Praktikabel wäre zum Beispiel die Anlage von zehn Meter breiten Uferrandstreifen auf beiden Seiten eines Gewässers, die zeitweilige Überschwemmungen problemlos überstehen. Kommunen könnten hierfür die Pacht betroffener landwirtschaftlicher Flächen reduzieren oder ganz erlassen. So profitieren Landwirte, Kom-munen und die Natur gleichermaßen.

 

Fleißiger Biber hilft zum Nulltarif

Auen sind ihr natürlicher Lebensraum. Sie besiedeln fließende und stehen-de Gewässer und bevorzugen Ufer mit dichter Kraut- und Weichholz-vegetation. Durch ihre Bautätigkeit schaffen sie mit großer Kreativität und Ausdauer Kleingewässer, Totholzstrukturen und ganze Feuchtgebiete.

 

Fast über Nacht und ganz ohne Baugenehmigung entstehen Lebensräume, die vielen seltenen und bedrohten Tier- und Pflanzenarten zugutekommen. „Da wo viel Geld und Energie für Renaturierungen und den Erhalt der Bio-diversität aufgewendet werden müsste, hilft uns der alteingesessene Auen-bewohner zum Nulltarif. Das ist ein großer Gewinn für die Biodiversität und natürlich für uns!“, so Könitzer abschließend.

 

Neues Faltblatt: Den Biber hautnah erleben!

Die GNA erklärt anschaulich, wie der Biber lebt und welche Bedeutung er für unsere Natur hat. Ziel ist es, Vorurteile abzubauen und mehr Verstän-dnis für den geschützten Auenbewohner zu schaffen. Das Faltblatt ist ab Mitte April kostenlos erhältlich unter 06184 – 99 33 797 oder per E-Mail an gna.aue@web.de. Auf Wunsch können auch mehrere Exemplare angefor-dert werden.

 

Naturschutz aktiv unterstützen

Die GNA engagiert sich für den Schutz von Natur und Artenvielfalt – und alle können dabei helfen: Spenden unterstützen konkrete Naturschutz-projekte und sind steuerlich absetzbar. Die Bankverbindung lautet: Raiffeisenbank Rodenbach, IBAN: DE75 5066 3699 0001 0708 00.

 

 

 

 

 

Infotafeln der GNA wie hier
in Langenselbold klären überall in den Kinzigauen über richtiges Verhalten während der Brut- und Setzzeit auf. (c) GNA

 

26. März 2026 | GNA bittet um Rücksicht

 

Alle Vögel sind schon da

 

„Wie man an dem morgendlichen Gezwitscher erkennen kann, sind unsere Singvögel schon länger dabei, Reviere abzugrenzen, Partner zu finden und Nistplätze einzurichten“, berichtet Susanne Hufmann, Vorsitzende der GNA.

 

In den Wiesen an der Kinzig regt sich das Leben. Viele Störche brüten bereits, Graugänse und Enten rasten auf den Wiesen und Kiebitze suchen in den Auen nach geeigneten Brutplätzen. „Deshalb gilt es, bei einem Aufent-halt in der Natur die Regeln der sogenannten Brut- und Setzzeit zu beach-ten“, betont Hufmann.

 

Die Brut- und Setzzeit ist eine wichtige Phase im Leben aller Wildtiere. Sie startet am 1. März und dauert je nach Kommune bis zum 15. Juli oder 31. Juli. In diesem Zeitraum bringen viele Tiere ihren Nachwuchs zur Welt. Junghasen und Rehkitze sollen durch eine Leinenpflicht für Hunde vor Störungen und Verletzungen geschützt werden.

 

„Der Begriff ist etwas sperrig. Mit Brutzeit ist das Brutgeschäft der Vögel gemeint. Der Begriff Setzzeit kommt aus der Jägersprache und bezeichnet den Zeitraum, in dem das Haarwild, darunter Rehe und Rotwild, Junge be-kommt“, erläutert die Biologin. Jungtiere, ganz gleich ob Kitz oder Küken, brauchen jetzt viel Ruhe und besonderen Schutz. Und die Elterntiere benö-tigen für die Aufzucht viel Kraft.

 

Ein bisschen Rücksicht schützt viele Tierleben. Jetzt wird von Hunde-haltern noch mehr Verantwortung und erhöhte Rücksicht verlangt. Wege sollten auf keinen Fall verlassen und Hunde unbedingt angeleint werden. Nur so ist sicherzustellen, dass junge Feldhasen oder Jungvögel nicht auf-geschreckt und unnötig gestresst werden. Denn das kann unter Umständen sogar Leben kosten. Besonders wichtig ist das für am Boden brütende Vogelarten wie den Kiebitz und die Bekassine, die in Hessen stark gefähr-det und teilweise vom Aussterben bedroht sind.

 

In Hessen gibt es keine landesweite, einheitliche Leinenpflicht. Städte und Gemeinden können während der kritischen Monate eigene Re-geln und Verbote beschließen. Auch ohne generelle Pflicht haben Hunde-halter eine klare Verantwortung: Das Bundesnaturschutzgesetz bestimmt ausdrücklich, dass Hunde Wildtiere nicht jagen oder aufscheuchen dürfen. Sie müssen unter Kontrolle und abrufbar sein. Unbeaufsichtigtes Laufen im Jagdrevier ist verboten und kann ebenfalls teuer werden.

 

Die Leinenpflicht gilt häufig auf Wiesen und Feldern, in Wäldern und im gesamten Außenbereich. In ausgewiesenen Naturschutzgebieten ist dies meist ganzjährig der Fall. Bei Missachtung drohen hohe Bußgelder. „Da lohnt es sich doch, den Hund an der Leine zu führen“, so Hufmann.

20. März 2026 | Projekt setzt auf innovative Bekämpfung

 

Die Herbstzeitlose – auch in diesem Frühjahr wieder aktuell

 

Die Blüten der Pflanze, die von blass-rosa bis violett aus den herbstlichen Wiesen leuchten, kennt fast jeder. Sie stehen blattlos da, was ihnen im Volksmund den Namen „nackte Jungfer“ eingetragen hat. Dass die Kar-tierung bereits im Frühling erfolgt, ruft oftmals Verwunderung hervor. Doch wie jede Pflanze braucht auch die Herbstzeitlose Blätter, um Photosynthese betreiben zu können. Diese erscheinen jetzt.

 

„Im Gegensatz zu den Blüten können viele die Blätter nicht gleich zuord-nen.“, stellt Projektmanager Dr. Helmut Steiner (GNA) fest. „Wenn sie für Bärlauch gehalten werden, dem sie zumindest ähnlich sehen, hat das gele-gentlich fatale Folgen. Wie alle Teile der Herbstzeitlose sind die Blätter hochgiftig! Die Herbstzeitlose ist eine Wiesenpflanze, Bärlauch steht im Wald. Die Blätter des Bärlauchs sind gestielt und kommen einzeln aus dem Boden, die der Herbstzeitlose stehen in Rosetten, ohne Blattstiele.“, erklärt Steiner.

 

Hat man ihr Aussehen erst einmal verinnerlicht, sind die Blätter der Herbst-zeitlose gut zu erkennen. Zusätzlich lässt sich die Pflanze von Bärlauch über den Geruchssinn unterscheiden: Während Bärlauch den typischen Knoblauchgeruch verströmt, riechen die Blätter der Herbstzeitlose nicht. „Im Zweifelsfall ist es aber gesünder, eine Pflanze einfach stehen zu las-sen.“ rät Steiner.

 

Herbstzeitlose als Giftpflanze im Fokus. Das größte Problem der Herbstzeitlose für die Landwirtschaft besteht darin, dass sie giftig ist.
Bei stärkerem Auftreten von
Colchicum autumnale, wie die Herbstzeitlose wissenschaftlich genannt wird, kann eine Wiese nicht mehr genutzt wer-den. Heu und Silage als Viehfutter sind dann nicht mehr verwendbar. Dies stellt nicht nur ein wirtschaftliches Problem für Landwirte dar, sondern hat auch negative Folgen für den Naturschutz, wenn die Nutzung des Grün-landes aufgegeben werden müsste.

 

Extensive Wiesen sind ein wertvoller Lebensraum für viele bedrohte Arten. Genau dies ist auch der Grund, warum die GNA die Herbstzeitlose auf landwirtschaftlichen Flächen von etwa 200 Hektar mit viel Arbeitsaufwand in jedem Frühjahr kartiert. Es geht darum, bereits einge-leitete Maßnahmen zur Rückdrängung zu überwachen und weitere Maßnahmen zu empfehlen. Dazu kooperiert sie seit 2014 mit vielen Partnern, darunter das Landwirtschaftsamt des Main-Kinzig-Kreises und anderen Behörden, mit den Kommunen Rodenbach, Erlensee, Langensel-bold, Hasselroth und Gründau und natürlich mit den Landwirten.

 

Zukunftsweisende Technik im Einsatz. Seit 2022 werden im Rahmen des Projekts innovative Ansätze erprobt. In Zusammenarbeit mit dem bayerischen Start-up Paltech GmbH, das autonome Agrarroboter zur Unkrautbekämpfung entwickelt, sollen zusätzlich die Möglichkeiten einer automatisierten Bekämpfung getestet werden.

 

Das Projekt wird zum überwiegenden Teil durch das Land Hessen im Rahmen des Hessischen Programms für Agrarumwelt- und Landschafts-pflege-Maßnahmen (HALM) gefördert, einem zentralen Instrument zur Förderung einer nachhaltigen, umwelt- und tiergerechten Landbewirt-schaftung. Mit den Fördermaßnahmen wird ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt sowie zum Wasser-, Boden- und Klimaschutz und zur Erhaltung der Kulturlandschaft geleistet.

 

Um diese wertvolle Arbeit auch künftig erfolgreich fortführen zu können, ist die GNA auf zusätzliche Unterstützung angewiesen. Spenden zur Förderung der Projektarbeit können auf das Konto mit der IBAN DE75 5066 3699 0001 0708 00 bei der Raiffeisenbank Rodenbach überwiesen werden.

 

Jeder Beitrag unterstützt den nachhaltigen Schutz von Natur und Kultur-landschaft. Ab einem Betrag von 50 € stellt die GNA auf Wunsch eine Spendenbescheinigung aus, sofern die Anschrift vorliegt. Spenden können steuerlich geltend gemacht werden.

10. März 2026 | Kleine Wanderung durch die Bulau von Hanau

 

Kulinarischer Wildkräuterspaziergang

 

Während des gemütlichen Spaziergangs durch eines der letzten Auenwald-gebiete Hessens kommt die besondere Ökologie des Auenwaldes ebenso zur Sprache wie die biologischen Besonderheiten der Frühjahrsblüher (Geophyten).

 

Richtiges Sammeln will gelernt sein. Unter Leitung der Botanikerin Dr. Monika Pickert-Andres (GNA) lernen die Teilnehmenden Bärlauch, Schar-bockskraut und andere gesunde Frühlingskräuter an ihren natürlichen Standorten kennen. Ebenso ihre immense Bedeutung für die Insektenwelt.

 

Weitere Aspekte, wie etwa die Verwechslungsgefahr mit giftigen Pflanzen oder das Thema Fuchsbandwurm, werden gesondert beleuchtet. Dazu gibt die Exkursionsleiterin und zertifizierte Blühbotschafterin des Main-Kinzig-Kreises hilfreiche Tipps. Außerdem stellt sie Regeln vor, die beim Sammeln zu beachten sind so wie der eigenen Sicherheit und auch der Natur dienen.

 

Die Veranstaltung startet am Samstag, den 28. März um 14 Uhr und endet gegen 16:30 Uhr. Treffpunkt ist der Parkplatz an der Neuhofstraße
(B 8) in Hanau. Empfohlen wird wettergerechte Kleidung und festes Schuh-werk. Die Teilnahmegebühr von 4 Euro pro Person kann vor Ort entrichtet werden (für Kinder, Jugendliche und Mitglieder kostenlos).

 

Anmeldung erwünscht. Es wird um rechtzeitige und verbindliche Anmeldung gebeten, per E-Mail an anmeldung.gna@web.de. Mit der Anmeldebestätigung erhalten die Teilnehmenden weitere Infos.

2. März 2026 | Langenselbold

 

Exkursion ins Vogelparadies am Ruhlsee

 

Jahr für Jahr finden sich am Ruhlsee zahlreiche Zugvögel zum Rasten und Überwintern ein. Das nicht ohne Grund, denn vor 16 Jahren wurden der See und ein Abschnitt der Kinzig naturnah umgestaltet. „Heute ist der Ruhlsee wie eine Tankstelle.“ berichtet Günter Könitzer (GNA). „Auf ihren Flügen von den Brutgebieten im Norden zu den Winterquartieren und wie-der zurück machen viele Vögel hier Rast und „tanken“ auf.“

 

Vom Aussterben bedroht. Leider geschehe das nicht immer ungestört. „Freilaufende Hunde sind ein großes Problem. Im Frühjahr machen sie Kiebitz und Bekassine das Leben besonders schwer und verhindern schon seit Jahren erfolgreiche Bruten auf den Wiesen, die als Hundetoilette miss-braucht werden.“ kritisiert Könitzer.

 

Das Südufer ist ganzjährig gesperrt. Ein Betreten der sensiblen Be-
reiche ist nicht gestattet und kann sogar geahndet werden. Das Nordufer steht Besucher:innen offen. Damit sie ausreichend über die Wegeführung und das richtige Verhalten im Naturschutzgebiet „Kinzigaue von Langen-selbold“ informiert sind, erarbeitete die GNA in Kooperation mit der Stadt Langenselbold Infotafeln, die weiterhelfen können.

 

Treffpunkt der Exkursion am 15. März ist um 14 Uhr der Parkplatz bei der Baumschule Müller. Empfohlen wird wettergerechte Kleidung, festes Schuhwerk oder Gummistiefel. Wer hat, sollte ein Fernglas oder Spektiv mitbringen. Die Führung dauert etwa 1,5 Stunden und kostet 4 Euro pro Person. Die Teilnahme von Mitgliedern, Fördermitgliedern, Kindern und Jugendlichen ist kostenlos.

 

Umweltbildung aktiv unterstützen

Die GNA setzt sich für den Natur- und Artenschutz ein. Und Sie können helfen! Ihre Spende ist steuerlich absetzbar (Raiffeisenbank Rodenbach, IBAN: DE75 5066 3699 0001 0708 00). 

23. Februar 2026 | Natur erleben - beobachten - verstehen

 

Besuch im Vogelparadies und Moorerkundung

 

Mit einem vielfältigen Angebot möchte die GNA Wissen vermitteln, den Austausch fördern und das Engagement für den Schutz heimischer Öko-systeme stärken. Thematische Schwerpunkte sind Artenvielfalt, Biotop-pflege, Gewässer- und Auenentwicklung sowie praktische Naturschutz-maßnahmen.

 

Die Exkursionen bieten die Möglichkeit, Lebensräume und Projekte direkt vor Ort kennenzulernen. Die beliebten Umweltbildungsangebote „Mit der Wasserforscherkiste auf Tour“ und „Mit dem Waldrucksack unterwegs“ eignen sich für Kindergärten, Kitas und Schulklassen ebenso wie für Ferien-spielaktionen oder Kindergeburtstage. Termine sind ab sofort frei vereinbar.

 

Gewässerkunde – leicht gemacht: Am Samstag, 18. April, lädt ein spannender Kurs dazu ein, die verborgene Welt unter der Wasseroberfläche von Bach, Teich, Fluss und See zu entdecken. Unter dem Binokular werden Wasserorganismen erforscht und faszinierende Anpassungen an ihren Lebensraum kennengelernt. Veranstaltungsort ist die Ökologische Bildungs-stätte Rodenbach. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt – eine frühzeitige An-meldung lohnt sich.

 

Waldtage gestalten mit Kindern von drei bis sechs Jahren: Am Mittwoch, 20. Mai, lädt eine praxisnahe Fortbildung pädagogische Fach-kräfte und weitere Interessierte ein, den Wald als spannenden Lern- und Erlebnisraum zu entdecken. Das Outdoor-Seminar bietet kreative Ideen und wertvolle Impulse für unvergessliche Waldtage und Waldausflüge. Informationen und Anmeldung unter waldrucksack@online.de

 

Online oder gedruckt: Alle Veranstaltungstermine finden sich unter
gna-aue.de/programm-2026/. Dort steht das Programm auch als Download bereit. Der gedruckte Programmflyer kann kostenlos angefordert werden (Telefon: 06184 – 99 33 797 oder gna.aue@web.de).

10. Februar 2026 | Auf Spurensuche an der Kinzig

 

Fahndung nach dem scheuen Fischotter

 

„Jetzt im Winter sind die Gewässerufer noch frei von Vegetation und des-halb einigermaßen begehbar. Gesucht wird nach Spuren und Hinterlassen-schaften der scheuen Tiere, denn einen Fischotter live zu sehen wäre wie ein Sechser im Lotto.“, berichtet Dr. Helmut Steiner von seiner Arbeit.

 

„Ich suche nach Trittsiegeln. Das sind Pfotenabdrücke, die man besonders gut auf Sandbänken, an schlammigen Stellen und flachen Ausstiegen am Gewässer entdecken kann.“ Ein weiteres Indiz für das Vorhandensein eines Otters sei seine Losung. Otterkot liegt meist als Reviermarkierung unter Brückenbauwerken auf Steinen, Wurzeln oder kleinen Erhöhungen am Ufer, riecht stark und ist voller Fischschuppen und Gräten.

 

Die mehrtägige Spurensuche der GNA ist Teil der Aktion „Otterspotter“, einer deutschlandweiten Otterkartierung, die vom Otterzentrum im niedersächsischen Hankensbüttel koordiniert wird. Von hier aus sammelt die Aktion Fischotterschutz e. V. seit über zwanzig Jahren Daten zur Fisch-otterverbreitung. Die Nachweise stammen aus systematischen Erhebungen, Zufallsmeldungen und von Totfunden. Außerdem betreut das Otterzentrum das Netzwerk ehrenamtlicher Spurensucher und führt regelmäßig Schu-lungen durch.

 

Seit 2014 erstmals wieder Nachweise in Hessen. 2018 fand die GNA im Rahmen des Projektes „Vorfahrt für den Fischotter“ Trittsiegel an der unteren Kinzig. Das ist bisher einer von nur zwei Nachweisen, wobei der zweite am Oberlauf zu finden war. Am gesamten mittleren Kinziglauf konnte noch kein Fischotter nachgewiesen werden, was aber nicht heißt, dass der nachtaktive Einzelgänger nicht schon einmal da war.

 

An Sinn und Jossa gibt es den Fischotter schon seit längerem wieder. An der Sinn konnte Dr. Steiner schon eindeutige Spuren ausmachen. Von dort müsste der Fischotter zur Kinzig kommen. Weit hätte er es nicht. Zwischen den Oberläufen der Bäche beider Einzugsgebiete liegen oft nur einige hun-dert Meter, was für eine mobile Art wie den Fischotter eigentlich kein Pro-blem darstellt. Aber offensichtlich ist die Population an Sinn und Jossa noch nicht so groß, dass er es nötig hätte, umzuziehen.

 

Dr. Steiner: „Aktuelle Schätzungen gehen momentan davon aus, dass es in ganz Hessen erst sehr wenige Fischotter gibt: Insgesamt nur etwa 20 bis 30 Tiere. Das ist kein großer, stabiler Bestand, sondern eine noch kleine, langsam wachsende Population, die es dringend zu schützen gilt.“

 

Spuren gibt es an der Kinzig genug – leider nur nicht vom Fischotter.

Der Waschbär hinterlässt überall seine Fußabdrücke. Auch wenn er mit seiner schwarzen Maske recht putzig aussieht: Der Waschbär ist ein Zuwanderer und für die Artenvielfalt eher ein Problem. Das Gros der Trittsiegel ist aber vom Hund und zeugt von der regen Nutzung der Kinzigaue als Spazierweg. Das gefällt dem Otter sicherlich weniger.

 

„Vielleicht ist es dem Fischotter an der Kinzig auch zu geschäftig. Die Kinzig selbst fließt durch viele Ortschaften und Städtchen. Die landwirtschaftlichen Flächen reichen vielfach fast bis ans Ufer heran. Und wo Gehölzstreifen ihre Ufer säumen sind diese meist nur schmal. Der allenthalben angeschwemm-te Müll gibt ein beredtes Zeugnis ab, wie sehr die Kinzig mit den Menschen verflochten ist. Die Menschen lieben die Kinzig, aber das gereicht ihr nicht zum Vorteil. Wir hoffen trotzdem …“, so Steiner.

 

Mehr zum GNA-Projekt „Vorfahrt für den Fischotter“ ist hier zu finden. Das Faltblatt zum Projekt kann kostenlos angefordert werden.

 

Die Artenvielfalt erhalten und den Fischotter fördern. Die GNA ist eine gemeinnützige und unabhängige Naturschutzorganisation, die sich für den Natur- und Artenschutz einsetzt. Spenden an die GNA können steuer-lich geltend gemacht werden. Das Spendenkonto bei der Raiffeisenbank Rodenbach hat die IBAN DE75 5066 3699 0001 0708 00. 

6. Februar 2026 | Umweltbildung

 

Gewässerkunde – leicht gemacht

 

Seit Jahren bietet die GNA fachkundige Exkursionen und Veranstaltungen rund um die Natur im Main-Kinzig-Kreis an. Besonderes Highlight ist der Kurs für Erwachsene Gewässerkunde – leicht gemacht.

 

Susanne Hufmann, Vorsitzende der GNA: „Das Angebot ermöglicht einen interessanten Blick unter die Gewässeroberfläche. Unter der Leitung des Biologen Thomas Andres werden verschiedene Gewässerbiotope vorge-stellt, Wasserorganismen wie Libellenlarven oder Bachflohkrebse erforscht und einzigartige Anpassungen an ein Leben unter Wasser erkundet.“

 

Mit dem Kurs macht die GNA auf die Ökologie von Gewässern, ihre Gefähr-dungen und Möglichkeiten zum Schutz aufmerksam. Im Praxisteil wird die Handhabung von Binokular und Bestimmungsliteratur geübt. Auch geht man der Frage nach, welche Organismen Aussagen über die Wasserqualität zulassen.

 

Vorkenntnisse nicht erforderlich. Die Veranstaltung findet statt am Samstag, 18. April (von 9:30 bis 15:30 Uhr) und kostet 60 Euro pro Person. Mitglieder und Studierende zahlen die Hälfte. Veranstaltungsort ist die Ökologische Bildungsstätte Rodenbach (Mühlstraße 11, 63517 Roden-bach). Nachmittags ist ein Besuch des Beinholzsees in Rodenbach geplant.

 

Teilnahmebescheinigungen und Handouts sind im Preis enthalten, Getränke werden gestellt. Die GNA empfiehlt wetterangepasste Kleidung, Sonnen- oder Regenschutz, festes Schuhwerk, Gummistiefel und das Mitbringen der Tagesverpflegung.

 

Anmeldungen ab sofort möglich. Die Teilnehmerzahl ist auf 8 Personen begrenzt. Die GNA bittet deshalb um frühzeitige Anmeldung: Per Telefon 06184 – 99 33 797 oder per E-Mail an gna.aue@web.de.

 

Natur erleben – beobachten – verstehen. Das Programm 2026 kann kostenlos als Faltblatt angefordert werden.

 

Biologische Vielfalt retten und Umweltbildung fördern. Die GNA ist eine gemeinnützige und unabhängige Naturschutzorganisation, die sich für den Natur- und Artenschutz und die Umweltbildung einsetzt. Spenden an die GNA können steuerlich geltend gemacht werden. Das Spenden-konto bei der Raiffeisenbank Rodenbach hat die IBAN DE75 5066 3699 0001 0708 00. Immer gut informiert ist man mit dem GNA Newsletter. Der kommt per E-Mail, kann kostenfrei abonniert und jederzeit abbestellt werden. Anmeldung über gna.aue@web.de.

3. Februar 2026 | Praktikantin schreibt für die GNA

 

Infotafeln am Ruhlsee wieder sauber

 

„Mein erster Tag bei der GNA begann direkt mit einer praktischen Aufgabe.“ berichtet die 14-Jährige begeistert. „Dr. Helmut Steiner, Mitarbeiter der GNA, hat mich eingewiesen und mir ausführlich erklärt, was wir vorhaben. Danach fuhren wir gemeinsam nach Langenselbold, wo wir meine erste Praktikumsaufgabe erledigten.“

 

Weiter berichtet sie: „Ich habe dabei Wichtiges über den Ruhlsee und die Tierwelt, die dort beheimatet ist, gelernt. Den Ruhlsee gibt es seit 1980. Er liegt auf die Hauptvogelzugroute durch das Kinzigtal. Für Wat-.und Wasservögel ist er ein wichtiger Trittstein. Möwen, Gänse, Entenvögel sind der Hauptanteil an durchziehenden Vögeln. Auch Vögel wie der Kiebitz brüteten früher auf den Wiesen.“

 

Insgesamt reinigte das kleine Team vier Tafeln des Seelehrpfades, die durch Witterungseinflüsse und überhängende Zweige im Laufe der Zeit stark verschmutzten, denn: „Es ist wichtig, dass die Informationen auf den Tafeln gut lesbar sind, damit Besucher: innen, die zum Beispiel mit ihren Hunden draußen sind, etwas über die Natur am Ruhlsee erfahren und eine Orientierung für ein naturgerechteres Verhalten erhalten.“ berichtet die junge Rodenbacherin. Und: „Es brauchte nicht viel, um die Infotafeln zu säubern. Wir benötigten nur ein Tuch, einen Schwamm und Wasser.“

 

Naturparadies Ruhlsee. Die Tafeln beinhalten viele Informationen, unter anderem über die Vögel, die dort beheimatet sind und sogar darüber, wie der See in Abhängigkeit von den Jahreszeiten zirkuliert.

 

„Es wird erklärt, dass die Wassermassen sich im Herbst und im Frühjahr durchmischen. Im Sommer stockt die Zirkulation, weil die Sonne das Ober-flächenwasser aufheizt. Es wird leichter und liegt als dicke Schicht auf dem kälteren Wasser. Das Tiefenwasser ist von dem Sauerstoffreichen abge-schnitten. Kühlt das Wasser von der Oberfläche ab, kommt es zu einer Durchmischung der Schichten“. erklärt die Praktikantin, die sich schon früh für den Naturschutz interessierte und gerne Natur und Tiere beobachtet.

 

Im Rahmen ihres zweiwöchigen Praktikums bekam sie dazu mehrmals Gelegenheit, indem sie unter fachkundiger Anleitung Wasserorgansimen unter dem Binokular untersuchen konnte, Biberdämme im Gelände erkun-dete und eine Baustelle der GNA in der Kinzigaue besuchte.

21. Januar 2026 

 

Grünlandpflege im Feuchtgebiet Herrenbruch

 

„Das Feuchtgebiet Hasselroth liegt mitten im Landschaftsschutzgebiet Auenverbund Kinzig. Ein Zweck der Unterschutzstellung ist der Erhalt von Lebensstätten und Lebensräumen auen- und fließgewässer­gebundener Tier- und Pflanzenarten. Dazu gehören im unteren Kinzigtal vor allem wiesenbrütende Vogelarten wie der Kiebitz, die Bekassine und auch das Braunkehlchen.“, berichtet GNA-Biologin Susanne Hufmann.

 

Maßnahmen für die Artenvielfalt. Um den stark gefährdeten Vögeln ein Überleben in der von Siedlungsbau und Landwirtschaft geprägten Fluss-landschaft zu sichern, initiiert die GNA schon seit 2004 immer wieder Pro-jekte in Hasselroth. Heute bietet das wertvolle Feuchtgebiet mit Auewie-sen, Tümpeln, Flutmulden und Röhrichten einer Vielzahl von Wasser- und Wiesenvögeln sowie Amphibien und Insekten einen abwechslungsreichen Lebensraum. So war das Feuchtgebiet bisher auch als einer der letzten Kiebitz-Brutplätze im Main-Kinzig-Kreis bekannt.

 

Wiesenbrüter erkennen. Der Kiebitz fällt durch eine Federhaube auf dem Kopf, spektakuläre Balzflüge und laute Rufe auf, während die in Hessen „vom Aussterben bedrohte“ Bekassine gut an ihrem langen Schnabel zu erkennen ist und am liebsten auf feuchten Wiesen brütet. Das Braunkehl-chen ist ein seltener Singvogel mit orangefarbener Brust, der ebenfalls auf offenen Wiesen brütet.

 

Refugium für Kiebitz & Co. Zuletzt legten die Naturschützer - in enger Kooperation mit der Gemeinde Hasselroth - auf einer 3 Hektar großen Grünlandfläche einen Ringgraben als Schutz gegen Land-Beu­tegreifer an, wandelten auf einer Länge von 500 Metern einen Graben in ein Feuchtbiotop um und ermöglichten durch den Einbau eines Bohlenwehrs endlich ein vernünftiges Wassermanagement. Hufmann ist davon überzeugt, dass sich dieses in Zeiten des Klimawandels sowohl für die Landwirt­schaft als auch für den Artenschutz noch als Segen erweisen wird, denn nur so könne das Wasser in der Aue länger gehalten werden.

 

Landschaftspflege im Winter. Um die Grünlandflächen für die Vogelbrut-saison im Frühjahr vorzube­reiten und von Binsen und aufkommenden Gehölzen zu befreien, mähte der bewirtschaftende Land­wirt - in Absprache mit der GNA - „zwischen den Jahren“ insgesamt 4,5 Hektar Grünland. Die jetzt of­fenen, braun-nassen Wiesen sind ideale Nahrungsflächen während der Zugzeit, eignen sich aber auch bestens für die Brutplatzsuche im zeiti-gen Frühjahr.

 

Beweidung im Sommer. Das gesamte Gebiet wird langfristig mit Rindern in Mutterkuhhaltung bewei­det. Das verhindert die Verbuschung, schafft sehr unterschiedliche Vegetationsstrukturen und zusätz­liche Lebensräume für Insekten und Amphibien. Die Übergänge zwischen den Beweidungs-flächen sind heute schon vorhanden. Dazu ließ die GNA insgesamt drei Furten anlegen. 

13. Januar 2026

 

Tümpelpflege für den Laubfrosch

 

Die Bestände des Europäischen Laubfrosches (Hyla arborea) sind durch den Klimawandel, eine intensive Landwirtschaft und die Zerschneidung der Landschaft stark bedroht. Deshalb baut die GNA schon seit 2008 einen Biotopverbund für diese besondere Froschart auf. „Bisher mit großem Erfolg.“, berichtet Susanne Hufmann, Biologin und Vorsitzende der Natur-schutzorganisation. „Während die Populationen in der Vergangenheit hessenweit eher rückläufig waren, erwies sich das Vorkommen an der unteren Kinzig lange Zeit als sehr stabil.“

 

Ein Grund war, dass immer wieder Pflegemaßnahmen in der Aue durchge-führt werden konnten und die Population stetig anwuchs. So wurde das Projekt Biotopverbund Laubfrosch 2018 und 2020 für sein beispielhaftes Engagement ausgezeichnet und ist bis heute als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt anerkannt.

 

Anspruchsvoll. Der Laubfrosch bevorzugt zur Fortpflanzungszeit sonnige und fischfreie Laichgewässer mit flachen Ufern. Als „Sommerresidenz“ dienen dem nur 5 cm großen Kletterfrosch Brombeergebüsche, Röhrichte Hochstaudenfluren und lichte Waldränder.

 

Vernetzung von Lebensräumen. Jetzt sollen wertvolle Elemente des bereits bestehenden Biotopverbundes, der aus vielen kleinen und großen „Trittsteinen“ besteht, wiederbelebt werden. Die „Lebensrauminseln“ vernetzen räumlich voneinander getrennt liegende Biotope, erleichtern vielen Amphibienarten die Wanderung und Ausbreitung und befördern letztlich den genetischen Austausch zur Steigerung der Biodiversität.

 

Verlust von Gewässerbiotopen. Der knapp 1.000 m² große „Weiden-tümpel“ in Hasselroth ist hierfür ein sehr gutes Beispiel. Vor etlichen Jahren von der GNA saniert, siedelte sich die als gefährdet eingestufte Amphibien-art sofort an. Inzwischen ist der Tümpel „in die Jahre gekommen“ und droht zu „verlanden“. „Immer mehr Wasser- und Sumpfpflanzen breiten sich in den flacheren Zonen aus und beschleunigen einen Prozess, der zum Verschwinden des Gewässerbiotops führen kann.“, so Hufmann.

 

Grundlegende Pflege nötig. Die von der GNA geplanten Maßnahmen beinhalten das Entfernen abgestorbener Pflanzen ebenso wie ein Ausziehen der Uferbereiche. Ebenso sollen die umstehenden Kopfweiden fachgerecht geschnitten werden. „Denn der Laubfrosch mag keinen Schatten. Auch für seine Kaulquappen muss es warm und sonnig sein, damit ihre Entwicklung zum erwachsenen Frosch gelingt.“ Deshalb setzt die GNA wieder einmal auf die hessische Umweltlotterie GENAU und hat ihr Projekt eingereicht.

 

GENAU bedeutet: Gemeinsam für Natur und Umwelt. Unter diesem Motto legt die Lotterie ihren Fokus auf den regionalen Natur- und Umweltschutz. Gemeinnützige Vereine und Organisationen können ihre Vorhaben einrei-chen und bei der wöchentlichen Ziehung auf einen sogenannten Zusatz-gewinn in Höhe von 5.000 Euro hoffen. Spieler aus dem Gewinner-Land-kreis entscheiden dann per Abstimmung darüber, welches Projekt die Förderung erhält.