Aktuelles

24. September 2020

 

Biotopverbund an der Kinzig gepflegt

 

Aktuelles Projekt ist wichtiger Beitrag zum

Erhalt der Biodiversität in der Aue

 

„Ein Biotopverbund ist ein Netz aus Einzelbiotopen, das das Überleben von bedrohten Arten in der landwirtschaftlich genutzten Kulturlandschaft sichern soll. Funktionsfähig ist ein Biotopverbund dann, wenn die zwischen gleichartigen Lebensräumen liegende Fläche für Organismen überwindbar ist, so dass ein Austausch von Individuen möglich ist.“, erläutert Susanne Hufmann, Biologin und Vorsitzende der GNA die Hintergründe für die umfangreichen Pflegemaßnahmen.

 

„Der vor vielen Jahren von der GNA geschaffene Biotopverbund an der Kinzig ist entscheidend für das Überleben vieler Tierarten, die auf Überschwemmungstümpel und Laichhabitate in der Aue angewiesen sind. Dazu zählen wiesenbrütende Vogelarten wie Kiebitz und Bekassine ebenso wie seltene Libellenarten, Teichmolche, Gras- und Grünfrösche, Erdkröten und die gesamte Bandbreite an Wasserorganismen.“

 

Im besonderen Fokus der Naturschützer steht aber der Europäische Laubfrosch (Hyla arborea), der laut Roter Liste der Amphibien und Reptilien in Hessen stark gefährdet ist. Erst mit Schaffung vieler Tümpel und Flutmulden ist es gelungen, den Bestand an der Kinzig zu sichern.
Hufmann rechnet im nächsten Frühjahr mit einer verstärkten Rückkehr des Laubfrosches, denn die Zahlen gingen in den letzten Jahren aufgrund der starken Verbuschung und Verlandung seiner Laichhabitate zurück.

 

„In die Jahre gekommenen Biotope“ müssen etwa alle zehn bis fünfzehn Jahre gepflegt werden. Die GNA achtet darauf, dass Maßnahmenum-setzungen besonders vorsichtig und mosaikartig erfolgen, so dass auch für andere Bewohner der Auen wie Feldhasen und andere Kleinsäuger sowie Singvögel wie Teich- und Schilfrohrsänger genügend Deckung und Brutmöglichkeiten erhalten bleiben. So sind auch diesmal wieder sehr bewusst einige ebenfalls pflegebedürftige Trittsteinbiotope vorerst ausgelassen worden.

 

Habitatoptimierungen sind auch zukünftig erforderlich, denn Laubfrosch-bestände lassen sich heutzutage nur noch durch kontinuierliche Artenschutzarbeit erhalten. In Landkreisen, in denen über mehrere

Jahre Aktivitäten ausblieben, ist ein Großteil der Vorkommen erloschen. „Dies gilt es im Main-Kinzig-Kreis unbedingt zu verhindern.“, so Hufmann abschließend.

 

Die Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung bittet zur Unterstützung ihrer wichtigen Naturschutzprojekte um Spenden auf das Konto IBAN: DE 75 5066 3699 0001 0708 00 bei der Raiffeisenbank Rodenbach (BIC: GENODEF1RDB). Als gemeinnützige Naturschutz-organisation ist die GNA berechtigt, Spendenbescheinigungen für das Finanzamt auszustellen. 

20. August 2020

 

Wildfrüchte und Wildkräuter im Herbst

 

Schwerpunkt der zweistündigen Naturexkursion sind die heimischen Wildfrüchte und Wildkräuter. Hören Sie von der Botanikerin Dr. Monika Pickert-Andres Interessantes über die ökologische Bedeutung der Feldhecken, Blühstreifen und das richtige Sammeln von Wildfrüchten und Kräutern im Herbst. Informationen gibt es außerdem zu der ökologischen Bedeutung von Feldhecken, über Blühstreifen und das richtige Sammeln von Früchten und Kräutern.

 

Wichtige Teilnahmebedingungen: Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes und der Wahrung des Mindestabstandes von 1,5 Metern ist obligatorisch. Bitte bringen Sie entsprechende Schutzmasken mit. Bitte beachten Sie, dass mit der verbindlichen Anmeldung Ihre Kontaktdaten abgefragt werden mit dem Ziel einer Weiterleitung an das Gesundheitsamt, falls die Rückverfolgung einer Infektion notwendig werden sollte. Leider kann auch die beliebte Verkostung von Wildfrüchteleckereien in diesem Jahr nicht stattfinden.

 

Treffpunkt: Parkplatz Sportplatz Oberrodenbach an der L 3268

Leitung: Dr. Monika Pickert-Andres

Kosten: 4 Euro pro Person

Die Teilnehmerzahl ist auf 15 Personen begrenzt und erfolgt auf „eigene Gefahr“. Verbindliche Anmeldungen sind erwünscht.

Kontakt: anmeldung.gna@web.de

1. Juli 2020 | Arteninventar überrascht Experten

 

Quellen-Kartierung im Brachttaler Fußloch

 

„Ziel unserer Untersuchung ist die flächendeckende Erfassung von Quellaustritten, um Gefährdungen aufzuzeigen und Vorschläge für biotopverbessernde Maßnahmen machen zu können.“ berichtet die Vorsitzende der GNA Susanne Hufmann. Nach § 30 des Bundesnatur-schutzgesetzes sind Quellbereiche gesetzlich geschützte Biotope. Deshalb sind alle Handlungen, die zu einer Zerstörung oder einer sonstigen Beeinträchtigung führen können, untersagt. Außerdem reagieren Quellen als kleinflächige Biotope sehr empfindlich auf geringste Störungen, weshalb Schutzmaßnahmen besonders geboten sind.

 

Kleinod im Vogelsberg

Der Landschaftsbereich „Fußloch“ liegt im südlichen Vogelsberg und ist rund 20 ha groß. Es handelt sich um ein Mosaik aus Feuchtwiesen, Baumhecken, Waldstreifen und kleineren Waldstücken. Aufgrund des kleinflächigen Wechsels zwischen Grünland und Gehölzen ist das Gelände ausgesprochen strukturreich, was durch viele Quellaustritte und kleine Wasserläufe, Lesesteinriegel und wechselnde Hangneigungen noch verstärkt wird. „Ein ökologisches Kleinod, das auch einige botanische Besonderheiten zu bieten hat.“, so die Biologin Hufmann.

 

Ökologische Wiederbelebung notwendig

Eine zu intensive Beweidung führte in der Vergangenheit allerdings dazu, dass das Grünland stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Um das Areal wieder ökologisch aufzuwerten, plant die GNA - in Kooperation mit der Gemeinde Brachttal und anderen Gruppierungen vor Ort - die Wiederherstellung und Entwicklung der sogenannten „halboffenen Landlebensräume“. Dazu sollen unter anderem Lesesteinriegel freigestellt und Feuchtwiesen vom Gehölzaufwuchs befreit werden.

 

Ein Großteil der Quellen im „Fußloch“ sind Offenlandquellen. Ein kleinerer Teil befindet sich in und an Feldgehölzen. Neben Gefährdungen, die durch die landwirtschaftliche Nutzung im Umfeld bestehen, stellten die Experten mit großem Bedauern weitere Beeinträchtigungen fest, darunter viel Bauschutt und Plastikmüll, aber auch Mais zur Anfütterung von Wildschweinen, so dass einige Quellaustritte zu Suhlen mutierten.

 

Endemische Rhön-Quellschnecke gefunden

Schwerpunkt der Kartierung ist die faunistische Besiedelung, die Aussagen über den Zustand des jeweiligen Quellbiotops zulässt. Daneben misst man physikalische Parameter wie Temperatur, pH-Wert und Leitfähigkeit und erfasst das Pflanzenvorkommen in unmittelbarer Umgebung.

 

„Bemerkenswert ist das festgestellte Arteninventar.“, erläutert Stefan Zaenker, Vorsitzender vom Landesverband für Höhlen- und Karstforschung Hessen die Ergebnisse. „Insgesamt konnten wir 139 Taxa unterscheiden, wobei noch zahlreiche Endbestimmungen durch Fachleute ausstehen. Neben dem bis zu 1,5 cm großem Alpenstrudelwurm entdeckten wir Höhlenflohkrebse und die Larve der Vierkant-Quellköcherfliege; allesamt Spezialisten und an den Lebensraum Quelle in besonderer Weise angepasst. Eine weitere Besonderheit stellt der Fund der endemischen Rhön-Quellschnecke dar, weil sie nur im Dreiländereck Hessen, Thüringen und Bayern vorkommt.“

 

Der Nachweis verschiedener Leitarten dokumentiert eine noch relative gute Qualität der unbeeinträchtigten Quellen. So wurden außerdem Grundwasser besiedelnde Muschel- und Ruderfußkrebse gefunden. Auch Grundwasserflohkrebse der Gattung Niphargus besiedelten eine Quelle. „Diese Funde sprechen für ein noch weitgehend intaktes Ökosystem im Grundwasserkörper des Untersuchungsgebietes, das es unbedingt zu erhalten gilt. Eine extensive Bewirtschaftung der umliegenden Flächen würde sich sehr positiv auf die Quellstandorte auswirken.“ so Zaenker abschließend.

 

Quellen für die Zukunft sichern

Das nun vorliegende Gutachten liefert der GNA eine Übersicht zur Lage und Qualität der verschiedenen Quellaustritte, die bisher fehlte. Ebenso war bisher kaum etwas über die tatsächlichen Auswirkungen menschlicher Aktivitäten wie Drainagen oder ungeeignete Beweidung bekannt. Mit der Kartierung der Quellstandorte, die nur durch die finanzielle Unterstützung der Stiftung Hessischer Naturschutz möglich wurde, wird es ab sofort gelingen, vor Ort geeignete Vorsorge- und Sicherungsmaßnahmen zu treffen. Allerdings überraschte die Anzahl der vorgefundenen Quellen alle Beteiligten, so dass letztlich nur die Hälfte des Gebietes untersucht werden konnte. Der nördliche Bereich des Fußlochs steht noch aus und lässt einige weitere Überraschungen erwarten.

 

Dazu sammelt die GNA Spenden auf ihr Konto bei der Raiffeisen-bank Rodenbach, IBAN: DE 75 5066 3699 0001 0708 00, Stichwort: Quellen. Zuwendungen an die gemeinnützige GNA können steuerlich geltend gemacht werden.

23. Juni 2020

 

Projekt braucht langen Atem

 

Vom langjährigen Projekt unter der Regie der Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung (GNA) hatten sich alle Seiten viel erwartet. Doch wie sich zeigt, ist es nicht so einfach, das landwirtschaftlich genutzte Grünland der unteren Kinzigaue rasch und vollständig von der giftigen Pflanze mit der hübschen lila Blüte zu befreien.

 

Die Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) beinhaltet das für Mensch und Tier hochgiftige Colchicin; ein Mitose-Hemmstoff, der die Zellteilung hindert und Zellen absterben lässt, was zum Tod führen kann. Daher sind insbesondere die Landwirte im unteren Kinzigtal daran interessiert, dass die Pflanze nachhaltig zurückgedrängt wird – dies immer im Einklang mit der Natur und dem Artenschutz.

 

„Natürlich macht auch hier die Dosis das Gift. Und nicht alle heufressende Nutztiere zeigen das gleiche Verhalten. Viele meiden die vertrockneten braunen Blätter im Heu.“, berichtet Projektmanagerin Dr. Corinna Schulze. „Nichts desto trotz stellt die Ausbreitung ein Problem dar, was wir seit nun bald sechs Jahren versuchen, zu lösen. Dazu kartieren wir u.a. in jedem Frühjahr und Herbst die Bestände auf etwa 600 ha, um einen lang-jährigen Vergleich der unterschiedlichen Bewirtschaftungsmethoden vornehmen zu können.“

 

Kooperation mit Landwirten

Unter der Regie der GNA arbeitet die Kooperation aus Kommunen, dem Amt für Umwelt, Naturschutz und ländlichem Raum, dem Kreisbauern-verband und vielen landwirtschaftlichen Betrieben schon seit 2015 zusammen. Gefördert wird das Projekt bis Ende 2020 über das Hessische Programm für Agrarumwelt- und Landschaftspflegemaßnahmen (HALM).

 

Nach jeder Kartierung werden die Ergebnisse den am Projekt beteiligten Bewirtschaftern in Karten zur Verfügung gestellt. Denn die Flächen sind nicht gleichmäßig betroffen und müssen nicht überall früh gemulcht werden, was für die Landwirte einen wirtschaftlichen Verlust darstellt, denn der Ertrag der späteren Heumahd ist etwas geschmälert.

 

Das sogenannte frühe Mulchen oder Mähen (bei einer Blattlänge von ca. 20 bis 25 cm) hat sich - nach dem Ausreißen der Pflanzen von Hand - bisher als wirksamste Methode in der Fläche herausgestellt.

 

Auf einigen Flächen führten die Landwirte auch in diesem Frühjahr - wie immer in enger Absprache mit der GNA - passende Maßnahmen durch. Wichtig dabei ist es, den richtigen Zeitpunkt abzupassen, um Blätter und reifende Samenkapseln so zu schädigen, dass einerseits ein Weiterwachsen und andererseits eine Reifung und ein Aussamen unmöglich gemacht werden. Denn nur so lassen sich die Versorgung mit Reservestoffen und die weitere Vermehrung unterbinden.

 

Langer Atem nötig

Trotzdem macht sich nach der langen Zeit und den vielen Anstrengungen nicht nur bei den Landwirten etwas Ernüchterung breit, wie die Vorsitzende der GNA, Susanne Hufmann berichtet. Zwar werde der zusätzliche Arbeits-einsatz der Landwirte finanziell ausgeglichen, doch lassen durchschlagende Erfolge immer noch auf sich warten. Denn die Herbstzeitlose ist mehr als robust. Weder Überschwemmungen wie im Frühjahr 2016 noch die letzten beiden Hitzesommer konnten der Giftpflanze des Jahres 2010 etwas anhaben. Dabei hilft ihr ein ganz besonderer Lebenszyklus: Vegetations- und Wachstumsphase mit Samenreife im Frühjahr, Sommerruhe, Herbstblüte (ohne Blätter) und eine ausgedehnte Winterruhe lassen sie mit ihren unterirdischen Pflanzenteilen ungünstige Jahreszeiten überdauern. „Eigentlich ist es ganz einfach.“, so Hufmann. „Anders als bei vielen anderen Pflanzen sieht man Blätter und Blüten der Herbstzeitlose nie gleichzeitig. Im Herbst sieht man die Blüten – aber ohne Blätter, wogegen man im Frühjahr die Blätter wahrnimmt – aber immer ohne Blüten.“

 

Wissenschaftlich untersucht

Hier kommen die vor Jahren angelegten Versuchsparzellen der GNA zum Einsatz, die jetzt schon erkennen lassen, dass kontinuierlich durchgeführte Rückdrängungsmaßnahmen durchaus zum gewünschten Erfolg führen. „Um das noch genauer untersuchen zu können, müsste die Laufzeit des Projektes verlängert werden.“, erläutert die Biologin Dr. Schulze.

 

„Unsere wissenschaftlichen Untersuchungen beinhalten außerdem ein vegetationskundliches Monitoring von Dauerbeobachtungsflächen, auf denen wir den Einfluss der verschiedenen Methoden auf die Artenzusam-mensetzung der Wiese prüfen. Auch hier wäre eine längere Laufzeit wünschenswert, denn Pflanzengesellschaften verändern sich nur sehr langsam.“

 

Nach der Aufnahme und Überprüfung der Mahdtermine 2020 durch das GNA-Team, steht im Spätsommer wieder die Kartierung der Blüte an. Mit der Auswertung gewinnt das Team Erkenntnisse über Erfolg oder Nichterfolg der diesjährigen Rückdrängungsmaßnahmen.“ Je weniger Blüten wir sichten, umso besser!“  so Dr. Schulze abschließend.

16. Juni 2020

 

Infotafel besprüht

 

„Wer macht so etwas und warum?“ Das fragt sich nicht nur Susanne Hufmann, Vorsitzende der GNA, sondern auch die Polizei in Hanau, bei der die Naturschutzorganisation inzwischen Anzeige erstattet hat. „Auch wenn die Täter vielleicht nicht gefunden werden können, ist es wichtig, dass solche Taten aktenkundig werden.“, meint Hufmann.

(c) GNA

Besucherlenkung & Information

Die Infotafel ist Teil eines Besucherlenkungkon-zeptes, das die GNA gemeinsam mit der Stadt Langenselbold zur Beruhigung der ökologisch wertvollen Wiesenflächen an der Kinzig ent-wickelte, umsetzte und – mit Unterstützung der Stiftung Hessischer Naturschutz und der Beatrice Nolte Stiftung – finanzierte. Zur Besucherlenkung gehören neben fünf Holzbarrieren, die ein Befah-ren der Wiesen verhindern sollen, auch zwei 
Gatterschranken, von denen eine ebenfalls mit
Graffiti besprüht ist.

 

Das Feuchtgrünland ist nicht nur wertvoller Lebensraum vieler Tier - und Pflanzenarten, sondern wird auch landwirtschaftlich genutzt. Produziert wird hier das Futter für Rinder, Pferde und andere Nutztiere: Tiefe Fahr-spuren und Verunreinigungen mit krankmachendem Hundekot machen das allerdings fast unmöglich.

 

Mit dem Hund unterwegs?  
Kein Problem, wenn man einige Regeln beachtet

War das Langeselbolder Flos in den letzten Jahren vor allem Anlaufpunkt für professionelle Hundesausführer*innen aus beinahe dem gesamten Rhein-Main-Gebiet, hat sich die Situation für wiesenbrütende Vogel-arten wie Kiebitz und Bekassine nach Installation der Schranken bereits verbessert. Gerade in der Brutsaison von März bis Ende Juni sei es wichtig, dass sich Spaziergänger, Fahrradfahrer und andere an einige wichtige Regeln halten und so zum Beispiel ihren Hund anleinen, um Wildtiere und die natürlichen Abläufe in der Aue nicht zu stören, so die Biologin der GNA. „Wir haben viel Arbeit investiert, um zu informieren und zu sensibilisieren. Und nun das.“

 

Bitte um Spenden

Natürlich muss die Infotafel mit wichtigen Hinweisen für Besucher*innen ersetzt werden. Die Kosten für eine "graffitifeste" Tafel belaufen sich mit der notwendigen Montage auf etwa 350 Euro. Um die Tafel bald auswechseln zu können, bittet die GNA um Unterstützung: „Jede noch so kleine Spende zählt. Sollten wir mehr Spenden erhalten, als wir für unser Vorhaben benötigen, kommt der überschüssige Betrag zu 100 % unseren anderen Natur- und Artenschutzvorhaben in der Aue zugute.“, so Hufmann abschließend. „Unser Spendenkonto bei der Raiffeisenbank Rodenbach lautet: IBAN DE75 5066 3699 0001 0708 00. Stichwort: Kiebitztafel.

Vielen Dank an alle!“

15. April 2020 | Erste Bilanz nach einem Jahr

 

Umzug eröffnete neue Möglichkeiten

 

„In der Zwischenzeit hat sich viel getan.“ berichtet die Vorsitzende Susanne Hufmann. „Nicht nur, dass wir unsere wichtige Natur- und Artenschutz-arbeit durch mehr haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter*innen ausbauen konnten. Auch den Bereich Umweltbildung konnten wir – nicht zuletzt aufgrund des Ortswechsels und der Möglichkeit, einen großen Garten zu nutzen – erweitern. So gibt es seit letztem Herbst gleich zwei Gruppen unserer Naturschutzjugend „Die Eisvögel“, die mit Spiel und Spaß die Natur und unsere Arbeit kennen lernen.“

 

Die 2003 in Rodenbach gegründete Organisation beschäftigt sich hauptsächlich mit der Renaturierung von Bächen und Flüssen, der naturnahen Entwicklung von Auen und dem Schutz und Erhalt ihrer tierischen und pflanzlichen Bewohner. Darunter befinden sich viele seltene und bedrohte Tierarten wie der Laubfrosch, die Gelbbauchunke, der Eisvogel, Kiebitz und Bekassine, Biber und Fischotter.

 

„Für einige der genannten Tierarten kommt mittlerweile fast jede Hilfe zu spät. Beispielsweise gibt es nur noch einen einzigen Kiebitzbrutplatz im unteren Kinzigtal. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Falsche Pflege noch vorhandener Brutplätze, zu viele Spaziergänger mit freilaufenden Hunden in den Kinzigauen.“ Zur Beruhigung wichtiger Gebiete setzt die GNA auf weitreichende Besucherlenkung. Für das Langenselblder Flos wurde gemeinsam mit der Stadt ein Konzept entwickelt und umgesetzt, das inzwischen greift.

 

Lebensraumverluste und Artensterben stoppen

„Aber auch der von vielen Seiten beklagte Lebensraumverlust kommt im Main-Kinzig-Kreis immer mehr zum Tragen. Dabei spielt die Zerschneidung der Lebensräume durch den Ausbau von Kreis- und Landesstraßen in Gebieten, die bisher von Neubau und Gewerbe verschont geblieben waren, eine immer größere Rolle beim Artensterben.“ so Hufmann weiter. Betroffen seien vor allem Amphibien wie die Gelbbauchunke, die selbst in angestammten Gebieten kaum noch anzutreffen ist, da Wanderwege verbaut und Fortpflanzungstümpel überbaut sind.

 

Ganz wichtig und aktuell sind deshalb momentan Projekte wie die Errichtung eines Biotopverbund für das nur fünf Zentimeter große Amphib (in Kooperation mit dem Landschaftspflegeverband Main-Kinzig-Kreis), die Wiederherstellung eines großen Feuchtbiotops im Bechtoldsahl (Geln-hausen) sowie die Kartierung von Quellen und Entwicklung halboffener Landlebensräume im "Fußloch" (Brachttal).

 

Des Weiteren werden die Artenschutzprojekte „Vorfahrt für den Fischotter“ in Kooperation mit der Heinz Sielmann Stiftung, das Projekt „Kiebitz in Not“, der Biotopverbund Laubfrosch und das Eisvogelprojekt, mit dessen Hilfe neue Brutwände an der Kinzig geschaffen werden, unvermindert weiter verfolgt und betreut. Die Rückdrängung der giftigen Herbstzeitlosen von landwirtschaftlich genutzten Flächen in der Kinzigaue, bei dem sich die ersten Erfolge bereits eingestellt haben, geht nun schon in das sechste Jahr.

 

Umweltbildung so nötig wie nie

Mit dem Wechsel in das alte Pfarrgehöft wird ein weiteres Betätigungsfeld der GNA weiter ausgebaut: Gemeint ist die Natur- und Umweltbildung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. „Das Pfarrgehöft mit dem schönen und großen Außengelände bietet uns ganz neue Möglichkeiten, um Schulungen und Kurse durchzuführen. Die Freifläche soll in einen Naturgarten und Lebensraum für wildlebende Tiere und Pflanzen verwandelt werden.“ Um die benötigten finanziellen Mittel aufzubringen, meldete der GNA-Vorstand den Naturgarten bei der Umweltlotterie GENAU an. „Wer dort mitspielt und gewinnt, kann unser Projekt auswählen und somit unterstützen.“, so Hufmann abschließend.

 

Gemeinsam bedrohte Arten und Biotope schützen

Für die Fortführung ihrer wichtigen Natur- und Artenschutzprojekte benötigt die Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung Unterstützung durch Spenden (Raiffeisenbank Rodenbach, IBAN: DE 75 5066 3699 0001 0708 00). Zuwendungen an die gemeinnützige GNA können steuerlich geltend gemacht werden.

 

Bei Angabe von Name und Adresse erhalten Spender*innen ab einem Betrag von 50 Euro automatisch eine Spendenbescheinigung. Bei Beträgen darunter bittet die GNA um einen Hinweis, dass eine Bescheinigung benötigt wird.

 

Übrigens: Auch Patenschaften helfen, „Lieblingstierarten“ und deren Lebensräume zu bewahren.

Mehr Infos unter: https://www.gna-aue.de/spenden-helfen/patenschaft/.

 

6. April 2020

 

Verantwortungsvoll spazieren gehen

 

GNA bittet um Rücksicht während der Brut- und Setzzeit

 

Mit dem Begriff „Brut- und Setzzeit“ ist der Zeitraum vom Frühling bis zum Frühsommer gemeint, in dem beinahe alle unsere Wildtiere Nachwuchs bekommen: Rehkitze werden geboren und aufgezogen, wiesenbrütende Vögel halten die auf den Boden gelegten Eier bis zum Schlupf warm und umsorgen danach intensiv ihre Küken, Amphibien paaren sich und laichen in Tümpeln und Flutmulden. Es versteht sich von selbst, dass die Elterntiere dazu viel Ruhe und Kraft brauchen. Aber auch die Jungtiere – ganz gleich ob Kitz oder Kiebitzküken - benötigen jetzt besonderen Schutz.

 

Rücksicht gefordert

In Hessen erstreckt sich die allgemeine Brut-, Setz- und Aufzuchtzeit von Februar bis Juli. „In diesem Zeitraum ist insbesondere von Hundehaltern noch mehr Verantwortung und erhöhte Rücksichtnahme gefordert.“, erläutert die Biologin Susanne Hufmann (GNA) die Situation. „Das betrifft grundsätzlich alle Außenbereiche, also Wiese, Wald und Flur. Die Wege sollten auf keinen Fall verlassen und Hunde unbedingt an die Leine genommen werden. Nur so ist sicherzustellen, dass etwa junge Feldhasen oder Jungvögel nicht aufgeschreckt und unnötigerweise gestresst werden. Denn das kann sie unter Umständen sogar das Leben kosten.“

 

Auch appelliert die Naturschützerin an Eltern. „Immer wieder müssen wir beobachten, dass Kinder und Jugendliche jetzt über Felder und Wiesen laufen, um rastende Wildvögel wie Graugänse oder Enten aufzuscheuchen. Das ist kein Spaß, denn Altvögel könnten verscheucht und die Gelege wiesenbrütender Vogelarten zertreten werden. Außerdem benötigen Vögel, die nicht hier brüten, viel Kraft für den Weiterflug und ihre Rastflächen sind inzwischen sehr rar.“, so Hufmann.

 

Allgemeine Anleinpflicht sinnvoll

Dass eine allgemeine Anleinpflicht in Hessen während dieser sensiblen Zeit mehr als überfällig ist, darin sind sich Naturschützer einig. In ausge-wiesenen Naturschutzgebieten ist dies heute schon der Fall. Grundsätzlich sollten aber überall in Wiese, Wald und Flur Hunde angeleint sein.

Irritierenderweise gelten in vielen Kommunen unterschiedliche Termine. Allen gemeinsam ist, dass sie freilaufenden Hunden enge Grenzen setzen. Bei Missachtung drohen hohe Bußgelder. Da lohnt es sich, den Hund an der Leine zu führen.

31. März 2020 | Neues Faltblatt

 

Lieblingstier Fischotter

 

Der Fischotter ist eine der Säugetierarten, die in ganz Europa sehr stark bedroht ist. Bundesweit ist er sogar "vom Aussterben bedroht". Daher soll ihm in den kommenden Jahren die Rückkehr an die Kinzig „aus eigener Kraft“ erleichtert werden. Dazu kooperiert die GNA seit Anfang 2018 mit der renommierten Heinz Sielmann Stiftung, die das gemeinsame Vorhaben „Vorfahrt für den Fischotter“ unterstützt und fördert.

 

Um dem Fischotter die eigenständige Wiederbesiedlung zu erleichtern, ist neben Maßnahmen zur Lebensraumentwicklung, wie sie von der GNA seit Jahren in den Auen der Kinzig durchführt werden, auch die Reduzierung der Gefahren durch den Straßenverkehr von entscheidender Bedeutung. Zwischen Hanau und Wächtersbach wird daher die Kinzig bis 2021 auf
47 Flusskilometern kartiert, alle Brückenbauwerke hinsichtlich ihrer Passierbarkeit beurteilt und Maßnahmen empfohlen.

 

Wer mehr darüber wissen möchte, kann ab heute kostenlos das druckfrische Faltblatt zum Fischotter in der Reihe "Artenschutz am Gewässer" anfordern unter 06184 - 9933797 oder gna.aue@web.de
oder auch per Post an: GNA e.V., Mühlstraße 11, 63517 Rodenbach.

 

Spenden & Patenschaften helfen: Zur Unterstützung des wichtigen Artenschutzprojektes bittet die GNA um Spenden auf das Konto
IBAN: DE 75 5066 3699 0001 0708 00 bei der Raiffeisenbank Rodenbach (BIC: GENODEF1RDB). Stichwort: Fischotter.

Weißstörche umkreisen besetztes Rodenbacher Stammnest. © GNA

 

24. März 2020 | Der Weißstorch

 

Eleganter Segelflieger und erbitterter Revierkämpfer

 

Hier wurden vor etlichen Jahren Maßnahmen zur Vergrößerung und Pflege eines Nahrungstümpels durchgeführt und 2012 ein marodes Storchennest in Stand gesetzt. Am 16. März 2020 unternahmen die Mitarbeiter*innen der GNA eine Besichtigung der Flächen und beobachteten zahlreiche Weißstörche.

 

„Wow“, sagt die derzeitige Praktikantin, „So etwas habe ich noch nie gesehen!“. Und auch die beiden erfahrenen Naturschützer Susanne Hufmann und Günter Könitzer sind beeindruckt von dem Schauspiel, das sich ihnen bietet.

 

Um ein einziges Storchennest im Rodenbacher Naturschutzgebiet, das aber schon besetzt ist, kreisen mehr als zehn Weißstörche. Immer wieder fliegen die Kontrahenten das Männchen an und versuchen, es zu ver-treiben. Dabei fahren sie im Flug ihre Füße aus und streifen es. Und immer wieder folgt darauf aufgeregt Geklapper des Nestverteidigers.

 

Die Weißstörche sind gerade erst über die Westroute aus Afrika zurück-gekommen. Sie nutzen dabei die Thermik, um im energiesparenden Segel-flug weite Strecken bewältigen zu können. Täglich fliegen sie 150 bis 200 km und erreichen über die Straße von Gibraltar Europa.

 

Die Zugvögel sind ihrem Nistplatz sehr treu. In der Regel treffen sich Männchen und Weibchen, die schon im Vorjahr erfolgreich zusammen brüteten, wieder am gleichen Nest. Es ist aber auch möglich, dass sich
das Männchen, welches zuerst am Brutstandort eintrifft, mit einer neuen Weißstorch-Dame verpaart. Unter den Rückkehrer kann es während dieser Zeit heftige Revierkämpfe geben, die oft blutig - aber kaum tödlich - enden.

 

Haben sich zwei Weißstörche gefunden, wird das Nest gemeinsam aus-gebessert: Jedes Jahr wird eine neue Schicht aufgebaut, so dass solche Nester enorm hoch und bis zu 2 Tonnen schwer werden können! Das Paar begrüßt sich mit lautem Geklapper, weshalb der Weißstorch auch als Klapperstorch bekannt ist. Klappern ist neben gelegentlichem Fauchen seine einzige Lautäußerung.

 

Auch im Pappelwäldchen von Rodenbach konnte das GNA-Team fünf besetzte Storchennester zählen. Überall wurde fleißig Nistmaterial gesammelt und verbaut. Insgesamt gibt es derzeit
12 besetzte Nester allein in Niederrodenbach.

 

Weißstörche sind Nahrungsopportunisten. Das bedeutet, sie fressen, was sie gerade bekommen können. Zur Zeit ihrer Heimkehr von Februar bis März - heutzutage immer öfter auch schon im Januar - finden sie noch keine Frösche oder andere Amphibien, weshalb sie sich mit anderen Kleintieren wie Mäusen und Würmern zufriedengeben. Ein Weißstorch benötigt etwa 500 g Futter täglich. Anders sieht es aus, wenn Anfang April die Küken schlüpfen: Ein Storchenpaar mit vier Küken muss täglich mehr als fünf Kilogramm Futter ins Nest bringen, um diese satt zu kriegen. Im offenen Feuchtland kommt es deshalb häufig vor, dass Störche auch Eier oder Küken seltener Wiesenbrüter wie dem Kiebitz erbeuten.

 

Die Bestände der Weißstörche haben sich heutzutage wieder erholt, so dass besetzte Nester, wie auch hier in Rodenbach, zum Glück keine Seltenheit mehr sind. Im Jahr 1988 war der Tiefpunkt der Storchenpopulation erreicht – in einer Bestandszählung wurden bundesweit weniger als 3.000 Brut-paare gezählt. 2017 wurden in Deutschland wieder ca. 6.000 Brutpaare beobachtet (NABU). 

 

Deshalb ist die Freude, auch auf Seiten der GNA, umso größer, wenn in den nächsten Monaten mit anzusehen ist, wie die Küken größer werden, ihre ersten Flugübungen unternehmen und dann im August noch vor ihren Eltern das Nest verlassen, um die lange Reise Richtung Afrika anzutreten. „Allerdings ist anzumerken, dass in der Rodenbacher Aue und Umgebung derart viele Störche gesichtet werden, dass man vielleicht schon von einer zu großen Population sprechen muss. All diese Störche sind auf Nahrung angewiesen, die sie vor allem aus der Aue beziehen.“, berichtet Susanne Hufmann. Darunter sind viele gefährdete Amphibien wie der Laubfrosch und die Gelbbauchunke. Diesen Arten wurde es in den letzten Jahren – unter anderem durch die Arbeit der GNA - überhaupt erst ermöglicht, sich wieder anzusiedeln.

 

Ihr Interesse an Weißstörchen ist geweckt?

Dann sind Sie - vorbehaltlich der weiteren Entwicklungen in der Corona-Krise - herzlich eingeladen zur Exkursion „Die Reise der Störche“ am Mittwoch, den 17. Juni von 18.00 bis 19.30 Uhr. Dort berichten Susanne Hufmann und Günter Könitzer über das außergewöhnliche Zugverhalten und das Familienleben in Rodenbacher Storchennestern. Treffpunkt ist der Parkplatz beim Landhof Schmidt in Niederrodenbach. 
Die GNA erhebt einen Kostenbeitrag von 4 Euro pro Person, die Teilnahme von Kindern und Jugendlichen ist kostenlos. Die Einnahmen kommen ausschließlich den Auenschutzprojekten der GNA zu gute.

11. März 2020 | Fachkundige Führung

 

Ein Vogelparadies in der Entwicklung

 

Mitten im Main-Kinzig-Kreis finden sich Jahr für Jahr zahllose Wat- und Wasservögel zum Rasten und Überwintern ein. Das nicht ohne Grund, denn vor inzwischen 11 Jahren wurden der Ruhlsee und ein Abschnitt der Kinzig naturnah umgestaltet. Heute ist die „Kinzigaue von Langenselbold“ nicht nur Naturschutzgebiet, sondern auch ein von der EU unter Schutz gestelltes „FFH-Gebiet“.

 

Die von der GNA initiierte, in fünf Jahren geplante und von 2009 bis 2010 umgesetzte Renaturierung hat sich als äußerst erfolgreich herausgestellt. So ist der Naturschutzsee heute mit einer drei Hektar großen Flach-wasserzone nicht nur Rastplatz für viele Vögel, sondern endlich auch als Brutgebiet von Bedeutung. Die extensiv bewirtschafteten Wiesen rund um den See gehören schon seit langem wieder zum Nahrungsrevier der Weißstörche. Dazu gesellen sich immer mehr Grau- und Silberreiher. Der starke Besucherdruck und der Hundetourismus machen allerdings den wiesenbrütenden Vogelarten wie Kiebitz und Bekassine das Leben schwer und ein Brüten nahezu unmöglich.

 

Neben Orchideen beherbergt das wertvolle Grünland viele andere seltene und bedrohte Pflanzenarten. Hier findet man auch einen der letzten feuchten Eichen-Hainbuchen-Wälder, der durch die Landesstraße in das „Bockgehörn“ und den „Stellweg“ unterteilt wird. Im Bockgehörn herrscht eine weitere Naturschutzstrategie vor. Gemeint ist der „Prozessschutz“, wonach in die natürlichen Prozesse des Ökosystems Wald nicht eingegriffen werden darf und soll. Die Prozesse im Wald - vom Wachsen über das Werden und Vergehen – sollen ungestört ablaufen. Dies bedeutet vor allem, dass keine Bäume gefällt und kein Totholz entnommen werden darf.

 

Naturschutz und Erholung im Einklang?

Während der Langenselbolder Kinzigsee ganz der Freizeitnutzung und dem Wassersport zur Verfügung steht, sollen am Ruhlsee Naturschutz und Erholung in Einklang gebracht werden. Neben Joggern und Radfahrern sind es vor allem Spaziergänger, die die weithin offene Landschaft schätzen und die Ruhe genießen. Damit Erholungssuchende informiert und unbeschwert die Natur genießen können, veröffentlichte die GNA in Zusammenarbeit mit der Stadt Langenselbold ein Faltblatt, das kostenlos angefordert werden kann. Darin finden sich wichtige Hinweise für Besucher/innen mit Hund.

 

Wenn die Führung stattfindet, ist der Treffpunkt der Parkplatz bei der Baumschule Müller. Wettergerechte Kleidung und festes Schuhwerk werden empfohlen. Bitte Fernglas und/oder Spektiv mitbringen, wenn vorhanden. Die Führung dauert etwa 1,5 Stunden.

 

Die GNA bittet um einen Kostenbeitrag von 4 Euro pro Person, die Teilnahme von Kindern und Jugendlichen ist kostenlos. Die Einnahmen kommen ausschließlich den Auenschutzprojekten der GNA zu gute. Weitere Termine finden sich im Veranstaltungskalender 2020, der ebenfalls kostenlos angefordert werden kann.

6. März 2020 | Vortragsreihe "Unbekannte Lebensräume "

 

Quellen – Ursprung des Lebens

 

Seit 1996 werden durch den Landesverband für Höhlen- und Karst-forschung Hessen e.V. in Hessen Quellen erfasst und hinsichtlich ihres Zustandes untersucht. Nachdem sich am Anfang die Arbeit im Wesentlichen auf das Biosphärenreservat Rhön und den Nationalpark Kellerwald-Edersee beschränkte, werden zunehmend auch die Quellen im Bereich des Vogels-berges einbezogen.

 

Nach dem Bundesnaturschutzgesetz zählen Quellen zu den besonders geschützten Biotopen, die nicht verändert oder zerstört werden dürfen. Leider sind Quellen bedrohte Lebensräume: Verbauung und Verunreinigung setzen ihnen zu und mancherorts wird das Grundwasser knapp.

 

Ergebnisse dieser Untersuchungen werden vom Quellenforscher Stefan Zaenker am Freitag, den 20. März 2020 ab 19:00 Uhr in einem Vortrag vorgestellt. Die Forschungsergebnisse werfen ein neues Licht auf die Artenvielfalt im Quell- und Grundwasser. In unseren Quellen leben neben Eiszeitrelikten wie dem Alpenstrudelwurm und der Rhön-Quellschnecke auch zahlreiche seltene Grundwasserbewohner, die auch im Hinblick auf den Klimawandel neue Erkenntnisse bringen können.

 

Stefan Zaenker stellt in seinem Vortrag den Artenreichtum der heimischen Quellen vor, geht aber auch auf die verschiedenen Quelltypen, die Unter-suchungsmethoden sowie auf Gefährdungen und Schutzmaßnahmen ein.

 

Der Vortrag findet am 20. März 2020 ab 19 Uhr

im kleinen Saal der Rodenbachhalle statt.

Ort: Hanauer Landstraße 14, 63517 Rodenbach.

Einlass zum Vortrag ab 18:30 Uhr.

Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

5. März 2020 | Müllsammelaktion

 

Sauberhaftes Rodenbach

 

Vereine, Familien und Bürgerinitiativen machen hessische Städte und Gemeinden wieder startklar für den Frühling. In vielen Kommunen schwärmen engagierte Menschen aus, um Müll und Abfall, den andere achtlos auf Straßen, Wiesen, Feldern und im Wald entsorgt haben, einzusammeln.

 

Wie in jedem Jahr beteiligt sich die GNA mit ihrer Naturschutzjugend an der Müllsammelaktion, die von der Gemeinde Rodenbach koordiniert wird. Mit dabei sind auch wieder etliche ehrenamtliche Helfer*innen. Ziele der kleinen und großen Müllsammler sind das Quellgebiet Weidertsbörnchens und die Ufer des Rodenbachs im Ortsteil Niederrodenbach.

 

Die Gemeinde Rodenbach stellt Handschuhe, Müllbeutel und Greifzangen zur Verfügung. Helfer*innen, die die GNA unterstützen möchten, sind herzlich eingeladen, an der Aktion teilzunehmen.

 

Wann und wo? Treffpunkt ist am Samstag, den 14. März um 10 Uhr der Parkplatz am Wingertsweg (gegenüber dem Rodenbacher Bauhof).

2. März 2020 | Amphibienschutz in Gelnhausen

 

Feuchtbiotop Bechtoldsahl saniert

 

Durchgeführt wurde die Maßnahme von der GNA, die bereits 2018 für die Köhlersaue von Wächtersbach und Kinzigaue von Langen-selbold ähnliche Artenschutzschutzprojekte plante und umsetzte.

 

Ziel der umfangreichen Maßnahme ist es, durch die Renaturierung des „sanierungsbedürftigen Trittsteinbiotopes“ Bechtoldsahl im Überschwem-mungsgebiet von Gelnhausen eine ökologische Aufwertung der Kinzigaue zu erreichen. Der Lebensraum für seltene und bedrohte Amphibien soll hier nachhaltig verbessert werden. Langfristig sollen sich die Bestände von Gelbbauchunke, Laubfrosch und anderen Amphibienarten, darunter auch die der Erdkröte, stabilisieren. Insbesondere die Gelbbauchunke bereitet den Artenschützern derzeit große Sorgen, da ihre Vorkommen schwinden und die Bestände dramatisch schrumpfen.

 

Sorgenkind Gelbbauchunke

Die Gelbbauchunke zählt in Hessen zu den Amphibien, die am stärksten bedroht sind. Das bedeutet, dass die Art erheblich zurückgegangen ist. Außerdem ist ihr Überleben durch laufende und geplante menschliche Eingriffe ernstlich bedroht. Kann die aktuelle Gefährdung nicht abgewendet werden, rückt die Gelbbauchunke voraussichtlich in die Kategorie „Vom Aussterben bedroht“ vor.

 

„Um die Brisanz richtig zu verstehen, muss man wissen, dass die Gelbbauchunke in Europa endemisch ist, also nur hier vorkommt. Somit trägt nicht nur Deutschland, sondern auch Hessen eine ganz besondere Verantwortung für das kleine Amphib mit dem gelb-schwarzem Bauch.“, berichtet Susanne Hufmann, Biologin und Vorsitzende der GNA. Das größte Problem: Durch die Errichtung von immer mehr Gewerbegebieten und immer größeren Logistikcentern in der freien Landschaft hat die Unke großflächige Arealverluste erlitten. Der ebenfalls zunehmende Siedlungs- und Verkehrswegeausbau hat ihr Verbreitungsgebiet so stark zerschnitten, dass im Main-Kinzig-Kreis nur noch wenige Vorkommen existieren, die überdies sehr weit voneinander entfernt liegen und stark isoliert sind.

 

Was braucht die Unke?

Die Gelbbauchunke ist auf so genannte „dynamische Lebensräume“ spezialisiert, in denen immer wieder neue Tümpel entstehen. Als Pionierart besiedelt sie vor allem sich rasch erwärmende, vegetations­arme Gewässerbiotope, in denen Fressfeinde wie Fische, Molche und Libellenlarven noch fehlen. Deshalb ist es bei älteren Gewässern von Vorteil, wenn sie in regelmäßigen Abständen austrocknen. Das stark verlan­dete Feuchbiotop Bechtoldsahl befand sich in einem älteren Sukzessionsstadien und war daher als Laichgewässer vollkommen unbrauchbar. Durch den Rückschnitt des Gehölzriegels, die moderate Abflachung der Ufer, die Entschlammung und Entkrautung des Gewässers und eine flächige Erweiterung des Biotops auf jetzt immerhin 1.200 m² werden nun endlich die Bedingungen erfüllt, die Amphibien an ein funktionierendes Laich- und Fortpflanzungsgewässer stellen.

 

Wetter verursacht Zwangspause

Bereits im November 2019 startete das Vorhaben, indem man die überalterten Gehölze entlang des We­ges „auf Stock“ setzte und die Weiden zu Kopfbäumen schnitt. Dann allerdings kam das Vorhaben zum Erliegen: Starker und lang anhaltender Regen durchweichte derart den Boden, dass er – selbst mit speziell bereiften Baggern, Schleppern und Muldenkippern -  nicht mehr befahrbar war. Die witterungsbedingte Zwangspause dauerte bis Mitte Januar 2020. „Ein Alptraum für Naturschützer und Tiefbauunternehmer.“ berichtet Projektleiter Günter Könitzer (GNA). „Nicht nur, dass behördlicherseits die Renaturierung innerhalb eines bestimmten Zeitraumes abgeschlossen sein muss, da sonst die Gelder nicht mehr zur Verfügung stehen, sondern dass auch Baggerarbeiten mit Beginn der Brut- und Setzzeit im Außengelände nicht mehr zulässig sind.“ So kam es, dass - mit Einsetzen einer kurzen Frostperiode - sich ein kleines Zeitfenster öffnete, in denen die Arbeiten Tag und zum Teil auch in der Nacht durchgeführt werden mussten. Ende Januar konnten die Arbeiten dann endlich abgeschlossen werden.

 

Gute Zusammenarbeit

Das Projekt entstand im Juni 2018 in enger Kooperation mit der Natur- und Vogelschutz­gruppe Meerholz-Hailer, dem Landschaftspflegeverband Main-Kinzig, der Stadt Gelnhausen und dem Regie­rungspräsidium Darmstadt. Ermöglicht wurde es durch ein Förderinstrument für Naturschutzmaß­nahmen im ländlichen Raum. Auf Bundesebene wurde der nationale Rahmenplan der „Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrar-struktur und des Küstenschutzes (GAK)“ erweitert mit dem Ziel, investive Maßnahmen im ländlichen Raum zu fördern. Darunter fällt auch die Schaffung oder Wiederherstellung von Feuchtbiotopen und Kleingewässern. Die Fördermittel in Höhe von knapp 70.000 Euro stammen zu 60 % vom Bund und zu 40 % vom Land Hessen.

20. Februar 2020 | Vortrag in Rodenbach

 

Ist Ihr Garten klimafit?

 

Rodenbach. Die Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung (GNA) beschäftigt sich intensiv mit dem Natur- und Artenschutz in bedrohten Lebensräumen. Daher bietet sie erstmalig eine öffentliche und kostenfreie Vortragsreihe zum Thema „Unbekannte Lebensräume“ an, in der kompetente Fachleute zu Wort kommen.

 

Viele Menschen möchten etwas für den Artenschutz tun und beginnen damit vor ihrer eigenen Haustür: Sie legen einen naturnahen Garten an. Wie dieser aussehen kann und was man in Zeiten des Klimawandels beachten sollte, darüber referiert am Freitag, den 6. März ab 19 Uhr die Botanikerin Dr. Monika Pickert-Andres in ihrem Vortrag „Ist Ihr Garten klimafit?“.

 

Wildblumenwiesen, Tümpel, Vogelschutzhecken, Trockenmauern oder Reisighaufen: Den Ideen sind keine Grenzen gesetzt. „So schaffen Sie Schlupfwinkel, Nistplätze, Nahrungsquellen und Jagdreviere für eine Vielfalt an Insekten und heimischen Kleintieren, die Nützlinge für den Obst- und Gemüsegarten sind.“, berichtet die Referentin.

 

Mit ihrem Statement für die naturnahe Gartengestaltung setzt Pickert-Andres ein klares Zeichen gegen den Trend der vermeintlich pflegeleichten Steingärten. „Keine blühenden Pflanzen weit und breit, Bodenversiegelung, Beton und Steine, die sich gerade im Sommer stark aufheizen und für eine zusätzliche Wärmebelastung in unseren Wohnungen sorgen: Das kann es nicht sein.“ Denn Gärten und kleine Grünflächen haben eine besondere Bedeutung für die Artenvielfalt und das Klima in der Stadt und sind gerade in Zeiten des Klimawandels ein unschätzbarer Wert - für Mensch und Natur.

 

Der Vortrag findet am 6. März 2020 ab 19 Uhr im kleinen Saal der Rodenbachhalle statt. Ort: Hanauer Landstraße 14, 63517 Rodenbach. Einlass zum Vortrag ab 18:30 Uhr.

Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

5. Februar 2020 | Kleine Vortragsreihe startet im März

 

Unbekannte Lebensräume

 

Viele Menschen möchten etwas für den Artenschutz tun und beginnen damit vor ihrer eigenen Haustür: Sie legen einen naturnahen Garten an. Wie dieser aussehen kann und was man in Zeiten des Klimawandels beachten sollte, darüber referiert am Freitag, den 6. März ab 19 Uhr
die Botanikerin Dr. Monika Pickert-Andres in ihrem Vortrag
„Ist Ihr Garten klimafit?“.

 

Wildblumenwiesen, Tümpel, Vogelschutzhecken, Trockenmauern oder Reisighaufen: Den Ideen sind keine Grenzen gesetzt. „So schaffen Sie Schlupfwinkel, Nistplätze, Nahrungsquellen und Jagdreviere für eine Vielfalt an Insekten und heimischen Kleintieren, die Nützlinge für den Obst- und Gemüsegarten sind.“, berichtet die Referentin, die schon seit einigen Jahren ehrenamtlich für die GNA tätig ist. Mit ihrem Statement für die naturnahe Gartengestaltung setzt Pickert-Andres ein klares Zeichen gegen den Trend der vermeintlich pflegeleichten Steingärten. „Keine blühenden Pflanzen weit und breit, Bodenversiegelung, Beton und Steine, die sich gerade im Sommer stark aufheizen und für eine zusätzliche Wärme-belastung in unseren Wohnungen sorgen: Das kann es nicht sein.“ Denn Gärten und kleine Grünflächen haben eine besondere Bedeutung für die Artenvielfalt und das Klima in der Stadt und sind gerade in Zeiten des Klimawandels ein unschätzbarer Wert - für Mensch und Natur.

 

Am Freitag, den 20. März (19 Uhr) stellt der Vorsitzende des Landesverbands für Höhlen- und Karstforschung Hessen e.V., Stefan Zaenker, einen weiteren bedrohten Lebensraum und seine Bedeutung vor. In dem Vortrag „Quellen – Ursprung des Lebens“ berichtet der Experte über verschiedene Quelltypen, Standorteigenschaften und die weithin unbekannte Quellenfauna, denn viele Quelltiere sind meist klein, unscheinbar und oft nicht mit dem menschlichen Auge erfassbar.

 

Am Freitag, den 24. April (19 Uhr) berichtet der Biologe und Gewässerfachmann Thomas Andres (GNA) über „Hitze, Trockenheit, Starkregen – Stress für unsere Gewässer“. Andres beleuchtet die Auswirkungen klimatischer Veränderungen auf die Gewässerökologie, die eine Reihe von Prozessen hervorrufen, die sich letztlich auf Pflanzen und Tiere auswirken: Manche Arten werden seltener oder sterben aus, andere Arten wandern ein. Letztlich ändern sich Lebensgemeinschaften und die Funktionsweise des Naturhaushalts.

 

Alle Vorträge finden im kleinen Saal der Rodenbachhalle statt. Ort: Hanauer Landstraße 14, 63517 Rodenbach. Einlass zum Vortrag ab 18:30 Uhr. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

21. Januar 2020 | Restcent-Spende für den Fischotter

 

Mitarbeiter*innen der Commerzbank unterstützen
Artenschutz im Main-Kinzig-Kreis

  • Restcent-Spende in Höhe von 5.900 Euro kommt Fischotter zugute
  • Susanne Hufmann, Vorsitzende der Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung: „Wir freuen uns, dass wir in unseren Bemühungen so tatkräftig unterstützt werden.“

„Rund 50 Jahre lang galt der Fischotter in Hessen als ausgestorben. Doch diese Bewertung gehört der Vergangenheit an“, berichtet die GNA-Vorsitzende, Susanne Hufmann.

 

Wiederbesiedlung durch Fischotter den Weg bereiten

Um dem Fischotter eine Wiederbesiedlung der Fließgewässersysteme im Main-Kinzig-Kreis zu erleichtern, ist - neben den vielen Maßnahmen zur Lebensraumentwicklung, wie sie von der GNA seit Jahren durchgeführt werden - vor allem die Reduzierung der Gefahren durch den Straßen-verkehr von entscheidender Bedeutung. Daran arbeitet die GNA zurzeit verstärkt und wird dafür auch die Restcent- Spende der Commerzbank verwenden. „Wir freuen uns, dass wir in unseren Bemühungen so tatkräftig unterstützt werden“, so Hufmann weiter.

 

Bereits 2011 wurde die Eignung des östlichen Main-Kinzig-Kreises als potentieller Fischotter- Lebensraum geprüft. Aufgrund seiner dünnen Besiedlung, großen verkehrsarmen und unzerschnittenen Gebieten sowie natürlich strukturierten Fließgewässerabschnitten weist er ein großes Potential auf. 2014 berichtete dann das Hessische Umweltministerium von Nachweisen an der Eder, im Vogelsbergkreis sowie im Spessart an der hessischen Landesgrenze im Main-Kinzig-Kreis. Letzteres konnte die GNA 2016 und 2017 bestätigen: Am Unterlauf der Kinzig fanden sich eindeutige Trittsiegel der zweitgrößten heimischen Marderart.

 

Restcent-Spende: kleine Spende mit großer Wirkung

„In der Regel stehen auf unseren Gehaltsabrechnungen keine glatten Summen“, benennt die Projekt-leiterin Restcent-Spende bei der Commerz-bank, Katrin Werner, den Ausgangspunkt der Initiative. „Alles rechts hinter dem Komma, also die Cent-Beträge - zwischen 1 und 99 Cent - können die Kolleginnen und Kollegen von Commerzbank und Commerz Real spenden“, führt Werner weiter aus. „Das geschieht auf freiwilliger Basis. Die Ab-buchung erfolgt automatisch.“

 

„Für den einzelnen ist es ein kleiner Beitrag, aber durch die Restcent-Spende kommt schnell eine stattliche Summe zusammen“, so Werner. Auf diese Weise hat die Frankfurter Bank in den vergangenen Jahren zahlreiche Projekte im In- und Ausland unterstützt. Jeweils zum Jahresende entschei-den die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter per Online-Abstimmung über die Verteilung der Gesamtspendensumme. „Die Mittel werden auf drei Projekte verteilt, so dass wir jeweils immer eine soziale Einrichtung im In- und im Ausland sowie eine Umwelt-Initiative fördern können“, sagt Werner. 

20. Janaur 2020 | Kinder werden zu Waldforschern

 

Mit dem Waldrucksack unterwegs

 

Das bereits im letzten Jahr erarbeitete und erprobte Programm „Mit dem Waldrucksack unterwegs“ soll ab 2020 sehr viel Wissen und noch mehr Begeisterung für die Natur in Kindergärten, Kindertagesstätten und Grundschulen tragen. „Das ist wichtiger denn je, denn viele Kinder haben oft nicht mehr die Möglichkeit, ihre Freizeit in der Natur zu verbringen.“, erläutert GNA-Vorsitzende Susanne Hufmann die Intention der in Rodenbach ansässigen Naturschutzorganisation.

 

Der Wald biete zahlreiche Lernanreize, die für eine gesunde Entwicklung unverzichtbar seien. Das pädagogische Konzept beinhaltet die ganzheitliche Erforschung und Erkundung des Lebensraums und richtet sich an Kinder ab fünf Jahre. Erzieher*innen und anderes pädagogische Personal werden während der Veranstaltung vor Ort in die Abläufe eingebunden. Leitung und Durchführung erfolgt durch die Umweltpädagogin Anke Bissert-Bendel, die als ehemalige Grundschullehrerin und Jugendgruppenleitung sehr viel Erfahrung aufzuweisen hat.

 

Das spielerisch und erlebnisorientiert ausgerichtete Programm findet - nach Vereinbarung - von März bis Oktober statt, wobei alle Lehr- und Lernmaterialen im "Waldrucksack" mitgebracht werden. Vier verschiedene Bausteine stehen zur Wahl, wobei auch Kombinationen möglich sind:

 

Baustein 1: „Was krabbelt im Wald?“- Mit Becherlupen und Karteikarten im Wald unterwegs. Kinder suchen am Waldboden, im Totholz oder anderen Verstecken Gliederfüßer, beobachten sie genau, zeichnen und bestimmen sie. Am Ende ordnen sie die entdeckten Tiere der passenden Tiergruppe (Insekten, Spinnen, Krebstiere, Tausendfüßer, evtl. auch Schnecken, Würmer und Amphibien) zu. Altersempfehlung: ab 5 Jahre.

 

Baustein 2: „Bäume im Wald“- Mit Naturerfahrungsspielen, Lupen und Karteikarten unterwegs. Kinder erkunden die Bäume des Waldes. Sie sammeln Blätter, Samen und Früchte und ordnen sie den passenden Laub- und Nadelbäumen zu. Sie fühlen und vergleichen die verschiedenen Rinden und erfahren viel über das Wachstum und die Keimung. Auch die Verfärbung und das Abfallen der Blätter im Herbst werden thematisiert. Altersempfehlung: ab 5 Jahre.

 

Baustein 3:„Waldstockwerke“- Mit Spiegeln, Lupen und Karteikarten auf Entdeckungstour. Kinder erkunden mit Spiegeln und Lupen die verschiedenen Stockwerke des Waldes mit ihren typischen pflanzlichen und tierischen Bewohnern. Danach werden Pilze, Moose, Farne, Waldblumen, Sträucher und Bäume und die dort lebenden Tiere sicherlich mit ganz anderen Augen gesehen. Altersempfehlung: ab der 3. Klasse.

 

Baustein 4: „Tiere des Waldes“ - Mit Lupen und Karteikarten den Tieren auf der Spur. Die Kinder suchen nach Tieren und Tierspuren im Wald. Sie erforschen ein Waldtier genauer und stellen es den anderen vor. Altersempfehlung: ab der 2. Grundschulklasse.

 

Weitere Hinweise

Eine Veranstaltung dauert - nach Absprache - zwischen 90 und 120 Minuten und kostet 120 Euro (zuzüglich 0,25 Euro pro gefahrenen Kilometer). Voraussetzung ist ein Wald oder waldähnliches Areal in der näheren Umgebung der Einrichtung. Zum Schluss erhält jedes Kind ein schön gestaltetes Waldforscherdiplom. Übrigens: Das Programm ist auch für Kindergeburtstage bestens geeignet.

 

Damit der Spaß unter freiem Himmel nicht getrübt wird, empfiehlt die GNA robuste und wetterangepasste Kleidung, die schmutzig und nass werden darf. Je nach Wetterlage sind feste, geschlossene Schuhe, lange Socken und Hosen, Regenjacken, Sonnenkappen, Sitzkissen sowie die Mitnahme von Getränken und Verpflegung angezeigt.

 

Nähere Informationen erteilt Anke Bissert-Bendel (GNA) unter der Telefonnummer 06184 – 59 14 111 oder per E-Mail waldrucksack@online.deHier werden auch die Anmeldungen entgegengenommen. Eine frühzeitige Kontaktaufnahme und Reservierung wird empfohlen.

 

Zur Unterstützung ihrer Umweltbildungsarbeit bittet die GNA um Spenden auf das Konto IBAN: DE 75 5066 3699 0001 0708 00 (Raiffeisenbank Rodenbach). Als gemeinnützige Naturschutzorganisation ist die GNA zur Ausstellung von Spendenbescheinigungen zwecks Vorlage beim Finanzamt berechtigt.