Aktuelles
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10. Februar 2026 | Auf Spurensuche an der Kinzig
Fahndung nach dem scheuen Fischotter
„Jetzt im Winter sind die Gewässerufer noch frei von Vegetation und des-halb einigermaßen begehbar. Gesucht wird nach Spuren und Hinterlassen-schaften der scheuen Tiere, denn einen Fischotter live zu sehen wäre wie ein Sechser im Lotto.“, berichtet Dr. Helmut Steiner von seiner Arbeit.
„Ich suche nach Trittsiegeln. Das sind Pfotenabdrücke, die man besonders gut auf Sandbänken, an schlammigen Stellen und flachen Ausstiegen am Gewässer entdecken kann.“ Ein weiteres Indiz für das Vorhandensein eines Otters sei seine Losung. Otterkot liegt meist als Reviermarkierung unter Brückenbauwerken auf Steinen, Wurzeln oder kleinen Erhöhungen am Ufer, riecht stark und ist voller Fischschuppen und Gräten.
Die mehrtägige Spurensuche der GNA ist Teil der Aktion „Otterspotter“, einer deutschlandweiten Otterkartierung, die vom Otterzentrum im niedersächsischen Hankensbüttel koordiniert wird. Von hier aus sammelt die Aktion Fischotterschutz e. V. seit über zwanzig Jahren Daten zur Fisch-otterverbreitung. Die Nachweise stammen aus systematischen Erhebungen, Zufallsmeldungen und von Totfunden. Außerdem betreut das Otterzentrum das Netzwerk ehrenamtlicher Spurensucher und führt regelmäßig Schu-lungen durch.
Seit 2014 erstmals wieder Nachweise in Hessen. 2018 fand die GNA im Rahmen des Projektes „Vorfahrt für den Fischotter“ Trittsiegel an der unteren Kinzig. Das ist bisher einer von nur zwei Nachweisen, wobei der zweite am Oberlauf zu finden war. Am gesamten mittleren Kinziglauf konnte noch kein Fischotter nachgewiesen werden, was aber nicht heißt, dass der nachtaktive Einzelgänger nicht schon einmal da war.
An Sinn und Jossa gibt es den Fischotter schon seit längerem wieder. An der Sinn konnte Dr. Steiner schon eindeutige Spuren ausmachen. Von dort müsste der Fischotter zur Kinzig kommen. Weit hätte er es nicht. Zwischen den Oberläufen der Bäche beider Einzugsgebiete liegen oft nur einige hun-dert Meter, was für eine mobile Art wie den Fischotter eigentlich kein Pro-blem darstellt. Aber offensichtlich ist die Population an Sinn und Jossa noch nicht so groß, dass er es nötig hätte, umzuziehen.
Dr. Steiner: „Aktuelle Schätzungen gehen momentan davon aus, dass es in ganz Hessen erst sehr wenige Fischotter gibt: Insgesamt nur etwa 20 bis 30 Tiere. Das ist kein großer, stabiler Bestand, sondern eine noch kleine, langsam wachsende Population, die es dringend zu schützen gilt.“
Spuren gibt es an der Kinzig genug – leider nur nicht vom Fischotter.
Der Waschbär hinterlässt überall seine Fußabdrücke. Auch wenn er mit seiner schwarzen Maske recht putzig aussieht: Der Waschbär ist ein Zuwanderer und für die Artenvielfalt eher ein Problem. Das Gros der Trittsiegel ist aber vom Hund und zeugt von der regen Nutzung der Kinzigaue als Spazierweg. Das gefällt dem Otter sicherlich weniger.
„Vielleicht ist es dem Fischotter an der Kinzig auch zu geschäftig. Die Kinzig selbst fließt durch viele Ortschaften und Städtchen. Die landwirtschaftlichen Flächen reichen vielfach fast bis ans Ufer heran. Und wo Gehölzstreifen ihre Ufer säumen sind diese meist nur schmal. Der allenthalben angeschwemm-te Müll gibt ein beredtes Zeugnis ab, wie sehr die Kinzig mit den Menschen verflochten ist. Die Menschen lieben die Kinzig, aber das gereicht ihr nicht zum Vorteil. Wir hoffen trotzdem …“, so Steiner.
Mehr zum GNA-Projekt „Vorfahrt für den Fischotter“ ist hier zu finden. Das Faltblatt zum Projekt kann kostenlos angefordert werden.
Die Artenvielfalt erhalten und den Fischotter fördern. Die GNA ist eine gemeinnützige und unabhängige Naturschutzorganisation, die sich für den Natur- und Artenschutz einsetzt. Spenden an die GNA können steuer-lich geltend gemacht werden. Das Spendenkonto bei der Raiffeisenbank Rodenbach hat die IBAN DE75 5066 3699 0001 0708 00.
6. Februar 2026 | Umweltbildung
Gewässerkunde – leicht gemacht
Seit Jahren bietet die GNA fachkundige Exkursionen und Veranstaltungen rund um die Natur im Main-Kinzig-Kreis an. Besonderes Highlight ist der Kurs für Erwachsene Gewässerkunde – leicht gemacht.
Susanne Hufmann, Vorsitzende der GNA: „Das Angebot ermöglicht einen interessanten Blick unter die Gewässeroberfläche. Unter der Leitung des Biologen Thomas Andres werden verschiedene Gewässerbiotope vorge-stellt, Wasserorganismen wie Libellenlarven oder Bachflohkrebse erforscht und einzigartige Anpassungen an ein Leben unter Wasser erkundet.“
Mit dem Kurs macht die GNA auf die Ökologie von Gewässern, ihre Gefähr-dungen und Möglichkeiten zum Schutz aufmerksam. Im Praxisteil wird die Handhabung von Binokular und Bestimmungsliteratur geübt. Auch geht man der Frage nach, welche Organismen Aussagen über die Wasserqualität zulassen.
Vorkenntnisse nicht erforderlich. Die Veranstaltung findet statt am Samstag, 18. April (von 9:30 bis 15:30 Uhr) und kostet 60 Euro pro Person. Mitglieder und Studierende zahlen die Hälfte. Veranstaltungsort ist die Ökologische Bildungsstätte Rodenbach (Mühlstraße 11, 63517 Roden-bach). Nachmittags ist ein Besuch des Beinholzsees in Rodenbach geplant.
Teilnahmebescheinigungen und Handouts sind im Preis enthalten, Getränke werden gestellt. Die GNA empfiehlt wetterangepasste Kleidung, Sonnen- oder Regenschutz, festes Schuhwerk, Gummistiefel und das Mitbringen der Tagesverpflegung.
Anmeldungen ab sofort möglich. Die Teilnehmerzahl ist auf 8 Personen begrenzt. Die GNA bittet deshalb um frühzeitige Anmeldung: Per Telefon 06184 – 99 33 797 oder per E-Mail an gna.aue@web.de.
Natur erleben – beobachten – verstehen. Das Programm 2026 kann kostenlos als Faltblatt angefordert werden.
Biologische Vielfalt retten und Umweltbildung fördern. Die GNA ist eine gemeinnützige und unabhängige Naturschutzorganisation, die sich für den Natur- und Artenschutz und die Umweltbildung einsetzt. Spenden an die GNA können steuerlich geltend gemacht werden. Das Spenden-konto bei der Raiffeisenbank Rodenbach hat die IBAN DE75 5066 3699 0001 0708 00. Immer gut informiert ist man mit dem GNA Newsletter. Der kommt per E-Mail, kann kostenfrei abonniert und jederzeit abbestellt werden. Anmeldung über gna.aue@web.de.
3. Februar 2026 | Praktikantin schreibt für die GNA
Infotafeln am Ruhlsee wieder sauber
„Mein erster Tag bei der GNA begann direkt mit einer praktischen Aufgabe.“ berichtet die 14-Jährige begeistert. „Dr. Helmut Steiner, Mitarbeiter der GNA, hat mich eingewiesen und mir ausführlich erklärt, was wir vorhaben. Danach fuhren wir gemeinsam nach Langenselbold, wo wir meine erste Praktikumsaufgabe erledigten.“
Weiter berichtet sie: „Ich habe dabei Wichtiges über den Ruhlsee und die Tierwelt, die dort beheimatet ist, gelernt. Den Ruhlsee gibt es seit 1980. Er liegt auf die Hauptvogelzugroute durch das Kinzigtal. Für Wat-.und Wasservögel ist er ein wichtiger Trittstein. Möwen, Gänse, Entenvögel sind der Hauptanteil an durchziehenden Vögeln. Auch Vögel wie der Kiebitz brüteten früher auf den Wiesen.“
Insgesamt reinigte das kleine Team vier Tafeln des Seelehrpfades, die durch Witterungseinflüsse und überhängende Zweige im Laufe der Zeit stark verschmutzten, denn: „Es ist wichtig, dass die Informationen auf den Tafeln gut lesbar sind, damit Besucher: innen, die zum Beispiel mit ihren Hunden draußen sind, etwas über die Natur am Ruhlsee erfahren und eine Orientierung für ein naturgerechteres Verhalten erhalten.“ berichtet die junge Rodenbacherin. Und: „Es brauchte nicht viel, um die Infotafeln zu säubern. Wir benötigten nur ein Tuch, einen Schwamm und Wasser.“
Naturparadies Ruhlsee. Die Tafeln beinhalten viele Informationen, unter anderem über die Vögel, die dort beheimatet sind und sogar darüber, wie der See in Abhängigkeit von den Jahreszeiten zirkuliert.
„Es wird erklärt, dass die Wassermassen sich im Herbst und im Frühjahr durchmischen. Im Sommer stockt die Zirkulation, weil die Sonne das Ober-flächenwasser aufheizt. Es wird leichter und liegt als dicke Schicht auf dem kälteren Wasser. Das Tiefenwasser ist von dem Sauerstoffreichen abge-schnitten. Kühlt das Wasser von der Oberfläche ab, kommt es zu einer Durchmischung der Schichten“. erklärt die Praktikantin, die sich schon früh für den Naturschutz interessierte und gerne Natur und Tiere beobachtet.
Im Rahmen ihres zweiwöchigen Praktikums bekam sie dazu mehrmals Gelegenheit, indem sie unter fachkundiger Anleitung Wasserorgansimen unter dem Binokular untersuchen konnte, Biberdämme im Gelände erkun-dete und eine Baustelle der GNA in der Kinzigaue besuchte.
21. Januar 2026
Grünlandpflege im Feuchtgebiet Herrenbruch
„Das Feuchtgebiet Hasselroth liegt mitten im Landschaftsschutzgebiet Auenverbund Kinzig. Ein Zweck der Unterschutzstellung ist der Erhalt von Lebensstätten und Lebensräumen auen- und fließgewässergebundener Tier- und Pflanzenarten. Dazu gehören im unteren Kinzigtal vor allem wiesenbrütende Vogelarten wie der Kiebitz, die Bekassine und auch das Braunkehlchen.“, berichtet GNA-Biologin Susanne Hufmann.
Maßnahmen für die Artenvielfalt. Um den stark gefährdeten Vögeln ein Überleben in der von Siedlungsbau und Landwirtschaft geprägten Fluss-landschaft zu sichern, initiiert die GNA schon seit 2004 immer wieder Pro-jekte in Hasselroth. Heute bietet das wertvolle Feuchtgebiet mit Auewie-sen, Tümpeln, Flutmulden und Röhrichten einer Vielzahl von Wasser- und Wiesenvögeln sowie Amphibien und Insekten einen abwechslungsreichen Lebensraum. So war das Feuchtgebiet bisher auch als einer der letzten Kiebitz-Brutplätze im Main-Kinzig-Kreis bekannt.
Wiesenbrüter erkennen. Der Kiebitz fällt durch eine Federhaube auf dem Kopf, spektakuläre Balzflüge und laute Rufe auf, während die in Hessen „vom Aussterben bedrohte“ Bekassine gut an ihrem langen Schnabel zu erkennen ist und am liebsten auf feuchten Wiesen brütet. Das Braunkehl-chen ist ein seltener Singvogel mit orangefarbener Brust, der ebenfalls auf offenen Wiesen brütet.
Refugium für Kiebitz & Co. Zuletzt legten die Naturschützer - in enger Kooperation mit der Gemeinde Hasselroth - auf einer 3 Hektar großen Grünlandfläche einen Ringgraben als Schutz gegen Land-Beutegreifer an, wandelten auf einer Länge von 500 Metern einen Graben in ein Feuchtbiotop um und ermöglichten durch den Einbau eines Bohlenwehrs endlich ein vernünftiges Wassermanagement. Hufmann ist davon überzeugt, dass sich dieses in Zeiten des Klimawandels sowohl für die Landwirtschaft als auch für den Artenschutz noch als Segen erweisen wird, denn nur so könne das Wasser in der Aue länger gehalten werden.
Landschaftspflege im Winter. Um die Grünlandflächen für die Vogelbrut-saison im Frühjahr vorzubereiten und von Binsen und aufkommenden Gehölzen zu befreien, mähte der bewirtschaftende Landwirt - in Absprache mit der GNA - „zwischen den Jahren“ insgesamt 4,5 Hektar Grünland. Die jetzt offenen, braun-nassen Wiesen sind ideale Nahrungsflächen während der Zugzeit, eignen sich aber auch bestens für die Brutplatzsuche im zeiti-gen Frühjahr.
Beweidung im Sommer. Das gesamte Gebiet wird langfristig mit Rindern in Mutterkuhhaltung beweidet. Das verhindert die Verbuschung, schafft sehr unterschiedliche Vegetationsstrukturen und zusätzliche Lebensräume für Insekten und Amphibien. Die Übergänge zwischen den Beweidungs-flächen sind heute schon vorhanden. Dazu ließ die GNA insgesamt drei Furten anlegen.
13. Januar 2026
Tümpelpflege für den Laubfrosch
Die Bestände des Europäischen Laubfrosches (Hyla arborea) sind durch den Klimawandel, eine intensive Landwirtschaft und die Zerschneidung der Landschaft stark bedroht. Deshalb baut die GNA schon seit 2008 einen Biotopverbund für diese besondere Froschart auf. „Bisher mit großem Erfolg.“, berichtet Susanne Hufmann, Biologin und Vorsitzende der Natur-schutzorganisation. „Während die Populationen in der Vergangenheit hessenweit eher rückläufig waren, erwies sich das Vorkommen an der unteren Kinzig lange Zeit als sehr stabil.“
Ein Grund war, dass immer wieder Pflegemaßnahmen in der Aue durchge-führt werden konnten und die Population stetig anwuchs. So wurde das Projekt Biotopverbund Laubfrosch 2018 und 2020 für sein beispielhaftes Engagement ausgezeichnet und ist bis heute als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt anerkannt.
Anspruchsvoll. Der Laubfrosch bevorzugt zur Fortpflanzungszeit sonnige und fischfreie Laichgewässer mit flachen Ufern. Als „Sommerresidenz“ dienen dem nur 5 cm großen Kletterfrosch Brombeergebüsche, Röhrichte Hochstaudenfluren und lichte Waldränder.
Vernetzung von Lebensräumen. Jetzt sollen wertvolle Elemente des bereits bestehenden Biotopverbundes, der aus vielen kleinen und großen „Trittsteinen“ besteht, wiederbelebt werden. Die „Lebensrauminseln“ vernetzen räumlich voneinander getrennt liegende Biotope, erleichtern vielen Amphibienarten die Wanderung und Ausbreitung und befördern letztlich den genetischen Austausch zur Steigerung der Biodiversität.
Verlust von Gewässerbiotopen. Der knapp 1.000 m² große „Weiden-tümpel“ in Hasselroth ist hierfür ein sehr gutes Beispiel. Vor etlichen Jahren von der GNA saniert, siedelte sich die als gefährdet eingestufte Amphibien-art sofort an. Inzwischen ist der Tümpel „in die Jahre gekommen“ und droht zu „verlanden“. „Immer mehr Wasser- und Sumpfpflanzen breiten sich in den flacheren Zonen aus und beschleunigen einen Prozess, der zum Verschwinden des Gewässerbiotops führen kann.“, so Hufmann.
Grundlegende Pflege nötig. Die von der GNA geplanten Maßnahmen beinhalten das Entfernen abgestorbener Pflanzen ebenso wie ein Ausziehen der Uferbereiche. Ebenso sollen die umstehenden Kopfweiden fachgerecht geschnitten werden. „Denn der Laubfrosch mag keinen Schatten. Auch für seine Kaulquappen muss es warm und sonnig sein, damit ihre Entwicklung zum erwachsenen Frosch gelingt.“ Deshalb setzt die GNA wieder einmal auf die hessische Umweltlotterie GENAU und hat ihr Projekt eingereicht.
GENAU bedeutet: Gemeinsam für Natur und Umwelt. Unter diesem Motto legt die Lotterie ihren Fokus auf den regionalen Natur- und Umweltschutz. Gemeinnützige Vereine und Organisationen können ihre Vorhaben einrei-chen und bei der wöchentlichen Ziehung auf einen sogenannten Zusatz-gewinn in Höhe von 5.000 Euro hoffen. Spieler aus dem Gewinner-Land-kreis entscheiden dann per Abstimmung darüber, welches Projekt die Förderung erhält.