Aktuelles 2021

14. Juni 2021 | Neues Projektfaltblatt erhältlich

 

Brutwände für einen fliegenden Edelstein

 

Eisvögel sind das Symbol für naturnahe Gewässer. Langsam fließende Bäche oder Flüsse mit reichem Fischbestand und guten Sichtverhältnissen sind ihr Lebensraum. Als Stoßtaucher ernähren sich Eisvögel haupt-sächlich von Fischen, aber auch von Wasserinsekten, deren Larven, Kleinkrebsen undn Kaulquappen. Auch wenn ab und zu ein „fliegender Edelstein“, wie der Eisvogel wegen seines bunten Federkleids genannt wird, an der unteren Kinzig gesichtet wird: Untersuchungen der GNA zeigten, dass nur wenige Uferwände den hohen Ansprüchen der streng geschützten Vögel genügen. Als Erdhöhlenbrüter graben sie mit ihrem Schnabel eine fast ein Meter lange, leicht ansteigende Höhle in eine senkrechte Uferböschung, an deren Ende sie einen erweiterten Nestkessel anlegen.

 

Wenn kalte Winter zum Verhängnis werden

Der Eisvogel lebt ganzjährig in Deutschland und bleibt im Winter in der Nähe seines Gewässers. Wie überall, schwankt auch im Main-Kinzig-Kreis der Bestand sehr stark. Während nach milden Wintern mitunter bis zu 20 Brutpaare im Kreisgebiet und in der Bulau von Hanau überleben, zählen Ornithologen nach sehr harten Wintern regelmäßig weniger als fünf Brutpaare.

 

In der Roten Liste der bestandsgefährdeten Brutvogelarten Hessens von 2014 steht der Eisvogel auf der Vorwarnliste. In dieser Kategorie sind die Arten zu finden, die merklich zurückgegangen, aber aktuell noch nicht stark gefährdet sind. Allerdings wird bei Fortbestehen von bestands-reduzierenden Einwirkungen schon in naher Zukunft eine Einstufung in die Kategorie „Gefährdet“ wahrscheinlich. Nach Expertenmeinung sind solche Bestände unbedingt „im Auge zu behalten“.

 

„Außerdem sollen durch Schutz- und Hilfsmaßnahmen weitere Rückgänge verhindert werden. Denn die enge ökologische Bindung vieler gefährdeter Vogelarten an wenige, aber hochspezifische Habitattypen erfordert den konsequenten Erhalt ihres jeweiligen Lebensraumes. Für den Eisvogel sind das in erster Linie die natürlich ausgeprägten Gewässerufer.“ berichtet die GNA-Biologin Susanne Hufmann.

 

An der Kinzig finden sich die Brutplätze vom Oberlauf bei Schlüchtern bis zum Mittellauf auf der Höhe von Gründau. Im Unterlauf werden nur ganz selten Brutpaare beobachtet. Dies wurde leider durch die Kartierung der GNA bestätigt, denn entlang der untersuchten Strecke konnten nur zwei aktive Brutplätze entdeckt werden, einer davon im Wurzelteller eines Baumes. Allerdings gab es auch einige Uferwände, die verwaiste Eisvogelbrutröhren aufwiesen.

 

Was bisher geschah

Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter*innen kartierten vom Kanu aus eine 22 km lange Flussstrecke zwischen dem Flugplatz Gelnhausen und dem Rückinger Wehr in Erlensee. An drei Tagen erfasste das Team alle Uferwände, die für eine Eisvogelbrut in Frage kommen. Insgesamt untersuchte die GNA 113 Steilwände. Anhand von 592 Fotos und der erhobenen GPS-Koordinaten wurden 35 Steilwände für Maßnahmen ausgesucht.

 

Vorbereitung eines Comebacks

Durch einen Gewinn bei der Umweltlotterie GENAU und mit finanziellen Mitteln aus dem Umweltfonds der Fraport AG ging es im zeitigen Frühjahr 2019 ans Werk, um das Comeback des Eisvogels vorzubereiten:

Uferwände, die durch Erosion Abbrüche und Vorsprünge aufweisen, bergen die Gefahr, nach Beute suchenden Waschbären oder Mardern als Aufstiegshilfe zu dienen. Hier kamen Motorsense, Kettensäge und wenn möglich ein Spezial-Kleinbagger zum Einsatz, der die Wände senkrecht abgrub. Manche Steilwände waren mit weniger Arbeitsaufwand herstellbar, wenn sie nur mit Vegetation bewachsen waren, die fachmännisch zurückgeschnitten werden konnte. Der Hessische Rundfunk stellte in einem mehrminütigen Beitrag am 1. Februar 2019 in der Sendung "alle wetter!" das Projekt "Das Comeback der Eisvögel" vor, anzusehen unter https://www.gna-aue.de/presse/tv-radio/.

 

Im März 2020 unterstütze die GNA das Forstamt Hanau-Wolfgang bei der Wiederherstellung von Brutwänden an Kinzigabschnitten in Langensel-bold. Nach Rückgang des Frühjahrshochwassers gestaltete man mit Hilfe eines Baggers an geeigneten Steilhangbereichen zehn senkrechte Nistwände. Der besondere Clou: Auch hier wurden im Durchmesser einer Nisthöhle künstliche Bohrungen angebracht, die den Eisvogel zum Höhengraben animieren sollen.

 

In der Reihe "Artenschutz am Gewässer" erschien nun ein neues Faltblatt. Wer mehr über den "fliegenden Edelstein" und das Brutwände-Projekt an der Kinzig erfahren möchte, kann das Faltblatt ab sofort kostenlos bestellen unter gna.aue@web.de oder 06184 99 33 797. Sollte eine Gelegenheit zur Auslage bestehen, können auch mehr Exemplare angefordert werden. 

11. Juni 2021

 

Die Reise der Störche

 

Das „Röhrig von Rodenbach“ ist ein ganz besonderes Feuchtgebiet. Seinen Ursprung verdankt es der Kinzig. Schon 1959 wurde es wegen seiner großen Bedeutung für die heimische Vogelwelt als Naturdenkmal unter Schutz gestellt. Seit 1976 ist das Röhrig Naturschutzgebiet, in dem mehr als 130 Vogelarten vorkommen. Kiebitze, Bekassinen und Zwerg-schnepfen machen hier Rast. Graureiher schreiten beutesuchend über die feuchten Wiesen. Auch Teich- und Schilfrohrsänger sind wieder zu hören. Seit einigen Sommern machen Graugänse Quartier an den Tümpeln und in den Wiesen an der Kinzig. Und auch der Weißstorch hat das Röhrig längst als Lebensraum wiederentdeckt.

 

Fehlende Nistplätze sind schon lange nicht mehr das Problem des Weißstorches. Viel wichtiger ist es, dem großen Wiesenvogel Lebensräume anzubieten, in dem er genug Nahrung für sich und seinen Nachwuchs findet. Deshalb setzt sich die GNA seit vielen Jahren für den Erhalt von Feuchtwiesen und Auen ein. Dazu zählen der Schutz der Brutgebiete,
die Optimierung von Nahrungsbiotopen und die Neuanlage von Tümpeln.

 

Am Mittwoch, den 16. Juni beginnt um 18 Uhr unter der Leitung von Günter Könitzer und Susanne Hufmann eine barrierefreie Storchen-exkursion, die über Lebensweise, Biologie und das außergewöhnliche Zugverhalten des Weißstorches berichten.

 

Treffpunkt ist der Parkplatz beim Landhof Schmidt in Niederrodenbach (Kinzigstraße 11, 63517 Rodenbach). Bitte mitbringen, wenn vorhanden: Fernglas und/oder Spektiv. Die Führung durch die Rodenbacher Aue ist barrierefrei und dauert etwa 1,5 Stunden. Die Teilnahmegebühr von 4 € kommt den Artenschutzprogrammen der GNA zugute. Die Teilnahme von Kindern und Jugendlichen ist kostenlos.

 

Paten gesucht: Die GNA sucht Menschen, die als Storchenpaten mit einem monatlichen Beitrag das Artenschutzprojekt Weißstorch - nachhaltig und langfristig - unterstützen möchten. Patenschaftsbeiträge gelten als Spende und sind daher steuerlich absetzbar. Eine Bestätigung über ihre Zuwendungen erhalten Storchenpaten unaufgefordert jeweils am Anfang des darauffolgenden Jahres. Eine Patenschaft kann jederzeit und ohne Angabe von Gründen beendet werden. Einmalige Spenden sind ebenso hilfreich. Deshalb bittet die gemeinnützige Naturschutzorganisation zur Unterstützung ihrer Natur- und Artenschutzprojekte um Ihre Spenden (Raiffeisenbank Rodenbach, IBAN: DE75 5066 3699 0001 0708 00). Zur Ausstellung einer Spendenquittung bitte den vollständigen Name und die Anschrift angeben. 

23. April 2021

 

Spazieren gehen – aber mit Verantwortung

 

Main-Kinzig-Kreis. Das Wetter ist schön und die Ausgangsbeschränkungen in der Corona-Krise erlauben uns immerhin Spaziergänge mit der Familie oder zu zweit. Dass dabei auch der Hund mit kommt, versteht sich von selbst. Aber Vorsicht: Während der derzeitigen Brut- und Setzzeit herrscht in den meisten Kommunen eine Anleinpflicht.

 

Mit dem Begriff „Brut- und Setzzeit“ ist der Zeitraum vom Frühling bis zum Frühsommer gemeint, in dem beinahe alle unsere Wildtiere Nachwuchs bekommen: Rehkitze werden geboren und aufgezogen, wiesenbrütende Vögel halten die auf den Boden gelegten Eier bis zum Schlupf warm und umsorgen danach intensiv ihre Küken, Amphibien paaren sich und laichen in Tümpeln und Flutmulden. Es versteht sich von selbst, dass die Elterntiere dazu viel Ruhe und Kraft brauchen. Aber auch die Jungtiere – ganz gleich ob Kitz oder Kiebitzküken - benötigen jetzt besonderen Schutz.

 

Rücksicht gefordert In Hessen erstreckt sich die allgemeine Brut-, Setz- und Aufzuchtzeit von Februar bis Juli. „In diesem Zeitraum ist insbesondere von Hundehaltern noch mehr Verantwortung und erhöhte Rücksichtnahme gefordert.“, erläutert die Biologin Susanne Hufmann (GNA) die Situation. „Das betrifft grundsätzlich alle Außenbereiche, also Wiese, Wald und Flur. Die Wege sollten auf keinen Fall verlassen und Hunde unbedingt an die Leine genommen werden. Nur so ist sicherzustellen, dass etwa junge Feldhasen oder Jungvögel nicht aufgeschreckt und unnötigerweise gestresst werden. Denn das kann sie unter Umständen sogar das Leben kosten.“

Auch appelliert die Naturschützerin an Eltern. „Immer wieder müssen wir beobachten, dass Kinder und Jugendliche jetzt über Felder und Wiesen laufen, um rastende Wildvögel wie Graugänse oder Enten aufzuscheuchen. Das ist kein Spaß, denn Altvögel könnten verscheucht und die Gelege wiesenbrütender Vogelarten zertreten werden. Außerdem benötigen Vögel, die nicht hier brüten, viel Kraft für den Weiterflug und ihre Rastflächen sind inzwischen sehr rar.“, so Hufmann.

 

Allgemeine Anleinpflicht sinnvoll Dass eine allgemeine Anleinpflicht in Hessen während dieser sensiblen Zeit mehr als überfällig ist, darin sind sich Naturschützer einig. In ausgewiesenen Naturschutzgebieten ist dies heute schon der Fall. Grundsätzlich sollten aber überall in Wiese, Wald und Flur Hunde angeleint sein. Irritierenderweise gelten in vielen Kommunen unterschiedliche Termine. Allen gemeinsam ist, dass sie freilaufenden Hunden enge Grenzen setzen. Bei Missachtung drohen hohe Bußgelder. Da lohnt es sich, den Hund an der Leine zu führen.

18. März 2021

 

Handysammelstelle in Bad Orb wiederbelebt

 

Circa 200 Millionen gebrauchte Handys liegen ungenutzt und vergessen in deutschen Schubladen – obwohl man gerade durch die Weiterverwendung oder das Recycling der Geräte viel Gutes für die Umwelt tun kann. Wie? Durch die Teilnahme an der Handysammelaktion der GNA in Kooperation mit der Deutschen Telekom. Besonders und einzigartig in Deutschland: der DEKRA-auditierte Rücknahme- und Datenlöschprozess. So wird ein fachgerechter Umgang mit den Geräten garantiert. Das kommt der Umwelt doppelt zugute und Ressourcen werden aktiv geschont.

 

Schon seit vielen Jahren sammelt die GNA alte Handys und neuerdings auch ausrangierte Tablets. Durch das umweltgerechte, hochwertige Recycling der Geräte werden wichtige Rohstoffe zurückgewonnen. „Bis heute haben wir 1.716 Handys gesammelt und dem Recycling zugeführt.“, so die erste Vorsitzende der GNA, Susanne Hufmann. Dadurch wurden bisher rund 15,5 kg Kupfer, 260 g Silber und 43 g Gold zurückgewonnen.

 

Ab sofort können im Rathaus der Stadt Bad Orb (Frankfurter Straße 2 in 63619 Bad Orb) wieder alte Handys und Tablets abgegeben werden. Eine weitere Sammelstelle befindet sich im Bürgerbüro im Rodenbacher Rathaus (Buchbergstraße 2). Alternativ können mobile Endgeräte einfach kontaktlos in den Postkasten der GNA (links) am Eingang zum alten Pfarrgehöft in der Mühlstraße 11 (Ortskern von Niederrodenbach) eingeworfen werden.

 

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12. März 2021

 

Biotopverbund für einen ganz besonderen Frosch

 

Der Laubfrosch Hyla arborea mag es warm und sonnig. Was er nicht mag, sind zugewucherte Tümpel vor allem während seiner Fortpflanzungszeit im April und Mai. So ist es nötig, dass die seit 2004 von der GNA angelegten Tümpel, Flutmulden und anderen Wasserbiotope entlang der Langensel-bolder und Hasselrother Kinzigaue mindestens alle 10 bis 12 Jahre ent-krautet, entschlammt und damit in ihren Ursprungszustand zurückversetzt werden.

 

Dass das keine leichte Aufgabe ist, davon weiß Projektleiter Günter Könitzer zu berichten: „Als erstes müssen wir bei solch einem großen Vorhaben die finanzielle Basis schaffen, was sich manchmal als schwierig und langwierig erweist. Hier haben wir glücklicherweise in der Deutschen Postcode Lotterie einen starken Partner gefunden, der den Erhalt der südhessischen Population für den gesamthessischen Bestand als genauso wichtig erachtet, wie wir. In einem nächsten Schritt wird die Kommune eingebunden, müssen Skeptiker und Kritiker überzeugt, Flächeneigentümer und Pächter informiert werden. Viele Gespräche und Termine sind erforder-lich, bevor sich der erste Bagger in Bewegung setzt. Bürgermeister Matthias Pfeifer hatte sofort ein offenes Ohr für uns und unterstützte das wichtige Artenschutzprojekt von Beginn an.“

 

Warum man sich bei der GNA diese Mühe macht, wird schnell klar: „In vielen Regionen Deutschlands ist der Europäische Laubfrosch sehr selten oder ganz verschwunden. Aktuell wird er zu den Arten gezählt, die ernstlich bedroht sind. Hauptursache ist der Verlust und die Zerschneidung seiner Lebensräume durch Straßen- und Siedlungsbau. Aber auch eine zu intensive Landwirtschaft führt durch häufiges Mähen, Dünger- und Pestizid-einsatz zu empfindlichen Bestandseinbrüchen. So findet der Laubfrosch kaum mehr Laichplätze, obwohl hierzulande seine Stammheimat ist.“, berichtet die GNA-Biologin Susanne Hufmann.

 

Denn nur dort, wo Bäche und Flüsse über die Ufer treten und in den Senken der Feuchtwiesen bis in den Sommer hinein kleine Tümpel hinter-lassen, finden die seltenen Amphibien geeignete Bedingungen. Das Problem in der Kinzigaue: Diese dynamischen Vorgänge existieren schon lange nicht mehr. Die Kinzig ist zu stark eingetieft und ihre Ufer sind oftmals illegaler-weise befestigt. Deshalb sind Habitatoptimierungen erforderlich, denn die Bestände lassen sich nur durch kontinuierliche Artenschutzarbeit erhalten. „In den Landkreisen, in denen über mehrere Jahre Aktivitäten ausblieben, ist ein Großteil der Vorkommen erloschen.“ weiß Hufmann.

 

Was den kaum fünf Zentimeter großen Laubfrosch so besonders macht, erläutert Günter Könitzer. „Der Laubfrosch gehört zu einer weltweit etwa 700 Arten zählenden Amphibiengruppe. Er ist aber der einzige Frosch in unseren Breiten, der tatsächlich klettern kann. So finden wir oft Tiere auf höheren Pflanzen, auf Schilf, Sträuchern oder sogar in Bäumen, die als Sitzwarten genutzt werden. Denn auch von hier aus wird zur Laichzeit gerufen.“

 

Je nach Jahreszeit halten sich Laubfrösche in sehr unterschiedlichen Teillebensräumen auf. So sind sowohl aquatische als auch terrestrische Biotopstrukturen für einen gesicherten Lebenszyklus von großer Bedeutung. Ab April sucht der Laubfrosch sonnige Laichgewässer auf. In der Abenddämmerung treiben die Männchen auf der Wasseroberfläche und stimmen mit einer großen Schallblase an der Unterseite der Kehle ihren lauten Chorgesang an, um Weibchen heranzulocken. Sind nicht genug Laichhabitate in der Flussaue vorhanden oder - wie in den vergangenen Jahren - bereits im Frühjahr ausgetrocknet, kann die Population ein-brechen. Außerhalb der Paarungszeit dienen vor allem extensiv bewirt-schaftete Feuchtwiesen mit ihrem Insektenreichtum dem Nahrungserwerb. Gehölzstreifen, Röhrichte und Hochstaudenfluren sind wichtige Biotop-verbundstrukturen, an denen die Laubfrösche zwischen den Teillebens-räumen entlang wandern.

 

Bürgermeister Matthias Pfeifer ist stolz. „Wir freuen uns sehr, als Kommune tatkräftig zum Erhalt einer so besonderen und sympathischen Auenart wie dem Laubfrosch beitragen zu können. Allein durch unsere Lage an der Kinzig und unsere Flächen in der Kinzigaue tragen wir eine große Verantwortung.“

 

Das Projekt ist langfristig angelegt. Zwölf Tümpel und Flutmulden mit einer Gesamtfläche von 6.443 m² konnten in ihren Ursprungszustand versetzt werden. Durch das Arten-schutzprojekt gelang es, rund 30.000 Euro an Fördergeldern in die Biodiversität der Kinzigauen von Neuenhaßlau zu investieren. Auch nach der Förderung durch die Deutsche Postcode Lotterie soll die Arbeit fort-gesetzt werden. „Durch die Umsetzung unserer mosaikartig angesetzten Maßnahmen, ist der Bestand vorerst als gesichert anzusehen. Da die Verlandungsprozesse je nach Lage der Tümpel aber sehr unterschiedlich schnell ablaufen, ist eine kontinuierliche personelle Betreuung über Jahre sicherzustellen. Ebenso müssen für die Pflegemaß-nahmen, bei denen durchaus schweres Gerät wie Bagger zum Einsatz kommen, externe Mittel akquiriert werden. Dies gelang uns in den vergangenen Jahren immer wieder über private Spenden, unsere Laubfroschpaten, Stiftungen sowie über Naturschutz – und Ausgleichs-mittel. Außerdem soll die inselartige Lage des Biotopverbundes in Zukunft durch eine Vernetzung mit anderen Biotopverbünden im Main-Kinzig-Kreis aufgehoben werden.“ schließt Hufmann ab.

 

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8. März 2021 - Exkursion abgesagt

 

Ein Vogelparadies in der Entwicklung 

 

„Der Ruhlsee lädt aber auch ohne fachkundige Unterstützung der GNA zum Verweilen, Erholen und Spazierengehen ein.“, schlägt Susanne Hufmann, Biologin und eine der Macher*innen der Ruhlsee-Renaturierung von vor 12 Jahren vor. „Seitdem am Nordufer wieder Sichtachsen auf die Rast- und Sandbank am Südufer freigeschnitten wurden, lohnt sich die Mitnahme eines Fernglases oder auch Spektivs, um fantastische Vogelbeobachtungen machen zu können.“ Informationen über den Werdegang des Gebietes geben die vier Tafeln des Seelehrpfads, der 2012 von der GNA in Kooperation mit der Stadt Langenselbold installiert wurden.

 

Der Ruhlsee entstand - wie der Kinzigsee - in den siebziger Jahren durch Materialentnahmen für den Autobahnbau und ist 17 Hektar groß. An seiner tiefsten Stelle ist er mehr als elf Meter tief. Der See ist 1,4 km lang und zwischen 50 und 250 m breit. Seine Renaturierung fand 2009/2010 im Rahmen eines von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderten Großprojektes der GNA statt und hat ihn nach vielen Jahren im „Dornröschenschlaf“ naturnäher werden lassen. Entstanden sind eine große Flachwasserzone als Vogelrastplatz und flache Ufer, in denen sich Schilf- und Röhrichtsäume sowie Wasser- und Schwimmblattpflanzen entwickeln.

 

Seit 1980 gehört der Ruhlsee zum Naturschutzgebiet „Kinzigaue von Langenselbold“, ebenso wie die umgebenden Wiesen und die Kinzig mit ihren wertvollen Ufergehölzen, in denen heute der Biber lebt. Auch die Auenwaldgebiete Stellweg und Bocksgehörn, seit langem von der L 3271 durchschnitten, sind Teil des Naturschutzgebietes und seit 2008 Teil des europäischen Schutzgebietssystems „NATURA 2000“, das auf Grundlage der Flora-Fauna-Habitat [FFH]-Richtlinie ausgewiesen wurde.

 

Umso verwunderlicher, dass trotz dieses Schutzes durch die EU im Frühjahr wiederholt gefällte Bäume, darunter viele Alteichen am Wegesrand zu sehen sind. „Wir haben immer wieder empörte Anfragen, wie das sein kann.“, berichtet Hufmann. „Als Naturschützer kommen wir hier in Erklärungsnot. Warum der wertvolle feuchte Eichen-Hainbuchenwald weiter ausgelichtet wird, ist auch uns ein Rätsel, zumal das Bocksgehörn zusätzlich unter Prozessschutz steht, um langfristig eine Zunahme des Tot- und Altholzanteils zu gewährleisten. Natürlich müssen an seinen Rändern Verkehrswegesicherungsmaßnahmen durchgeführt werden. Aber auch in seinem Inneren sind frische geschlagene Baumstümpfe zu sehen.“

 

Leider nutzen viele Menschen das Naturschutzgebiet für illegale Müllablagerungen, darunter Autoreifen, Kanister, Spraydosen, Kunstrasen u.v.m. oder hinterlassen auf dem Wiesenweg am Nordufer ihren Abfall. „Schlimm genug, dass durch das diesjährige Hochwasser viel Müll in das Gebiet gespült wurde und nun vor allem den Ringgraben belastet. Noch bedauerlicher ist es aber, wenn Besucher*innen die Wege verlassen oder sogar ihre Hunde frei laufen lassen, was das Gebiet als Rast- und Brutgebiet für wiesenbrütende Vogelarten wie den Kiebitz oder die Bekassine, aber auch für Weißstörche, Silber- und Graureiher und die vielen Enten- und Gänsearten wertlos macht.“

 

Gemeinsam bedrohte Arten und Biotope schützen

Insbesondere sind auch immer wieder Spaziergänger*innen am Südufer, dem Bereich zwischen Kinzig und Ruhlsee, unterwegs. „Ob dies aus Unwissenheit geschieht, weil man die Schilder nicht liest, oder aus anderen Gründen, kann ich nicht sagen. Nur so viel: Dieses Areal wurde gleich nach Abschluss der Renaturierung behördlicherseits für den Publikumsverkehr gesperrt, um der Natur einen Raum zur Entwicklung zu geben. Wenn man sich nicht daran hält, sind die Investitionen von Stadt, Land, Bund sowie Hessen Mobil, aber auch unsere Arbeit vollkommen umsonst gewesen. Wie immer sind wir auf das Verständnis, die Unterstützung und Mitwirkung unserer Mitbürger*innen angewiesen.“ so Hufmann abschließend. 

16. Februar 2021 | Spaziergang mit Bedacht

 

GNA bittet um Rücksicht in der kalten Jahreszeit

 

„Generell freuen wir uns darüber, wenn immer mehr Menschen die Natur erleben möchten und zu schätzen wissen.“, so Susanne Hufmann (GNA). Ein Problem würden allerdings Freizeitsuchende darstellen, die Wege verlassen oder ihre Hunde ohne Leine laufen lassen.

 

Tiere brauchen Ruhe

„Gerade im Winter brauchen unsere heimischen Tierarten besonders viel Ruhe.“, erläutert die Biologin. Zu dieser Jahreszeit befinden sich viele Tiere in einer Art Winterruhe. Rehe beispielweise verlangsamen ihren Stoff-wechsel und bewegen sich möglichst wenig, um Energie zu sparen. So kommen sie auch mit dem begrenzten Futterangebot im Winter aus.

Gerade freilaufende Hunde stellen aber eine große Bedrohung für die Wildtiere dar. Sie werden aufgeschreckt und verbrauchen wichtige Energiereserven, die sie durch die Nahrungssuche oft nicht ausgleichen können. Auch das Verlassen gekennzeichneter Wege sollte in jedem Fall vermieden werden. Wild, welches sich gerne im Dickicht aufhält und versteckt, wird aufgeschreckt. Das kann für einige Tiere im schlimmsten Fall den Tod bedeuten.

 

Gefährdung und Umweltverschmutzung durch Einweg-Masken

Doch nicht nur unvorsichtige Erholungssuchende können während der aktuellen Zeit ein Problem darstellen: Seit Ende Januar gilt in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske wie etwa OP-Masken, FFP2- oder FFP3-Maske. Diese werden nach dem Tragen oft achtlos in der Natur entsorgt. Masken enthalten Plastik, welches sich eben nicht zersetzt. Stattdessen sollte darauf geachtet werden, die Masken im Restmüll zu entsorgen, da sie nicht recycelbar sind.

Weggeworfene Masken können zudem die Tierwelt gefährden, indem sich beispielsweise Vögel und Kleinsäuger darin verfangen und tagelang festhängen. „Das sollte unbedingt vermieden werden.“, so Hufmann abschließend.

 

Gemeinsam bedrohte Arten und Biotope schützen

Zur Unterstützung ihrer Natur- und Artenschutzarbeit im Main-Kinzig-Kreis bittet die Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung um Spenden auf das Konto IBAN: DE 75 5066 3699 0001 0708 00 bei der Raiffeisen-bank Rodenbach. Spenden an die GNA können steuerlich abgesetzt werden. Übrigens: Auch Patenschaften helfen, Tierarten zu bewahren. 

10. Februar 2021| Vorträge abgesagt – Exkursionen unklar

 

Vorsitzende blickt vorsichtig optimistisch auf 2021

 

„Aufgrund der Coronapandemie und dem damit einhergehenden Lockdown wird die Durchführung unserer kleinen Vortragsreihe „Unbekannte Natur“ wohl kaum möglich sein.“, bedauert die Erste Vorsitzende Susanne Hufmann die derzeitige Situation. „Daher sagen wir vorsorglich die für März 2021 geplanten Vorträge ab“. Betroffen sei der Vortrag von Stefan Zaenker (Landesverband für Höhlen- und Karstforschung Hessen e.V.), der am 5. März über Quellen - Ursprung des Lebens berichten sollte. Ebenso abgesagt ist der Vortrag Hier blüht Ihnen was! von Dr. Monika Pickert-Andres (GNA), die am 19. März die Ökologie der Blüten in den Vordergrund stellen wollte. Und auch der Vortrag am 26. März von Patrizia König (GNA) zu Wiesen, Grünland und die Herbstzeitlosen wird nicht stattfinden.

 

„Noch können wir nicht sagen, ob die Veranstaltung zum Thema Hitze, Trockenheit, Starkregen, in der Thomas Andres über den Stress für unsere Gewässer referieren sollte, am 16. April um 19 Uhr im kleinen Saal der Rodenbachhalle stattfinden kann. Außerdem wissen wir noch nicht, ob am 21. März unsere alljährliche und allseits beliebte Exkursion an den Ruhlsee möglich sein wird. Bitte beachten Sie deshalb mögliche Hinweise in der Presse und auf unserer Website www.gna-aue.de.“, so Hufmann.

 

Nichts desto trotz ist die GNA-Vorsitzende optimistisch, wenn sie an die neuen Aufgaben in 2021 denkt: „Für dieses Jahr haben wir uns wieder viel vorgenommen. Nicht nur, dass wir das Brachttaler Fußloch durch die Wiederherstellung von Lesesteinhaufen ökologisch weiter fit machen werden. Auch sollen im nördlichen Fußloch weitere Quellstandorte (wir gehen von > 50 aus) kartiert, faunistisch untersucht und gesichert werden. Sowohl das Projekt Biotopverbund Laubfrosch, bei dem wir in der Kinzigaue zehn Wasserbiotope und Tümpel renaturierten, als auch unser Artenschutzprojekt Vorfahrt für den Fischotter können 2021 erfolgreich abgeschlossen werden. Außerdem hoffen wir, dass wir mit unserem extensiven Beweidungsprojekt, das wir flächenmäßig erweitern konnten, dafür sorgen, dass wieder Kiebitze im Feuchtgebiet Herrenbruch brüten werden, nachdem uns dies 2019 erstmals gelang. Sie sehen, es wird spannend …“

 

Erstmalig brütet wieder der Kiebitz im Herrenbruch © GNA, 2020

3. Februar 2021

 

Mit dem eigenen Einkauf Gutes für die Natur tun

 

Seit vielen Jahren setzt sich die GNA aktiv für den Schutz, den Erhalt und die Entwicklung der Lebensräume wildlebender Tier- und Pflanzengesell-schaften ein. Ihr Schwerpunkt liegt dabei auf der Renaturierung von Fließgewässern und dem Artenschutz in der Aue. So wurden schon diverse Artenschutzmaßnahmen für verschiedenste bedrohte Tierarten wie den Fischotter, Eisvogel, Laubfrosch oder Kiebitz durchgeführt. Doch auch die Umweltbildung ist ein wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit.

 

Für die Fortführung ihrer wichtigen Natur- und Artenschutzprojekte ist die GNA auf Spenden und Fördermittel angewiesen. Über die Website www.gooding.de kann man die Naturschutzorganisation nun ganz einfach unterstützen, denn Gooding ist ein Internetportal, über das gemeinnützige Organisationen finanzielle Förderung erhalten. Dabei kann allein durch Online-Einkäufe geholfen werden. Denn bei jedem Einkauf, der von Gooding vermittelt wird, zahlt der betreffende Online-shop (Unternehmen) eine Prämie im Schnitt von bis zu 5 %, ohne das für den Nutzenden Mehrkosten entstehen.

 

„Auf unserer Internetseite findet sich seit heute ein Link, über den die Online-Einkäufe getätigt werden können. Die Prämien kommen dann den verschiedenen Projekten der GNA zugute.“, erläutert die Vorsitzende Susanne Hufmann. Alternativ könne man auf Gooding.de auch selbst nach „GNA“ suchen und dort über den Link in insgesamt 1.737 Shops einkaufen.

 

Alternativ freut sich die gemeinnützig arbeitende Organisation auch über Spenden auf das Konto IBAN: DE 75 5066 3699 0001 0708 00 bei der Raiffeisenbank Rodenbach. Die GNA ist zur Ausstellung von Spenden-bescheinigungen zwecks Vorlage beim Finanzamt berechtigt.

Presseecho 2021 (Auswahl)

Bedrohte Natur vor der Haustür
GNA: Artenvielfalt in der Region in einem verheerenden Abwärtstrend
Hanauer Anzeiger vom 20.01.2021.pdf
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