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21. Januar 2026
Grünlandpflege im Feuchtgebiet Herrenbruch
„Das Feuchtgebiet Hasselroth liegt mitten im Landschaftsschutzgebiet Auenverbund Kinzig. Ein Zweck der Unterschutzstellung ist der Erhalt von Lebensstätten und Lebensräumen auen- und fließgewässergebundener Tier- und Pflanzenarten. Dazu gehören im unteren Kinzigtal vor allem wiesenbrütende Vogelarten wie der Kiebitz, die Bekassine und auch das Braunkehlchen.“, berichtet GNA-Biologin Susanne Hufmann.
Maßnahmen für die Artenvielfalt. Um den stark gefährdeten Vögeln ein Überleben in der von Siedlungsbau und Landwirtschaft geprägten Fluss-landschaft zu sichern, initiiert die GNA schon seit 2004 immer wieder Pro-jekte in Hasselroth. Heute bietet das wertvolle Feuchtgebiet mit Auewie-sen, Tümpeln, Flutmulden und Röhrichten einer Vielzahl von Wasser- und Wiesenvögeln sowie Amphibien und Insekten einen abwechslungsreichen Lebensraum. So war das Feuchtgebiet bisher auch als einer der letzten Kiebitz-Brutplätze im Main-Kinzig-Kreis bekannt.
Wiesenbrüter erkennen. Der Kiebitz fällt durch eine Federhaube auf dem Kopf, spektakuläre Balzflüge und laute Rufe auf, während die in Hessen „vom Aussterben bedrohte“ Bekassine gut an ihrem langen Schnabel zu erkennen ist und am liebsten auf feuchten Wiesen brütet. Das Braunkehl-chen ist ein seltener Singvogel mit orangefarbener Brust, der ebenfalls auf offenen Wiesen brütet.
Refugium für Kiebitz & Co. Zuletzt legten die Naturschützer - in enger Kooperation mit der Gemeinde Hasselroth - auf einer 3 Hektar großen Grünlandfläche einen Ringgraben als Schutz gegen Land-Beutegreifer an, wandelten auf einer Länge von 500 Metern einen Graben in ein Feuchtbiotop um und ermöglichten durch den Einbau eines Bohlenwehrs endlich ein vernünftiges Wassermanagement. Hufmann ist davon überzeugt, dass sich dieses in Zeiten des Klimawandels sowohl für die Landwirtschaft als auch für den Artenschutz noch als Segen erweisen wird, denn nur so könne das Wasser in der Aue länger gehalten werden.
Landschaftspflege im Winter. Um die Grünlandflächen für die Vogelbrut-saison im Frühjahr vorzubereiten und von Binsen und aufkommenden Gehölzen zu befreien, mähte der bewirtschaftende Landwirt - in Absprache mit der GNA - „zwischen den Jahren“ insgesamt 4,5 Hektar Grünland. Die jetzt offenen, braun-nassen Wiesen sind ideale Nahrungsflächen während der Zugzeit, eignen sich aber auch bestens für die Brutplatzsuche im zeiti-gen Frühjahr.
Beweidung im Sommer. Das gesamte Gebiet wird langfristig mit Rindern in Mutterkuhhaltung beweidet. Das verhindert die Verbuschung, schafft sehr unterschiedliche Vegetationsstrukturen und zusätzliche Lebensräume für Insekten und Amphibien. Die Übergänge zwischen den Beweidungs-flächen sind heute schon vorhanden. Dazu ließ die GNA insgesamt drei Furten anlegen.
13. Januar 2026
Tümpelpflege für den Laubfrosch
Die Bestände des Europäischen Laubfrosches (Hyla arborea) sind durch den Klimawandel, eine intensive Landwirtschaft und die Zerschneidung der Landschaft stark bedroht. Deshalb baut die GNA schon seit 2008 einen Biotopverbund für diese besondere Froschart auf. „Bisher mit großem Erfolg.“, berichtet Susanne Hufmann, Biologin und Vorsitzende der Natur-schutzorganisation. „Während die Populationen in der Vergangenheit hessenweit eher rückläufig waren, erwies sich das Vorkommen an der unteren Kinzig lange Zeit als sehr stabil.“
Ein Grund war, dass immer wieder Pflegemaßnahmen in der Aue durchge-führt werden konnten und die Population stetig anwuchs. So wurde das Projekt Biotopverbund Laubfrosch 2018 und 2020 für sein beispielhaftes Engagement ausgezeichnet und ist bis heute als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt anerkannt.
Anspruchsvoll. Der Laubfrosch bevorzugt zur Fortpflanzungszeit sonnige und fischfreie Laichgewässer mit flachen Ufern. Als „Sommerresidenz“ dienen dem nur 5 cm großen Kletterfrosch Brombeergebüsche, Röhrichte Hochstaudenfluren und lichte Waldränder.
Vernetzung von Lebensräumen. Jetzt sollen wertvolle Elemente des bereits bestehenden Biotopverbundes, der aus vielen kleinen und großen „Trittsteinen“ besteht, wiederbelebt werden. Die „Lebensrauminseln“ vernetzen räumlich voneinander getrennt liegende Biotope, erleichtern vielen Amphibienarten die Wanderung und Ausbreitung und befördern letztlich den genetischen Austausch zur Steigerung der Biodiversität.
Verlust von Gewässerbiotopen. Der knapp 1.000 m² große „Weiden-tümpel“ in Hasselroth ist hierfür ein sehr gutes Beispiel. Vor etlichen Jahren von der GNA saniert, siedelte sich die als gefährdet eingestufte Amphibien-art sofort an. Inzwischen ist der Tümpel „in die Jahre gekommen“ und droht zu „verlanden“. „Immer mehr Wasser- und Sumpfpflanzen breiten sich in den flacheren Zonen aus und beschleunigen einen Prozess, der zum Verschwinden des Gewässerbiotops führen kann.“, so Hufmann.
Grundlegende Pflege nötig. Die von der GNA geplanten Maßnahmen beinhalten das Entfernen abgestorbener Pflanzen ebenso wie ein Ausziehen der Uferbereiche. Ebenso sollen die umstehenden Kopfweiden fachgerecht geschnitten werden. „Denn der Laubfrosch mag keinen Schatten. Auch für seine Kaulquappen muss es warm und sonnig sein, damit ihre Entwicklung zum erwachsenen Frosch gelingt.“ Deshalb setzt die GNA wieder einmal auf die hessische Umweltlotterie GENAU und hat ihr Projekt eingereicht.
GENAU bedeutet: Gemeinsam für Natur und Umwelt. Unter diesem Motto legt die Lotterie ihren Fokus auf den regionalen Natur- und Umweltschutz. Gemeinnützige Vereine und Organisationen können ihre Vorhaben einrei-chen und bei der wöchentlichen Ziehung auf einen sogenannten Zusatz-gewinn in Höhe von 5.000 Euro hoffen. Spieler aus dem Gewinner-Land-kreis entscheiden dann per Abstimmung darüber, welches Projekt die Förderung erhält.